„Behauste Scheune“ mit Betonkern

Wohnhaus, Kaltschmieden, Doren, Österreich

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ArchitekturNachhaltigkeitBeton im Wohnungsbau

Architekt

Bernardo Bader Architekten, Dornbirn

Bauherr

privat

Projektbeteiligte

Mitarbeit: Thomas Getzner, Joachim Ambrosig
Bauleitung: Bernardo Bader Architekten, Dornbirn
Tragwerksplanung: Günther Hammerer, Plan 3, Andelsbuch
Bauphysik: Günther Meusburger, Schwarzenberg
Haus- und Energietechnik: Siefried Steurer, Andelsbuch

Jahr

2014

Ort

Kaltschmieden, Doren, Österreich

Konstruktionsmerkmale

Holzhaus mit massivem Betonkern

Besonderheiten

traditionelles Bauen weitergedacht

Preise

Häuser des Jahres 2015 – 1. Preis
Raiffeisen WohnWelt Häuser Award 2015 – 1. Preis

Beschreibung

„Je weniger Elemente ein Gebäude erfordert, umso gravierender ist die Entscheidung für die notwendigen“, findet Bernardo Bader, aus dessen Büro die „Behauste Scheune“, ein Wohnhaus für die Familie seines Bruders, stammt. Wenige Elemente, das erschließt sich auf den ersten Blick: Ganz selbstverständlich steht da eine Scheune auf einer Wiese in ländlicher Umgebung, ein holzverkleidetes Rechteck mit Satteldach. Fast so wie der Vorgängerbau an selber Stelle, ein marodes Bauernhaus, das seit Generationen im Familienbesitz war. 

Der zweite Blick offenbart die moderne Interpretation im Geist des kritischen Regionalismus im Bregenzerwald. Kein „selbstgerechter Luxusbungalow“ (Bauherr) sollte entstehen, sondern ein Haus, das sich in die Topografie und die Dorfstruktur einpasst, traditionell gebaut ohne heimattümelnd zu sein. Die Bauherren haben viel Eigenleistung, Gebrauchtes und Selbstgemachtes eingebracht. Und sie hatten es nicht eilig; zwei Jahre haben sie sich Zeit gelassen und sehen das als Qualität.

Neben dem Traditionsbewusstsein wurde hier auch ganz modern gedacht und gebaut. Das zeigt der Verzicht auf die kleinformatigen Klapplädenfenster und auf die außen ablesbare Zweiteilung in Wohn- und Stadeltrakt des alten Bauernhauses. Der Neubau mit 150 Quadratmetern Nutzfläche ist zwar ebenfalls ein kompaktes Volumen, öffnet sich aber zu drei Seiten mit nur einem, dafür sehr großen Fenster. Scheunentoren gleich verlaufen davor hölzerne Schiebeläden. 

Nach Norden und Süden hat das Haus breite Einschnitte. Zur Straße liegen die Garagen- und die Haustür, nach hinten ist der Einschnitt tiefer und birgt eine Loggia. Der große Wohn-Essbereich mit quer gestellter Küche als Raumteiler, die Arbeits- und Schlafzimmer haben über die Loggia alle eine Verbindung nach draußen.

Beton

Beton sieht man erst einmal nicht – aber er trägt im wahrsten Sinne des Wortes im Inneren maßgeblich zur „Behausten Scheune“ bei. Der Bau ist außen vollständig in ein Kleid aus Weißtanne gehüllt; dass das Holz in der Umgebung geschlagen wurde, ist Teil des Energie- und Ressourcenkonzepts. Anders, als es zunächst scheinen mag, handelt es sich bei der „Behausten Scheune“ nicht um einen reinen Holzbau. Das Material taucht zwar auch im Inneren an Decke und Boden auf; letzterer besteht teilweise aus wieder verwendeten Dielen des ehemaligen Bauernhauses. 

Die Innenwände und die Decke über dem Erdgeschoss jedoch bestehen aus Beton. Dessen hellgraue Oberflächen in feinster Sichtbetonqualität bestimmen im Wechselspiel mit dem Holz den Charakter der Räume. Zudem speichert die massive Konstruktion, die wie ein riesiger „Betontisch“ das tragende Gerüst des Hauses bildet, die Wärme, mit der die Fußbodenheizung aus Erdsonden gespeist wird. Im Kern birgt ein besonders dickwandiges Bauteil den großen Holzkaminofen; zum Wohnbereich ist eine Sitzbank eingeschnitten.

Das Resümee der Jury, die über die „Häuser des Jahres 2015“ befand, fiel begeistert aus: „(…) diesem selbstverständlichen, im Detail aber meisterhaft geprägten Haus, welches unter anderem durch die geschickte Verwendung nachhaltiger Materialien überzeugt (…)“, hat sie den 1. Preis zugesprochen.

Quelle

Text: Christina Gräwe für EINSATEAM

Bildnachweis: Alfred Bereuter, Dornbirn

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