Fassade aus dünnen glasfaserbewehrten Betonfertigteilen

Stadtvilla in Kassel

Architekt

Reichel Architekten BDA, Kassel

Bauherr

Hochtief AG, NL Kassel

Projektbeteiligte

Hochtief AG, Kassel (Statik, Rohbau); Mawiflex GmbH, Flintbek (Betonfertigteile); Dotting, Habichtswald-Ehlen (Klappschiebeläden)

Jahr

1999

Ort

Kassel, Unterneustadt, Sternstraße 16

Konstruktionsmerkmale

Skelettbau aus Ortbetonstützen und Filigranelementen, Gefache aus Betonfertigteilen und Holzrahmenelementen

Besonderheiten

freie Grundrißeinteilung mit flexiblen Nutzungen, variierbares Fassadensystem

Preise

Architekturpreis Zukunft Wohnen 2001
Förderpreis für junge Architekten des BDA Hessen 2000
vorbildliche Bauten in Hessen des Hessischen Finanzministeriums 2002

Beschreibung

Fertigteile aus Glasfaserbeton und Fensterläden aus Lärchenholz prägen die Fassaden dieses Wohn- und Bürohauses. Es entstand im Zuge der städtebaulichen Wiedergründung der „Unterneustadt“ auf Kassels historischem Grundriss. Die Fassade transformiert die früheren Fachwerkfassaden der Stadt, die beiden Materialien spiegeln die Umgebung – eine Schnittstelle zwischen Stadt und Park – wider.

Um die konstruktive Struktur des Gebäudes – unter Einhaltung der Wärmeschutzverordnung – sichtbar zu machen, wurde die tragende Betonskelettkonstruktion mit nur drei Zentimeter starken Glasfaserbeton-Fertigteilen verkleidet. Diese werden in der Regel für Schal- oder Strukturelemente bei Sanierungsaufgaben verwendet. Sie ermöglichen bei geringsten Stärken hohe Präzision und Scharfkantigkeit. Trotz der gleichmäßigen, glatten Oberfläche bleibt die Farbwirkung der hydrophobierten Fertigteile lebendig.
Die fabrikseitige Fertigung führt zu einer kurzen Bauzeit, auch in den Wintermonaten, und insgesamt zu einer kalkulierbaren, wirtschaftlichen Lösung.

Beton

Die Fertigteile aus Glasfaserbeton, in dieser Verwendung eine Neuentwicklung in Deutschland, wurden gleichmäßig in eine – auf einer Rüttelbank liegende – Stahlschalung gespritzt, was vollkommen glatte Oberflächen und scharfe Kanten ermöglicht. Statt eingelegten Stählen übernehmen hier textile Fasern die Aufnahme von Zugkräften und die Rissbewehrung. Da keine Überdeckung benötigt wird, entstehen so sehr dünne und leicht handhabbare Bauteile, die mit sogenannten Agraffen an der tragenden Konstruktion befestigt werden.
Die hier verwendeten Tafeln haben in der Regel Abmessungen von 3,0 x 1,7 Meter. In Abhängigkeit von Rüttelbank, Transport- und Einbaumöglichkeiten sind auch Größen bis 5,0 Meter möglich.

Bildnachweis: Christian Richters, Münster

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