Betonhaus in Form einer Bergspitze

Servicegebäude Kreuzbergpass, Südtirol

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ArchitekturFarbeSichtbetonZement

Architektur

pedevilla architekten; willeit architektur

Bauherr

Gemeinde Sexten, Südtirol

Projektbeteiligte

Statik: Baukanzlei Sulzenbacher
Bauphysik: Baukanzlei Sulzenbacher
HLS: Jud & Partner
Elektro: Per. Ind. Georg Mutschlechner
Licht: Lichtstudio Eisenkeil
Generalunternehmer: Kargruber Stoll
Glaserei: Icaro Glasstudio
Elektro: Elektro Gasser
HLS: Egarter

Jahr

2020

Beschreibung

Der Kreuzbergpass ist ein geschichtsträchtiger Ort. Seit Urzeiten wird er als Übergang genutzt. Da die Passhöhe recht moderat ist und die Zulaufstrecken einfach zu bewältigen sind, bauten die Römer mit der „Via Claudia Augusta Altinate“ bereits eine erste befestigte Straße über die Passhöhe, an der sich auch vereinzelte Siedlungen bildeten. Lange Zeit floss so nahezu der gesamte Verkehr, der den Alpenhauptkamm am Brenner überquerte, vorab über den Kreuzbergpass. Erst im 19. Jahrhundert nahm die wirtschaftliche Bedeutung des Kreuzbergpasses ab. Um 1930 wurde die aktuelle Straße errichtet, die heute vor allem den Touristen spektakuläre Ausblicke auf die mächtige Gebirgskulisse bietet und den Übergang zwischen den gewachsenen Kulturräumen des Cadore und des Pustertals einleitet.

Das Konzept der Naturparkverwaltung sieht vor, dass an einzelnen strategisch wichtigen Orten im „Dolomiten UNESCO Welterbe“-Gebiet markante Gebäude mit Wiedererkennungswert entstehen sollen. Dazu gehört auch der Kreuzbergpass, der auf 1.636m Meereshöhe als östlichstes Eintrittstor in den Naturpark einen wichtigen Ausgangspunkt für zahlreiche Wandertouren und weitere Freizeitaktivitäten im Gebirge darstellt. Der Hauptzweck des neuen Gebäudes ist die Unterbringung diverser Servicefunktionen, wie die Vermittlung von Informationen zum Wanderwegenetz, zu den Almhütten, zur Natur und zum UNESCO Welterbe. Zugleich bietet das Gebäude auch Schutz vor Regen und Schnee.

Beton

Um die betontechnischen Herausforderungen beim Projekt am Kreuzbergpass zu meistern, wurde fünf Monate vor Baubeginn ein Sichtbetonteam, bestehend aus Planer, Baufirma, Betonlieferant, Zusatzmittellieferant, Ingenieur- und Labordienstleister und zusammengesetzt. Es war schnell klar, dass die ästhetischen Vorgaben der Planer und die technischen Rahmenbedingungen sowohl von den Zwängen der Schalungstechnik und der Statik des Bauwerks, nur durch einen selbstverdichtenden Beton zu meistern sind. Zusammen mit der Exposition, die sich für ein Sichtbetongebäude auf über 1600 m Seehöhe in Mitten der Dolomiten ergeben, konnte man das Ziel schnell in die Formel C32/40 XC4 XF4 SCC D16 gießen. Der Beton sollte darüber hinaus noch wasserundurchlässig sein und mit einem hochqualitativen Weißzement ausgeführt werden, dessen Farbe und Gesteinskörnung sich an den imposanten Wänden der umgebenden Landschaft orientieren.

Das Sichtbetonteam verteilte die Aufgaben auf die einzelnen Partner. Die Verantwortung für die Schalung und Schalungsstatik lag bei der ausführenden Baufirma. Die Betonzusammensetzung oblag der Verantwortung des Labordienstleisters und wurde sowohl vom Ingenieurdienstleister und dem Planer freigegeben. Der Betonlieferant übernahm die Verantwortung für die Produktion, Betonqualität und Lieferlogistik.

Bei der Zusammensetzung des selbstverdichtenden Betons wurde auf eine Stabilisierung mittels Mehlkorn gesetzt. Mit dem nötigen Luftporengehalt für die XF4 Beständigkeit konnte eine stabile Mischung konzipiert werden bei einem gleichzeitig moderaten Zementgehalt. Das Mehlkorn sollte von lokalen Dolomitgestein stammen und so für einen authentischen Farbton sorgen. Der Sand wurde deshalb speziell für dieses Projekt gemahlen. Das Größtkorn sollte 16 mm betragen, zusammen mit einem weißen Portlandzement der Festigkeitsklasse 52,5 konnte das Sichtbetonteam von der betontechnischen Lösung überzeugt werden. Nach einer Probebetonage im Werk und in enger Absprache mit dem Sichtbetonteam wurden schrittweise Problematiken angesprochen und Lösungen gesucht und Feinjustierungen etwa beim Setzfließmaß vorgenommen. Das Setzfließmaß wurde bei jeder Charge vor Ort eingestellt und erst dann freigegeben. Die größte Herausforderung stellte der Guss des Daches dar. Im Morgengrauen Mitte August war es soweit. Mit 2 Betonpumpen wurden die Flanken gleichmäßig gegossen. Die Kunst der Schalungsplaner und -bauer wurde auf eine harte Probe gestellt und bestand die Feuerprobe.

Bildnachweis: Fotos: Gustav Willeit / Pläne: pedevilla architekten

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