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Ausstellungsgebäude in Durach

Doppeldecker aus Beton

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ArchitekturArchitekturbetonCarbonbetonDachFertigteileFassade

Architektur

Laumer Ingenieurbüro GmbH

Bauherr

Allgäuer Holz + Boden GmbH, Durach

Projektbeteiligte

Entwurf: Allgäuer Holz + Boden GmbH, Durach
Tragwerk: Laumer Ingenieurbüro GmbH, Massing
Generalunternehmer: Laumer Bautechnik GmbH, Massing
Betonfertigteile: Laumer Bautechnik GmbH, Massing

Ort

Durach

Konstruktionsmerkmale

Gebäude mit einer Mischfassade aus Holzlamellen und Architekturbeton. Oberer Dachabschluss aus dreischichtigen Betonsandwichelementen.

Beschreibung

In Durach im Allgäu entstand ein Gebäude mit einer Mischfassade aus Holzlamellen und Architekturbeton. Den oberen Dachabschluss bilden Betonfertigteile, die als dreischichtige Betonsandwichelemente ausgeführt wurden.

Die Firma Allgäuer Holz + Boden konnte als Erweiterungsfläche in Nachbarschaft zum bestehenden Betriebsgelände in Durach ein angrenzendes Grundstück erwerben. Nachdem zunächst der Erhalt der vorhandenen Gebäude auf dem neuen Grundstück geprüft wurde, entschied man sich aus betriebstechnischen und wirtschaftlichen Gründen für einen Neubau. Geplant wurde ein insgesamt 4-geschossiges Ausstellungsgebäude für Böden und Türen mit zwei getrennten Wohnungen im obersten Geschoss und vorgelagerter Dachterrasse mit Sicht auf das Allgäuer Alpenpanorama. Wunsch des Bauherrn war es, eine flexible Gebäudestruktur zu konzipieren, die auch eine Abtrennung in kleinere Einheiten und somit eine externe Vermietung ermöglicht. Aufgrund des Bezuges der Firma zum Baustoff Holz sollte das Material im Bereich der Fassade gestalterisch verwendet werden und ein nachhaltiges Gesamtkonzept umgesetzt werden, das auf lange Sicht den wechselnden Ansprüchen der betriebsinternen Abläufe gerecht werden kann.

Das gesamte äußere Erscheinungsbild des Gebäudes wird geprägt vom Wechsel und der Vielschichtigkeit der Fassadenelemente, die sich aus den feststehenden Sichtschutzlamellen, dem Putzbalkon, dem flexiblen Sonnenschutz und der großzügigen Verglasung zusammensetzen. Die weit auskragende Betonschale des Doppeldeckerdaches im Bereich der vorgelagerten Dachterrasse im Obergeschoss schafft einen effektiven Witterungs- und Sonnenschutz.

Selbst ist der Bauherr

Der Ausbau des Gebäudes wurde vom Bauherrn größtenteils selbst organisiert und geplant. Die Räume und Oberflächen sind geprägt von dem Spiel aus rohen, sichtbaren Betonoberflächen und dem Material Holz, das sowohl im Bereich des Bodens als auch strukturbildend an den Decken verwendet wurde. Grundsätzlich wird das gesamte Bauvorhaben bestimmt von einer wirtschaftlichen und auf die funktionalen Belange der Firma abstimmten Gesamtkonzeption, die auf lange Sicht die Anforderungen des Bauherrn hinsichtlich Flexibilität und Wartungsfreundlichkeit erfüllen kann. Die schnelle Bauzeit, bedingt durch den hohen Vorfertigungsgrad der Bauteile, sowie die damit verbundenen geringen Einschränkungen auf den laufenden Betrieb während der Bauzeit waren weitere positive Argumente, die vom Bauherrn während der Bauphase sehr geschätzt wurden.

Als konstruktive Besonderheit kann beim Laumer Doppeldeckerdach die obere Betonschale auskragend in jede Richtung als Vordach zum Schutz der Dachterrasse gegen Regen und Sonneneinwirkung ausgebildet werden. Das Dachelement selbst liegt in der Regel auf der unteren (inneren) Betonschale am Bauteilrand auf. Somit ist eine zusätzliche thermische Trennung des Vordachbereiches in der oberen Betonschale nicht erforderlich.

Beton

Argumente wie Wartungsfreundlichkeit und somit die Minimierung von laufenden Betriebskosten, die Umsetzung eines erhöhten Brandschutzstandards sowie energetische Speichermassen waren für den Bauherrn unter anderem die wesentlichen Vorteile, sich für eine Bauweise in Beton zu entscheiden.

Holz mit Architekturbeton

Die Architekturbetonfassade des Gebäudes wurde mit einer grauen, fein abgesäuerten Oberfläche ausgeführt. Grauzement und regionaler Innkies bilden die wesentlichen gestalterischen Bestandteile der Betonzusammensetzung. Die Oberfläche wurde nach dem Ausschalen im Werk in einem gleichbleibenden Turnus fein gesäuert. Die scharfkantige Ausführung der Kanten und Fugen unterstreicht das exakte und klar definierte Fugen- und Erscheinungsbild der Betonfertigteile. Die sichtbaren Architekturbetonoberflächen werden durch die Kombination mit den zusätzlichen Glas- und Holzoberflächen der Fassade aufgewertet, sodass der Gesamteindruck des Gebäudes durch ein harmonisch abgestimmtes, warmes äußeres Erscheinungsbild geprägt wird.

Tragwerk in Fertigteilen

Als Tragkonstruktion für das Gebäude kamen überwiegend Betonfertigteile für alle Wände zum Einsatz. Die Außenwände wurden dabei als Betonsandwichwände ausgeführt. Diese vereinen die Trag- und Dämmfunktion und ermöglichen höchste optische Anforderungen durch die individuell gestaltbaren Oberflächen der Betonvorsatzschale. Die Innenwände wurden als Vollwände ebenso aus Betonfertigteilen hergestellt. Die Deckenkonstruktion wurde in Ortbetonbauweise als punktgestützte Flachdecke ausgeführt. Die damit einhergehende glatte Deckenuntersicht ermöglicht eine maximale Flexibilität bei der Raumgestaltung mit großen, frei nutzbaren Raumhöhen. Die Aussteifung des Gebäudes erfolgt geschossweise mittels Betonfertigteilwänden in Kombination mit den angeschlossenen Ortbetondeckenscheiben. Das Bauwerk ruht im Innenbereich und unter allen Wänden auf elastisch gebetteten Fundamentstreifen bzw. in Bereichen mit punktueller Lasteintragung auf Einzelfundamenten. Die komplette Tragkonstruktion wurde hinsichtlich der Feuerwiderstandsdauer in R90 ausgebildet.

Zum Witterungsschutz wurden im Bereich der Gebäudezugänge modulare Vordächer aus wannenartig geformten Betonfertigteilen passend zum Erscheinungsbild des Gebäudes ausgeführt. Hervorzuheben ist dabei die Ausführung der Vordachelemente, die aus Carbonbeton gefertigt wurden. Bei diesen Bauteilen übernehmen epoxidharzgetränkte Carbonfasermatten die tragende Funktion einer Bewehrung. Infolge der Korrosionsfreiheit des Baustoffes Carbon konnte die erforderliche Bauteildicke auf lediglich 3 cm reduziert werden. Die stark gewichtsreduzierten Elemente wurden nicht sichtbar an auskragenden Stahlträgern verankert.

Quelle

Laumer Ingenieurbüro GmbH, Autoren: Heinz Eberherr, Christoph Schmidhuber

Bildnachweis: Fotos: Sascha Kletzsch, München; Laumer Bautechnik, Massing / Pläne: Laumer Ingenieurbüro GmbH

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