Sichtbeton im Landschaftsgarten

Wohnhaus in Engelsbrand

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Architektur

Architekturbüro Stocker, Remshalden

Bauherr

privat

Projektbeteiligte

Dr. Hottmann, Schwäbisch Gmünd (Tragwerksplanung); Mürle Partner, Pforzheim (Technikplanung); Thomas Heumann Gartenanlagen, Weinstadt (Gartenplanung); Karl Köhler, Besigheim (Rohbauarbeiten), Westag & Getalit, Rheda-Wiedenbrück (Hersteller Schalung); Trägerschalung eigene Herstellung

Jahr

2009

Ort

Engelsbrand

Beschreibung

Inmitten des Nordschwarzwaldes, etwa 10 km von Pforzheim entfernt liegt die kleine Gemeinde Engelsbrand. Dort steht auf einem 92 Hektar großen Gelände ein markantes Bauwerk aus hellem Sichtbeton. Als zweiter Bauabschnitt ist es Teil einer komplexen Planung, bei der ein weiteres Wohnhaus mit Landschaftsgarten, Pavillons und Schwimmbecken entstehen sollen. Die Gestaltung des gesamten Areals stammt vom Architekten Florian Stocker aus Remshalden.

Zu Beginn der Planung legten die Bauherren zusammen mit dem Architekten entlang einer 250 m langen Achse verschiedene Orte fest, an der die Bauten entstehen sollten. Die erste Bauphase, Panta Rhei genannt, beinhaltete die Umwandlung eines bestehenden Wohnhauses in zwei Gebäude. Nachdem diese mit der Zeit zu klein wurden, entstand im zweiten Bauabschnitt ein weiteres Gebäude, der sogenannte Hexaeder. Der streng geometrische Baukörper bildet den Auftakt in das weitläufige Gelände. Er soll die Ursprünglichkeit der Landschaft künstlich fassen, um entlang der definierten „Sommersonnenwendachse" ins wilde Biotop überzuleiten.

Heller Sichtbeton prägt die Außenfassade des fünfgeschossigen Kubus. Während auf der Nordseite eine einzige Öffnung mit einem Oberlicht die Eingangsseite markiert, öffnen sich die Fassadenflächen auf der West-, Süd-, und Ostseite mit großen Fensterfronten. Dahinter befinden sich der Essplatz mit Küche, der Wohnraum und großzügige, offene und lichtdurchflutete Aufenthaltsbereiche. Im dritten und vierten Geschoss sind neben Privaträumen und Bädern auch Musik- und Bibliotheksbereiche angeordnet. Durch schmale, hohe Fenster und vertikale Lichtschlitze erhalten sie viel Tageslicht. Außerdem sind ihnen Terrassen zugeordnet, die hinter unterschiedlich großen Fassadeneinschnitten liegen.

Im Gebäudeinneren wechseln sich niedrige Geschosshöhen mit hohen Lufträumen ab. Gewendelte und gerade Treppenläufe führen aus der Garage in die oberen Geschosse und bis zur Aussichtsterrasse auf dem Dach. Kleinteilige Ausbauten wie beispielsweise ein Arbeitsplatz in der begehbaren Bibliothek, eine integrierte Sitzbank an der Kaminecke oder eine Sitznische in der Wand des Badezimmers schaffen Rückzugsräume im offenen Raumgefüge. Als Materialien wurden neben Sichtbeton, das Holz einer 200-jährigen vom Blitzschlag vor Ort gefällten Eiche, lokaler Maulbronner Sandstein sowie weitere lokal gewonnene Materialien verwendet.

Mit dem Garten mit Follies wurde zwischenzeitlich der dritte Bauabschnitt begonnen. Die wichtigsten Bezugsachsen der Außenanlagen sind angelegt und geben die Sicht auf die brandgerodete Hochfläche, den Engelsbrand, frei. Die Außengestaltung umfasst zwei Gartenbauwerke (Follies): Die sogenannte Villa Anseri, hinter der sich ein Gänsestall verbirgt sowie eine sieben Meter hohe Kettenschaukel, die Falsifikationsschaukel.

Beton

An die Sichtbetonfassade wurden höchste Ansprüche bezüglich der Oberflächenqualität und des Ankerbildes gestellt. Hergestellt wurde sie aus Ortbeton unter Verwendung von Hochofenzement, der eine helle Farbe und eine dichte und porenarme Oberfläche erzielt; der Zementgehalt beträgt 340 kg/m³. Aufgrund der geringen Wärmeentwicklung beim Abbinden hat der Beton eine geringe Neigung zu Spannungsrissen. Dem Beton wurden 40 kg/m³ Steinkohleflugasche zugegeben, um die Neigung des Hochofenzements zu Schlieren und Wasserläufern zu verringern. Die zweischaligen kerngedämmten Wandflächen wurden im Außenbereich hydrophobiert.

Schalung
Verwendet wurde eine eigens entwickelte und angefertigte Trägerschalung, die in drei vertikalen und je zwei horizontalen Betonierabschnitten umgesetzt wurde. Als Schalhaut wurde eine nicht saugende Furniersperrholzplatte mit einer Filmbeschichtung von 550 g/m² verwendet. Aufgrund der neben- und übereinander angeordneten Schalungsplatten sowie der vorgebenen Takte des Betonierens stellte die Herstellung durchgängiger Schalplattenkreuzfugen eine besondere Herausforderung dar. Ihre exakte Ausführung erforderte ein millimetergenaues Arbeiten.

Quelle

Baunetz Wissen Beton

Bildnachweis: Brigidá Gonzalez, Stuttgart

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