Präzise eingefügtes Passstück aus Stahl, Glas und Sichtbeton

Milstein Hall der Cornell University in Ithaca

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Architekt

OMA - Office for Metropolitan Architecture, New York

Bauherr

Cornell University, College of Architecture, Art and Planing (AAP), Ithaca

Projektbeteiligte

Robert Silman Associates, New York (Tragwerksplanung), DHV/Royal Haskoning, New York (Akustik); Tillotson Design Associates, New York (Lichttechnik); Martela Oy, Helsinki (Sitzmöbel); Scape Landscape Architecture PLLC, New York (Außengestaltung)

Jahr

2011

Ort

14850 New York, Ithaca, 943 University Ave

Beschreibung

Eine gute Vernetzung ist für Menschen ebenso wichtig, wie in der Architektur sinnvoll. Die Erweiterung für die Architekturfakultät, die School of Arts, Architecture und Plannung (AAP), der Cornell University von Rem Koolhaas und seinem New Yorker Büro OMA ist der gebaute Beweis dafür. Fernab der Ballungszentren der Ostküste liegt die renommierte Universität nahe der Stadt Ithaca im amerikanischen Bundesstaat New York. Mit ihrer 140-jährigen Geschichte ist sie eine der ältesten des Landes. Der Neubau der Milstein Hall war erforderlich geworden, weil die Bestandsgebäude marode waren und den heutigen Anforderungen nicht mehr genügten. Benannt ist sie nach dem mittlerweile verstorbenen Paul Milstein, einem ehemaligen Absolventen und dem Hauptsponsor des Erweiterungsbaus.

Die Architekturfakultät verteilte sich bislang auf die „Sibley Hall“, ein Gebäude aus dem Jahr 1884, und der 1912 fertiggestellten „Rand Hall“. Zwischen diesen befindet sich der dreigeschossige Neubau am Arts Quad, dem ältesten Teil der Universität. Sie beherbergt ein Auditorium mit 253 Sitzplätzen, eine Galerie, eine knapp 500 Quadratmeter große Präsentationshalle, „Critique Space“ genannt, eine Eingangslobby sowie einen offenen Arbeitsraum für 200 Studierende. Dieser ist in einem aufgeständerten Gebäudeteil untergebracht, der 14 Meter über der Zufahrtsstraße zum Institutsgelände auskragt und jeweils an die zweiten Geschosse der beiden Bestandsbauten anschließt und sie erstmals miteinander verbindet. Nach außen ist er großflächig verglast, nur im Bereich der Decken- und Bodenplatten mit vertikal gestreiften Platten aus türkischem Marmor in verschiedenen Grautönen verkleidet. Hinter der Glasebene verlaufen weiß lackierte Stahlraumträger, die der Aussteifung dienen. Im begrünten Dach sind 41 Oberlichter eingelassen, die für zusätzliches Licht sorgen und einen Blick in den Himmel erlauben.

Im Geschoss darunter wölbt sich der Boden über dem Herzstück der Erweiterung: der von außen kaum sichtbaren, im Inneren jedoch alles dominierenden Betonkuppel. Von der offenen Eingangslobby auf der Westseite des Gebäudes kommend, führt eine mittig angeordnete Treppe über den oberen Abschluss der Kuppel in den Arbeitsraum im ersten Obergeschoss, ein expressiver Betonsteg führt ins Untergeschoss. Dort sind die Präsentationshalle und das Auditorium untergebracht. Ersterer liegt unter der Kuppel, der Hörsaal dahinter. Dessen Sitzreihen sind auf der treppenförmig abgestuften Oberseite der Betonschale befestigt. Zusätzlich gibt es lose Sitzmöbel, die bei Bedarf entfernt werden können. Bedruckte Vorhänge mit Zitaten aus der Baukunst grenzen das Auditorium bei Bedarf ab. Auf der gegenüberliegenden Seite sind Öffnungen in die Kuppel geschnitten, über die Licht in den unterirdischen Präsentationsraum gelangen kann. Ergänzend wurde ein Kunstlichtsystem installiert, das sich den jeweiligen Tageslichtverhältnissen anpasst. Seitlich neben Auditorium und Saal befinden sich eine Galerie und eine Bibliothek. Eine durchgängige Erschließung der drei Geschosse übernimmt ein separat stehender, gläserner Treppenturm mit Aufzug.

Im Gegensatz zu den unverkleideten Stahlelementen des großen Arbeitsraumes im Obergeschoss sind die horizontalen Decken im Erdgeschoss mit dunkelgrauen Metallkassetten verkleidet. Alle anderen Oberflächen bestehen aus hellem Sichtbeton, die Böden sind mit Sichtestrich der gleichen Farbe bedeckt.

Beton

Die weite Auskragung des horizontalen Baukörpers wurde nur durch den kuppelförmigen Betonbau im Untergeschoss ermöglicht. Dieser ist in massiver Ortbetonbauweise erstellt. Treppenläufe und Sitzränge sind in die schrägen Flächen integriert. Als Schalung verwendete man großformatige, mehrschichtige MDF-Platten, in die im Zwölfstundentakt der Beton gegossen wurde. Die Aussparungen und elektrischen Auslässe für die Leuchtstoffröhren, die in einem Raster in der Kuppel angebracht sind, wurden zusammen mit der Sprinkleranlage in die Schalung integriert.

Vorm Haupteingang überspannt eine Brücke mit V-trägerförmigem Geländer aus Sichtbeton in einer Länge von 21,30 Meter den Kuppelsaal und führt direkt ins Auditorium bzw. in die Besprechungsräume des Untergeschosses. Statisch wirkt die Brücke als Aussteifung der gesamten Konstruktion. Heizung, Kühlung und Lüftung erfolgen über eine Betonkernkühlung in den Decken. Im Obergeschoss sind die haustechnisch notwendigen Rohre und Leitungen sichtbar zwischen den Stahlträgern untergebracht.

Quelle

Baunetz Wissen Beton

Bildnachweis: OMA und Cornell University: William Staffeld

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