Turm in Gleitbauweise

Getreidesilo Zur Schapfenmühle in Ulm

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BohrpfähleDauerhaftigkeitEnergieeffizienzGleitschalungsfertigerOrtbetonZement

Architekt

Seidel:Architekten, Ulm

Bauherr

Carl Künkele, Zur Schapfenmühle GmbH, Ulm

Projektbeteiligte

Peter und Lochner, Stuttgart (Statik); Matthäus Schmid Bauunternehmen, Baltringen (Bauausführung); Schwenk Zement, Ulm (Beton)

Jahr

2004

Ort

Ulm, Franzenhauserweg 21

Beschreibung

Das Getreidesilo der Schapfenmühle in Ulm ist mit 115 m eines der höchsten der Welt. Eine andere Alternative bot sich bei den beengten Platzverhältnissen nicht. Auf einer Grundfläche von etwa 10 x 15 m entstand ein schlankes Bauwerk von hoher gestalterischer und städtebaulicher Qualität, das der markanten Lage am Stadteingang gerecht wird.

Von dem Siloturm setzen sich das Treppenhaus mit seiner Gitterrostverkleidung und der höher gezogene Aufzugsschacht ab. Diese dreiteilige Gliederung verleiht dem Baukörper Spannung. Im Bauwerksinneren befinden sich 30 Silozellen, in denen verschiedene Getreidearten lagern. Die Produktionsebenen erstrecken sich bis zu einer Höhe von 44 m und nehmen verschiedene Maschinenanlagen auf, die sich präzise übereinander anordnen. Der Siloturm ist mit einer vorgehängten Metallverkleidung aus circa 3 x 3 m großen Platten versehen. An der Südseite des Gebäudes befindet sich eine fassadenintegrierte Photovoltaikanlage mit über 1.300 Dünnschichtmodulen. Dessen schwarze Fläche harmonisiert mit dem Grau der Metallfassadenverkleidung.

Beton

Der Turm zur Lagerung und Verarbeitung von Getreide muss hohen Anforderungen hinsichtlich der Statik und des Brand- und Explosionsverhaltens gerecht werden. Die Gründung besteht aus Großbohrpfählen von bis zu 25 m Länge, welche die extrem hohen Punktlasten des schlanken Bauwerkes aufnehmen. Den Pfahlrost und die Ebenen von -3,80 m bis etwa 6,50 m wurden in Ortbeton ausgeführt. Der restliche Turm entstand in der so genannten Gleitbauweise. Dabei bewegt sich eine vorgefertigte Stahlschalung durch pneumatisches Heben mittels Kletterstangen mit Hydraulik nach oben. Der Beton muss exakt auf das Verfahren abgestimmt und zusammengesetzt sein, so dass er eine ausreichende Standfestigkeit besitzt, sobald er die Schalung verlässt. Je nach Geometrie sind mit diesem Bauverfahren bis zu 5 m pro Tag herstellbar. Der 115 m hohe Siloturm wurde in zwei Betonierabschnitten von etwa je drei Wochen hergestellt.

Verwendet wurde hier ein Portlandkalksteinzement CEM II/A-LL 32,5 R, der sich durch eine besonders gute Verarbeitbarkeit, durch ein gutes Wasserrückhaltevermögen und durch seine helle Oberfläche auszeichnet. Von einer mitgeführten Nachlaufbühne mit abgehängten Planen wurde die frische Betonoberfläche durch Filzen nachbehandelt. Bedingt durch unterschiedliche Witterungsverhältnisse und Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht kann die Oberfläche leichte Unterschiede in der Farbigkeit aufweisen.

Quelle:

Bildnachweis: Seidel:Architekten, Ulm

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