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Antwerpens neues Provinzgebäude

Ein nachhaltiges Wahrzeichen

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ArchitekturEnergieeffizienzKonstruktionSichtbeton

Architektur

XDGA / Xaveer De Geyter Architects, Brüssel

Bauherr

Provinz Antwerpen

Projektbeteiligte

Tragwerksplanung: Bollinger + Grohmann, Frankfurt a. M./Brüssel
HLS-Planung: Studiebureau R Boydens, Brügge
Energieplanung: Transsolar, Stuttgart
Freiraumgestaltung: Michel Desvigne Paysagistes, Paris
BGF: 27 300 m²
BRI: 132 200 m³
Fertigstellung: September 2019

Jahr

2019

Ort

2018 Antwerpen, Koningin Elisabethlel 22

Konstruktionsmerkmale

Ein Hochhaus mit Spin-Effekt

Besonderheiten

Das Provinzhaus ist nach BREEAM als „Excellent“ zertifiziert.

Beschreibung

Der kompakte, skulpturale Turm des neuen Provinzgebäudes in Antwerpen ist ein Wahrzeichen der Baukultur und Nachhaltigkeit. Das Büro- und Verwaltungsgebäude aus Ortbeton setzt konsequent auf Energieneutralität.

Ein Hochhaus mit Spin-Effekt

Die Gewinner des Wettbewerbs, das Brüsseler Architekturbüro Xaveer De Geyter Architects (XDGA), machten aus der Komplexität der Wettbewerbsaufgabe eine Tugend, indem sie das neue Provinzbegäude als skulpturales Gebäude mit einer charakteristischen Torsion entwarfen, das den zu erhaltenden Pavillon stützenfrei als Brücke überspannt und gleichzeitig die neu geschaffene durchgängige Parklandschaft in einen Vor- und Hintergarten teilt. Da die Stadt Antwerpen im Laufe des weiteren Entwicklungsprozesses auf den Erhalt des Pavillongebäudes verzichtete, ersetzten XDGA dieses durch ein verglastes Kongressgebäude, das unter dem neuen Gebäude platziert ist. Um eine Verschattung der Nachbargebäude durch das neue, 15-geschossige und 59 Meter hohe Provinciehuis zu verhindern, entschied sich XDGA, das Volumen über acht Etagen nach Süden hin ausschwingen zu lassen, mit der Nordwestecke als Drehachse. Jede Etage, von +3 bis +10, dreht sich ein wenig weiter zurück. Gleichzeitig wird die Breite der Etagen um einen Bruchteil reduziert, so dass die resultierende Gesamtfläche genau dem vorgegebenen Bedarf von 27.300 m² entspricht. Dieser Spin-Effekt ist dramatisch: Das neue Gebäude windet sich buchstäblich in die Höhe, es trotzt als monochromes weißes Volumen der Schwerkraft.

Das Provinzhaus ist nach BREEAM, dem Bewertungssystem für ökologische und soziokulturelle Aspekte der Nachhaltigkeit von Gebäuden, als „Excellent“ zertifiziert und das Nonplusultra in puncto Nachhaltigkeit. Die Fassade ist lediglich zu 40 % verglast. Gleichzeitig wird durch die Reduzierung der Fensterflächen die sommerliche Wärmeeinstrahlung reduziert, verhindert eine Überhitzung des Gebäudes und trägt so zu einem niedrigen Energieverbrauch bei. Das Passivhaus ist völlig unabhängig von fossilen Brennstoffen.

Für das Energiespeichersystem wurden 350 Bohrlöcher bis zu einer Tiefe von 350 Metern in den Baugrund unterhalb der Tiefgarage eingebracht. Das Speichersystem ist damit das größte, das bisher in Belgien errichtet wurde. Ein geschlossenes hydraulisches System zieht im Winter mittels einer Wärmepumpe Wärme aus der Erde und nutzt die niedrige Erdtemperatur im Sommer zur Kühlung.

Beton

Die auf dem Schenkel stehenden Betondreiecke wurden auf der Baustelle als Ortbeton verbaut. Besondere Herausforderung beim Einbau dieser 35 cm dicken Betondreiecke war, dass keines dieser Dreiecke dem anderen gleicht. Durch die Torsion der Fassade bedingt verfügt jedes der verbauten Dreiecke über eine eigene Form. Erst ein speziell entwickeltes Schalungssystem, mittels dessen die jeweiligen dreidimensionalen Krümmungen eines jeden Dreiecks berücksichtigt werden konnten, ermöglichte den Einbau des Konstruktionsbetons vor Ort.

Der Beton wurde beim Provinciehuis in drei verschiedenen Farbnuancen verbaut: als grauer, normaler Sichtbeton für die technischen Räume und die Tiefgarage, als schwarzer Sichtbeton für die beiden vertikalen Betonkerne mit Aufzügen und Treppenhäusern und als heller Sichtbeton für die nach innen hin nicht verkleideten charakteristischen Sichtbeton-Dreiecke sowie die Raumdecken.

Zur Außenseite hin wurden die Betondreiecke mit einer Isolierung sowie mit speziellen Putzträgerplatten verkleidet, die aus einem Kern aus Portlandzement und Zuschlagstoffen bestehen und beidseitig mit einem Glasgittergewebe armiert sind. In die Oberflächen dieser Platten wurden ca. 10 Millionen kleine, kreisrunde, weiße Glasmosaiksteine eingelassen, wodurch der Fassade eine helle, feine Haptik verliehen wird. Die Fenster sind darin perfekt bündig eingepasst und verleihen dem Gebäude die charakteristische, abstrakt anmutende glatte monolithische Gestalt.

Bildnachweis: © XDGA-Matthias Van Rossen / Provincie Antwerpen|XDGA

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