Skulpturale Sichtbetonkeile aus 800 Tonnen Stahl und 1.300 m³ Beton

Centro Roberto Garza Sada in Monterrey

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Architekt

Tadao Ando, Architect & Associates, Osaka

Bauherr

Universidad de Monterrey (UDEM)

Projektbeteiligte

<b> </b>Lend Lease Australia, Millers Point (Projektentwicklung und Ausführung, Generalunternehmer)

Jahr

2013

Ort

66238 San Pedro Garza García, Av. Ignacio Morones Prieto 4500 Pte

Beschreibung

Obwohl mittlerweile nicht mehr der Jüngste, scheint der Schaffensdrang des japanischen Architekten Tadao Ando ungebrochen. Rund um den Globus entwickeln er und sein Team aufsehenerregende Bauwerke, zuletzt das Centro Roberto Garza Sada (CRGS) für die Universidad de Monterrey (UDEM) im Nordosten Mexikos. Der nach einem ehemaligen Förderer der Universität benannte Neubau beherbergt die Fakultät für Kunst, Architektur und Design, die als erste Adresse für Studenten dieser Fachbereiche in Lateinamerika gilt.

Dem kargen Gebirgszug der nahen Sierra Madre Oriental setzten die Architekten einen massiven, zweigeteilten Betonbau entgegen, dessen beiden Teile keilförmig ineinandergreifen und mittig ein großes dreiecksförmiges Tor entstehen lassen, von Ando „Gate of Creation“ genannt. Die schräge Unterseite des einen Keils ist glatt, die andere fächerförmig abgetreppt und darüber hinaus abgerundet ausgebildet (Abb. 4). Alle anderen Oberflächen der Betonhaut sind glatt geschalt. Lichtschlitze, die im Verhältnis zum gewaltigen Bauvolumen extrem schmal erscheinen, sind die einzigen Öffnungen in den Längsfassaden des Universitätsgebäudes. Insgesamt weist es eine Länge von 99 Metern und eine Breite von 27 Metern auf, die Gebäudehöhe beträgt rund 30 Meter, die Gesamtfläche 13.115 Quadratmeter.

An der Stirnseite im Westen ist eine fast gebäudehohe Öffnung eingeschnitten, die den Bau längs in zwei Hälften teilt. Dazwischen sind in der offenen Mitte Treppen, Lichthöfe und das halbrunde Auditorium angeordnet; mit Glasgeländern gesicherte Brücken und geschlossene Querriegel verbinden die Süd- mit der Nordhälfte auf verschiedenen Ebenen. Die „Fuge“ ist das Zentrum der Fakultät. Wind und Wetter durchstreifen sie und machen das Innenleben von außen sichtbar. Das verteilt sich auf sechs, jeweils 5,40 Meter hohe Ebenen, auf denen Arbeits- und Seminarräume, Ausstellungsflächen und Cafeterien, Hörsäle und Verwaltungsräume für 1.500 Studenten und Angestellte untergebracht sind.

Erschlossen wird der Bau über einen zweigeschossig verglasten Eingang am unteren Ende des Gebäudeeinschnitts auf der Westseite. Von hier führt eine Treppe in das darüberliegende Geschoss, von wo aus bereits das Auditorium sichtbar wird. Dieses spannt sich als nach unten als halbkegelförmig ausgebildeter Körper außermittig über die Gebäudefuge. Zwei Zugänge verbinden es mit den Längshälften; auf einer liegt es aus statischen Gründen auf. Rund um das Auditorium verlaufen weitere Treppen in die oberen Geschosse.

Energiekonzept
Sämtliche Wärme- und Kälteerzeuger sowie die Beleuchtung werden bedarfsgerecht mittels Sensoren über die Gebäudesystemtechnik gesteuert. Sie sorgt nicht nur für die jeweils klimatisch besten Arbeitsbedingungen pro Raum, sondern passt auch den Energieverbrauch genau auf den tatsächlichen Bedarf an. Daneben trägt das Haus selbst zur Energieeinsparung bei. Die Gebäudemasse dient als Speicher, die Aluminiumfenster sind mit Isolierverglasungen bestückt, die den Wärmeverlust verringern. Auf der Südseite verhindert eine Zweischeibenwärmeschutzverglasung in Kombination mit einer automatischen Jalousienanlage ein zu starkes Aufheizen der Räume durch direkte Sonneneinstrahlung.

Beton

Wie bei anderen Gebäuden von Tadao Ando, ist auch in Monterrey die Ausführung des Sichtbetons nahezu perfekt. Für die in Ortbeton errichteten Außenwände sowie die Längswände zur Gebäudefuge hin verwendete man glatte, nicht saugende Schaltafeln im Format 4,50 x 1,50 m. Die Herstellung der hyperbolisch geformten Gebäudeunterseite mit ihrer treppenartigen Struktur in Längsrichtung stellte einen enormen Schalungsaufwand dar, zumal sämtliche Ecken scharfkantig ausgearbeitet wurden. Zur hohen Qualität des Betons tragen das genaue Mischungsverhältnis von Beton zu Wasser, die optimierte Anordnung von Bewehrungsstahl und Abstandshaltern sowie die Abstände der Bewehrungsstäbe untereinander bei. Der geringe Wasseranteil des Betons macht ihn beständig und sorgt für eine lange Haltbarkeit. Betoniert wurde in einem Schritt ohne Betonierabschnitte. Mehr als 800 Tonnen Stahl und 1.300 m³ Beton wurden verbaut.

Das statische System basiert auf einem Stützenraster von 9,00 m. In Querrichtung ergeben sich damit drei Zwischenräume, längs sind es elf. Vier Hauptträgerrahmen in Längsrichtung steifen die Struktur aus und stabilisieren den Bau.

Neben der wahrlich großzügigen Verwendung von Sichtbeton kommen in einigen Innenräumen Granit für die Böden und Holzpaneele an Trockenbauwänden und abgehängten Decken zum Einsatz; einige Wände sind auch verputzt. Die meisten Böden bestehen jedoch aus poliertem, epoxidharzbeschichtetem Beton, der Innenausbau des Auditorium besteht aus Betonfertigteilen. Die Kosten für den Fakultätsneubau betrugen 33 Millionen Euro.

Quelle

Baunetz Wissen Beton

Bildnachweis: Cortesy of UDEM / Roberto Ortiz (1-5), Jorge Taboada (6,7)

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