Reduzierter Formenkanon

Ateliergebäude Singen

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DauerhaftigkeitFlachdachSchalungSichtbeton

Architekt

Beat Consoni AG Architekt BSA SIA Horn, St. Gallen/CH

Bauherr

Heinrich Schwing, Singen

Projektbeteiligte

Baustatik Relling, Singen (Tragwerksplanung); Mühlherr-Wagner, Stockach (Baufirma)

Jahr

2002

Ort

Ledergasse, Singen

Preise

Architekturpreis Beton 2005 - Lobende Erwähnung

Beschreibung

Das Gebäude ist minimalistisch-konsequent im guten Sinne. Die reduzierte Architektursprache steht in der Tradition Schweizer Architektur, die sich von Anfang an mit dem Beton als überwiegenden Baustoff auseinandersetzte. Begonnen hat die Liebe zu dem einfachen Material wahrscheinlich mit dem Atelier 5 und der Siedlung Halen bei Bern. Mittlerweile kam eine Reihe von weiteren Berührungspunkten, Anregungen und Strömungen aus der internationalen Architekturszene hinzu, die aber eher die Bindung zum Beton vertiefte.

Die Reihe der Architekten, die in ihrem Werk exemplarisch Beton verwendeten, ist beliebig lang. Individualisten sind sie allemal, die Diener & Diener, Herzog & de Meuron, Morger, Degelo, Zumthor, Bearth & Deplazes. Und eben Beat Consoni, der mit einem ähnlich unverwechselbaren Formenkanon wie Valerio Olgiati seine Bauten in den Kontext der Umgebung setzt, ohne sich einzuschmeicheln, aber auch ohne Zusammenhänge zu zerstören. Das Schulhaus in Au von Consoni ist eines dieser wunderbaren Beispiele, die in einem ländlichen Ort moderne Architektur ohne Berührungsängste neben regional beeinflusste Gebäude setzt.

Beton

Die geradlinigen Formen, die ihren Beton immer nackt und bloß zeigen, sind dabei im Detail sowohl sensibel wie auch kraftvoll zugleich. Sucht das Schulhaus in Au bedingt durch seine leicht erhöhte Lage Verbindung zur gesamten Umgebung und macht dies deutlich durch Fensteröffnungen und -bänder, Auskragungen und Ausrichtung, so orientiert sich das Ateliergebäude auf eine intime, hofähnliche Situation, die zu einem bestehenden Haus in Beziehung gesetzt wurde.

Das Gebäude besteht aus Erdgeschoss und erstem Stock. Nahtlos gehen die Betonwände ins Flachdach über. Über die gesamte Länge des Ateliers von sechzehn Metern verläuft ein Oberlichtschlitz. Im Innern wird das Spiel von Enge und Weite, bedingt durch den hohen offenen Raum und die Seh- und Lichtöffnungen von Fenstern und Oberlichtern, zur anregenden Inspiration. Rückzug und Öffnung, Kontemplation und Kommunikation sind gleichermaßen möglich. Die sichtbaren grauen Betonflächen ermöglichen wegen ihres neutralen Charakters ein für viele Anlässe gleichermaßen angemessenes Ambiente.

Die Jury war angetan von dem Gebäude, das „mit einfachsten Mitteln, großer Sorgfalt in der Planung und höchster Präzision in der Ausführung“ errichtet wurde, und lobte die kontemplative Qualität im Innern. Bemerkenswert fand sie auch die sorgfältige Gestaltung des Umfelds aus Kiesschüttung und Rasenfläche und hob die scharfkantigen Fensterausschnitte und ihre Proportionierung und Skalierung für die Außenansicht hervor.

Quelle

BETON PRISMA 85 - Beiträge zur modernen Architektur, Bundesverband der Deutschen Zementindustrie e.V., Berlin

Bildnachweis: Frank Müller, Gottmadingen

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