Individueller Charakter

Wohnwer(f)t im Rheinauhafen in Köln

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Architekt

Oxen + Römer und Partner, Hürth-Efferen

Bauherr

Baufeld 18: modernes köln GmbH
Baufeld 20: moderne stadt GmbH

Projektbeteiligte

Stephan Kögeler (Projektleiter); IB Kleinjohann, Köln (Tragwerksplanung); Generalunternehmer Wiemer & Trachte AG, Köln (Baufirma)

Jahr

2005

Ort

Köln, Anna-Schneider-Steig

Preise

Architekturpreis Beton 2005 - Lobende Erwähnung
Architekturpreis Zukunft Wohnen 2007

Beschreibung

Es ist kaum zu glauben: Nach Jahrzehnten der Diskussion, des zögerlichen Baubeginns, nimmt nun langsam das Gebiet des Kölner Rheinauhafens Gestalt an. Viele städtebauliche Konzepte wurden entwickelt und wieder verworfen. Schon seit Jahren lag an einsamer Spitze, wie ein Bollwerk im Strom, das Schokoladenmuseum, von Hans Imhoff für Stollwerk in Auftrag gegeben und im Oktober 1993 fertig gestellt. Daneben entstand Ende der Neunziger das Deutsche Sport & Olympia Museum. Wurde das Schokoladenmuseum mit dem ehemaligen Hauptzollamt verbunden, so ist es hier die alte Zollhalle 10, die man zum Sportmuseum umbaute. Weiter südlich liegen die Speichergebäude der Aggripinawerft, eines der frühen Stahlbetonbauten in Deutschland, 1909 vom Architekten Hans Verbeek entworfen, das vom Volksmund gerne „Siebengebirge“ genannt wird. Hier wandelt man die ehemaligen Lagerräume für gehobenen Wohnbedarf um. Mit dem Projekt wurden die Kölner Architekten Kister Scheithauer Gross betraut, die mit viel Gespür für die einmalige Lage großzügige Grundrisse entwarfen und mit zusätzlichen Fassadeneinschnitten auf der Rheinseite für mehr Licht im Innenraum sorgten. Zu den Highlights Schokoladenmuseum (Fritz Eller) und Sportmuseum (Walter van Lom & Partner) setzten die Architekten Gatermann + Schossig die Umbauten des historischen Bayenturms zum FrauenMediaTurm und des Hafenamtes. Der Bayenturm, im 2. Weltkrieg zum großen Teil zerstört, wurde wieder aufgebaut und im Innern den neuen Funktionen angepasst. Das Hafenamt erhielt einen Neubau, der den Altbau mit dem historischen Lokschuppen verbindet. Zeichnet die bisher fertig gestellten Objekte hauptsächlich die Auseinandersetzung mit der vorhandenen Bausubstanz aus, so konnten die Architekten Oxen + Römer das Ensemble im Rheinauhafen durch einen kompletten Neubau ergänzen. Gradlinig erstreckt es sich an der Kaimauer und nimmt die Flucht der alten Lagerhallen auf. In Höhe der Hochwasserschutzmarke wird eine Mauer entlang der Ladenzone im Erdgeschoss vorgesehen, die den Arkadengang vom Plateau separiert und als Sitzgelegenheit dienen kann. Das Erdgeschoss mit seinen Flächen für Gewerbe und kleinere Lagereinheiten wird rheinseitig zurückgesetzt. Die fünf Gebäudeeinheiten erhalten durch die Fahrstuhltürme senkrechte Zäsuren zum Fluss hin. Bis zu fünf Geschosse nehmen mit ihren Vor- und Rücksprüngen von Loggien und Balkonen das Spiel von Licht und Schatten auf. Die Glasfassaden sind im Prinzip zweischichtig. Eine erste einfach verglaste Haut schließt die Loggien von außen ab, dahinter liegt die thermische Fassade. Das so zum Wasser hin entstehende „grüne Zimmer“ kann über Schiebefenster geöffnet und geschlossen werden. Mit den vor- und zurückspringenden Baukörpern wurden über die individuell festgelegten Loggien Wohnsituationen geschaffen, die dank der großzügigen Verglasung atelierähnlichen Charakter haben. In Verbindung mit ein- oder zweigeschossigen Wohnebenen und unterschiedlich großen Wohnflächen wurde ein abwechslungsreiches Angebot geschaffen. Durch das Prinzip des Durchwohnens haben alle Wohnungen den attraktiven Blick auf den Strom.

Beton

In seiner Materialität, so die Jury des Architekturpreises Beton, wirkt das Gebäude auf verschiedenen Wegen qualitätvoll. Ist es zum Rhein hin eine Figuration von hohem Erinnerungswert, so zeigt sich nach Westen zur Speicherstraße hin eine ruhige Lochfassade, ohne dabei den besonderen Charakter aufzugeben. Die Verfasser schufen, so die Jury weiter, mit der Aufgabenstellung Wohnwerft einen bemerkenswerten Beitrag zur Artikulation zeitgenössischen Wohnens. Ein zweiseitig signifikant lineares Gebäude zeigt sich zur Stadt hin und zum Rhein hin eigenwillig prägnant und doch in unterschiedlicher Weise. „Auf wohltuende Art werden vor- und zurückspringende Öffnungen und darauf reagierende Grundrisskonstellationen zu einem lebenswerten Ganzen. Alles in allem ein Beitrag zur modernen Architekturdiskussion, von dem man sich wünschte, mehrere Beispiele davon zu haben.“

Quelle

BETON PRISMA 85 - Beiträge zur modernen Architektur, Bundesverband der Deutschen Zementindustrie e.V., Berlin

Bildnachweis: Rudolf Menk, Krefeld

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