Betonkubus mit Aussicht

Villa Ronco s Ascona/CH

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Architekt

Martin Wagner, Carona/CH

Bauherr

privat

Projektbeteiligte

ATP, Zürich/CH (Ingenieure); Dornbracht

Jahr

2006

Ort

Ascona, Schweiz

Beschreibung

Auf einem der letzten bebaubaren Grundstücke entstand die Villa Ronco an einem terrassierten Hang am Lago Maggiore. Die gesamte Architektur des Hauses ist auf seine Lage und die sich bietenden Ausblicke ausgerichtet. Um das Grundstück zu erreichen, mussten zunächst eine lange Treppenanlage sowie eine Seilbahn errichtet werden. Eingeschränkt durch die Grundstückgrenzen des Nachbarn und dem bewaldeten unteren Hangabschnitt entwickelte der Tessiner Architekt Martin Wagner eine dreieckige Gebäudekubatur. In diese Form integriert er ein Haupt- und ein Gästehaus, dazwischen ist eine Terrasse angeordnet. Die Gebäudeteile werden durch die zusammenhängende Dachform des Dreiecks zu einer Einheit verbunden, so dass die gesamte Anlage wie aus einem Guss wirkt. Über der offenen Loggia bildet sich ein "offenes" Dreieck, das durch einen hohen freispannenden Träger seine Außenkante erhält. Von der Seite betrachtet scheint das Haus mit einem Flachdach ausgestattet zu sein. Hinter den hochgezogenen Wandflächen zeigt sich jedoch eine differenzierte Dachlandschaft. Das mit einem Pyramidendach aus Kupfertitanzink gedeckte Haupthaus nimmt Bezug zu den benachbarten Häusern, das Gästehaus und die rückseitig gelegenen Serviceräume haben ein begrüntes Flachdach.

Das Wohnhaus wird über eine Treppe an der äußeren Ecke des Dreiecks erschlossen. Von dort betritt man einen Vorraum, der außer einem horizontalen Schlitz über der Wasserfläche des Schwimmbades keine Fenster aufweist. Sich nun auf der Hauptebene befindend, gelangt man in den großzügigen Wohnraum mit raumhoher Fassade, die den Blick über die Wasseroberfläche des Pools, auf den Lago Maggiore und die beiden Inseln von Brissago freigibt. Die gleiche Aussicht bietet sich von den Schlafräumen im darüberliegenden Geschoss, mit dem Unterschied, dass hier der Blick durch die Terrassenstruktur eingerahmt ist. Damit hat jedes Zimmer ein individuelles Bild. Die Küche ist in einer Nische unter der Treppe eingebaut. Sie ist durch eine Wandtafel mit dunkler Oberfläche, die der Bauherrin, einer Grafikerin, als Board für Notizen dient, abgetrennt. Die rückseitige Küchenwand ist als Bar mit Spiegel ausgebildet, der die Landschaft reflektiert und nochmals verdeutlicht, wie stark die Außenwahrnehmung die Struktur des Hauses prägt. Im Gästetrakt bietet sich der Ausblick von einem Fensterschlitz auf Sitzhöhe, ansonsten sind die Wandflächen aus Beton geschlossen.

Beton

Vorherrschendes Material für die Fassade und die tragenden Wände dieses außergewöhnlichen Hauses ist unbehandelter Beton. Während der Gästetrakt komplett aus zweigeschossigen Wandflächen besteht, liegt im Haupthaus das zweite Geschoss als Betonkubus auf der Glasfassade, gehalten von einer Stahlrohrstütze gegen den Sitzplatz und der Ostfassade.

Die äußeren Abmessungen des dreieckigen Gebäudes betragen 32 x 15 x 27 m, seine Wandstärken sind 42 cm stark. Diese bestehen von außen nach innen aus 20 cm dicken Wänden aus hellem Ortbeton, 12 cm Dämmung, 8 cm Ziegel und 2 cm Putz. Die Einteilung der Schaltafeln strukturiert die Außenfassade, ebenso die regelmäßigen Ankerlöcher. Für die Fenster wählte der Architekt Aluminiumprofile. Die Fußböden bestehen zum Teil aus gewachstem Beton z.B. im Wohnraum oder aus geöltem Holz. Die südliche Fassade dient der passiven Sonnenenergienutzung mit dem Wasserspiegel als Reflektor.

Quelle

Baunetz Wissen Beton

Bildnachweis: Martin Wagner, Carona

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