Genialer Lokus

Toillettenhaus aus Stampfbeton in Lauterhofen

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Dauerhaftigkeit Ortbeton Schalung Stampfbeton

Architekt

BERSCHNEIDER + BERSCHNEIDER GMBH
Architekten BDA + Innenarchitekten BDIA, Pilsach bei Neumarkt i.d.OPf.

Bauherr

Golfclub Lauterhofen e. V.

Projektbeteiligte

HeidelbergCement AG, Heidelberg (Beton); Christian Distler GmbH, Deining-Oberbuchfeld (Sanitär); Karl Streb GmbH, Berching (Spiegel und Glas); Stefan Schleip Schlosserei, Neumarkt i.d.OPf. (Metallbau); Rupp Rudolf GmbH, Seubersdorf i.d.OPf. (Blitzschutz); Hewi Heinrich Wilke GmbH, Bad Arolsen und BGN Gleichauf, Neumarkt i.d.OPf. (Einrichtungsgegenstände)

Jahr

2012

Ort

Lauterhofen

Konstruktionsmerkmale

Massivbau

Besonderheiten

Stampfbeton ohne Armierung

Beschreibung

Stil am stillen Ort zeigt das neue Klohäuschen bei Loch 14 auf dem Golfplatz in Lauterhofen in der Oberpfalz. Vorstand und Architekt Johannes Berschneider hat für seinen Club einen passgenauen Plan entworfen. Mit Stampfbeton haben er und elf befreundete Golfer und Freizeit-Betonbauer die bemerkenswerte Toilettenbox realisiert.

Wie eine Skulptur steht sie in der Landschaft: Schicht um Schicht zeigt die archaische Toilettenbox an der Fassade die historische Bauweise. Grauer Stampfbeton, bewusst derbe Holzoberflächen und verspiegeltes Glas sind die reduzierten Materialien dieses Kleinods im Green. Stampfbeton geht bekanntermaßen auf die alten Römer zurück. Im Golfclub Lauterhofen haben Mitglieder mit dieser bewährten Technik ein Toilettenhaus erbaut, wie es kein zweites geben dürfte. Seit Peter Zumthor in Köln das Kolumbia Museum erbaut hat, ist Stampfbeton in der Architektur wieder en vogue. In Lauterhofen entspricht der Beton der typischen Farbe des oberpfälzer Juragesteins. Folgerichtig liegen jetzt auch die beim Aushub freigelegen Kalksteinbrocken als Natursteinboden im Innenraum. Ein Baum, der am Standort gefällt werden musste, lieferte das Holz für die Eingangstür, die geradlinig in der Form, mit bewusst derber Oberfläche ausgeführt wurde. Das Waschbecken ist eine antike Viehtränke und entstammt einem Bauernhaus des Areals. So fügen sich Materialien und zeitgeschichtliche Dokumente des Ortes zu modernen Sanitärobjekten und rahmenlosen Glasflächen und ergeben gemeinsam ein bemerkenswertes Zusammenspiel.

Beton

Für die nötigen Baustoffe und Einrichtungsgegenstände konnte der Verein Sponsoren gewinnen. Durch freiwillig geleistete Arbeitsstunden wurde der kleine Betonbau kostenneutral realisiert. Die traditionelle Stampfbetontechnik erfordert keine Armierung. Die Standfestigkeit der Wände ergibt sich durch die stete Verdichtung der einzelnen Betonschichten. Sie erfolgt mittels Stampfen, das die Golfer - in Variation zur historischen Bauweise - unter Zuhilfenahme ihrer Driver bewerkstelligten. Eher symbolisch denn als Bewehrung wurden einige der alten Schläger in die Wandflächen einbetoniert. Die einzelnen Betonierabschnitte und der Abdruck der Brettschalung sind gut ablesbar und verstärken den archaischen Charakter. Im Vorfeld waren zwecks Festigkeit und Betonrezeptur Probewürfel gefertigt worden. Ohne Fließmittel oder Verfestiger wurde der natürliche Beton vor Ort mit relativ grober Gesteinskörnung in den von der Mannschaft jeweils zu bewältigenden Chargen gemischt. Wer größere Bauten aus Stampfbeton plant, kann diese natürlich auch mit Transportbeton ausführen lassen. Hierfür werden von Betontechnologen spezielle Betonrezepturen konzipiert, die entsprechende Fließmittel, eventuell Farbpigmente sowie Verzögerer integrieren. So kann die gewünschte Stampfbetontechnik auch durch eine versierte Rohbaufirma professionell ausgeführt werden.

Insgesamt erforderte der Bau in Lauterhofen fünf Arbeitsgänge, die einzelnen Betonlagen konnten, gut gewässert, auch an verschiedenen Tagen übereinander eingebracht werden. Nur für die Betondecke in WU-Qualität waren Bewehrungseisen erforderlich. Die Entwässerung des Betonquaders erfolgt über ein Aluminium-Profil mit Speier, das Regenwasser versickert im Waldboden. Auch die Glasflächen mit der Spiegelfolie sind puristisch an den Beton gefügt. Sie wurden mit Winkeln in betonierte Falze und Fugen eingebracht und die Übergänge versiegelt. So ist nirgends ein störender Rahmen oder Winkel sichtbar. Im Innern sorgt die Verglasung für besten Panoramablick und wahrt dennoch die Intimität des stillen Örtchens.

Bildnachweis: Erich Spahn/BetonBild

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