Klare Betonformen schaffen städtischen Raum

Sparkasse in Ulm

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SichtbetonStadtplanung

Architektur

Stefan Braunfels Architekten, München/Berlin; Projektleiter: Johannes Hanf

Bauherr

Sparkasse Ulm

Projektbeteiligte

Scheer und Klimke, Ulm (Tragwerksplanung); August Gassmann + Grossmann, Stuttgart (Bauleitung)

Jahr

2006

Ort

Ulm, Hans- und Sophie-Scholl Platz 2

Beschreibung

Der Neubau für die Sparkasse schließt eine durch den Zweiten Weltkrieg entstandene Lücke in der Altstadt von Ulm und formuliert an dieser zentralen Stelle neuen städtischen Raum. Auf der einen Seite befinden sich das Ulmer Münster und das Stadthaus von Richard Meier, auf der anderen das mittelalterliche Rathaus und die Neue Stadtbibliothek von Gottfried Böhm. Das Sparkassengebäude gliedert sich in zwei Riegel, die sich im spitzen Winkel durchdringen und zur Rathausplatzseite einen Spalt belassen: eine gläserne Fuge.

Die Lichtfuge nimmt die zentrale Erschließung der Geschäftsräume und Büros auf und setzt so den Gebäudeinnenraum und den Außenraum auf dem Rathausplatz in ein spannungsvolles Verhältnis. Der Wechsel des Gefüges vollständig verglaster Fassaden und mehr kubischen, geschlossenen Baukörpern und deren kecke Durchdringung bringt eine dynamische Architektur hervor, die durch die Asymmetrie der gestaffelten und teils überkragenden Bauglieder in ihrer Wirkung noch gesteigert wird - ein Kontrapunkt zur eher langweiligen Nachkriegsmoderne der Umgebung.

Beton

Johannes Hanf, Projektleiter im Büro Braunfels, beschreibt den Umgang mit dem Baustoff Beton wie folgt: „Ähnlich wie bei der in München entstandene Pinakothek der Moderne und den Bundestagsbauten in Berlin ist der Ausgangspunkt für die Wahl des Material Betons die Vision einer begehbaren Skulptur, die - anders als ‚freie’ Bauskulpturen wie z.B. von Zaha Hadid - zwar streng geometrisch, aber genauso monolithisch ‚aus einem Stück gegossen’ gestaltet werden sollte“. Die Sparkasse und das ebenfalls von Stefan Braunfels Architekten gestaltete Geschäftshaus „Münstertor“ in Ulm sind fugenlos in Beton gegossen.

Die konstruktiven Möglichkeiten - weite Spannweiten, auskragende, also nahezu ‚schwebend’ wirkende Massen - erfordern üblicherweise Stahl- oder Spannbeton und nicht den hier gewählten Sichtbeton. Ausschlaggebend für die Wahl, war der Wunsch, den Beton auch zu zeigen: seine Farbe und Tiefenstruktur, die Möglichkeit, Masse und Materialität ‚unverkleidet’ auszudrücken, die Bauteile wie Wand, Decke und Stützen authentisch zu zeigen und so das Innere, das ‚Wesen’ des Bauwerks darzustellen.

Quelle

Baunetz Wissen Beton

Bildnachweis: Zooey Braun, Stuttgart

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