Umbau auf Europas größter Bergehalde

Sonnenuhr mit Obelisk, Halde Hoheward

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Architekt

Prof. Pridik + Freese Landschaftsarchitekten, Marl; Bauplan GmbH Wagner + Partner, Gelsenkirchen

Bauherr

Regionalverband Ruhr, Essen

Projektbeteiligte

R. Beckmann und L. Scheidtmann GmbH

Jahr

2005

Ort

Herten/Recklinghausen

Beschreibung

Im Süden der Städte Herten und Recklinghausen entsteht als Gemeinschaftsprojekt mit dem Regionalverband Ruhr, den Städten Herten und Recklinghausen sowie der Deutschen Steinkohle AG der Landschaftspark Emscherbruch mit einer Fläche von rund 750 Hektar. Seinen Kern bildet die Bergehalde Hoheward mit einer Grundfläche von etwa 160 Hektar, die teilweise bereits rekultiviert ist und nach dem Gestaltungskonzept „Neue Horizonte“ von Prof. Henri Bava, Agence Ter Karlsruhe, gestaltet wird. Zusammen mit der benachbarten und bereits rekultivierten Halde Hoppenbruch entsteht hier die größte Bergehaldenlandschaft Europas.

Die Schüttung auf der Halde Hoheward wird voraussichtlich in wenigen Jahren abgeschlossen sein. Bis dahin soll hier ein attraktiver Landschaftsraum mit hoher Aufenthaltsqualität und vielen Erholungsmöglichkeiten für die Bevölkerung entstehen. Dazu wird die Halde Hoheward in mehreren Ebenen erschlossen. Rundum wird die so genannte Ringpromenade mit einer Länge von über sieben Kilometern angelegt, die die Städte Herten und Recklinghausen miteinander verbindet. Auf die Halde und bis auf den höchsten Punkt in 100 Metern Höhe führen Serpentinenwege. Den Kernring bildet die so genannte Balkonpromenade, die auf halber Höhe die gesamte Halde auf einer Strecke von sechs Kilometern umrundet. An wichtigen Punkten werden insgesamt elf Stahlplattformen als Balkone errichtet, die den Ausblick in die Landschaft und in die Nachbarschaft gewährleisten. Insgesamt entstehen 20 Kilometer neue Wege für Spaziergänger und Radfahrer.

Krönung des ersten Bauabschnitts auf dem östlichen Haldengipfel ist in rund 100 Meter Höhe der Obelisk aus Edelstahl, den ein Helikopter abgesetzt hat. Er steht als Schattenwerfer auf einer riesigen Sonnenuhr, die nach dem Vorbild des Solariums des römischen Kaisers Augustus gestaltet wurde. Die Idee hierzu stammt vom Initiativkreis Horizontalastronomie im Ruhrgebiet e.V.

Beton

Der 8,50 Meter hohe Obelisk wirft seinen Schatten auf eine kreisrund mit weißen Betonsteinen befestigte 3.000 Quadratmeter große Fläche mit einem Durchmesser von 62 Metern. Um die Lesbarkeit der Sonnenuhr zu gewährleisten, war eine sehr helle Oberfläche des Pflasters unerlässlich. Zudem musste es versickerungsfähig sein, weil die Fläche abweichend von der DIN als Sonderbauwerk mit waagerechter Ausprägung mit null Prozent Gefälle anzulegen war. Bei der Flächenbefestigung fiel die Wahl des Planungsbüros Prof. Pridik + Freese auf das versickerungsfähige Aquasix Pflaster in hellem Granitton, das vom Stein+Design Hersteller Metten aus Overath geliefert wurde.

Besondere Anforderungen wurden an die Maßhaltigkeit der Steine gestellt. Denn nach dem Verlegen der gesamten Fläche sägte eine mit zwei Diamantschneidern ausgerüstete Spezialschneidemaschine, die eigens ausgeschrieben und angefertigt worden war, in einem präzisen Parallelschnitt 20 Zentimeter breite Streifen aus der vollständig geschlossenen Fläche heraus. Nach Berechnungen der Sternwarte Recklinghausen wurden dazu in einem Abstand von 30 cm Absteckpunkte auf der Fläche eingemessen, diese markiert und der entstandene Bogen von der Maschine abgefahren. Die Streifen wurden anschließend mit schwarzen Basalt-Natursteinen im Format neun mal neun Zentimeter ausgelegt. Mithilfe der auf diese Weise entstandenen Bänderungen – die Stunden- und Datumslinien der Sonnenuhr -, kann der Betrachter Datum und wahre Ortszeit ablesen. Wie dies funktioniert, zeigen ihm zahlreiche in die Platzfläche eingelassene Erläuterungstafeln aus Edelstahl.

Bildnachweis: Stein+Design

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