Ein Beton – fünf Oberflächen

Sägerbrücke in Dornbirn

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Architekt

Architekturwerkstatt Dworzak-Grabher, Lustenau (Hugo Dworzak, Julia Kick, Angela Amann)

Bauherr

Land Vorarlberg / Stadt Dornbirn

Projektbeteiligte

SSD Beratende Ingenieure, Röthis (Tragwerksplanung); Nägele Hoch- und Tiefbau, Röthis (Beton); Manfred Remm, Dornbirn (Lichtplanung); Hubert Lampert, Götzis (Kunst)

Jahr

2016

Ort

6850 Dornbirn, Stadtstraße

Beschreibung

Die neue Sägerbrücke über die Dornbirner Ache ist Platz und Knotenpunkt des öffentlichen Nahverkehrs zugleich. Sie ersetzt einen Vorgängerbau von 1963, dessen Sanierung nicht wirtschaftlich gewesen wäre. Die Planer der Architekturwerkstatt Dworzak-Grabher aus Lustenau erhielten den Auftrag, den hochfrequentierten Ort neu zu definieren.

Das Material Beton war vom Landesstraßenbauamt vorgegeben, die Gestaltung und Oberflächenbeschaffenheit jedoch konzipierten die Architekten. Im Mittelpunkt ihrer Überlegungen stand das Ziel, die Bedeutung der Brücke sowohl in funktioneller Hinsicht als Bushaltestelle, als auch ihren emotionalen Stellenwert als Tor zum Stadtzentrum sichtbar zu machen. Sie sollte wie aus einem Guss wirken und einige Meter breiter werden, als ursprünglich vorgesehen. Damit der Verkehr während der Baumaßnahmen weiterfließen konnte, musste die Brücke in zwei Abschnitten errichtet werden.

Das Ergebnis überzeugt. Die Zonen für Kraftfahrzeuge, Fahrräder und Fußgänger ergeben mit den zu Brüstungen hochgezogenen Rändern eine gestalterische Einheit. Darin fügen sich auch die Überdachungen der Haltestellen auf jeder Straßenseite ein, die aus der Grundfläche herauszuwachsen scheinen. Die geringen Niveauunterschiede zwischen Fahrbahn, Mittelstreifen und Fußgängerweg lassen einen Platz entstehen, dessen Mittelpunkt eine hoch aufragende Skulptur des Künstlers Hubert Lampert bildet. Lediglich die unterschiedlichen Betonoberflächen grenzen die Zonen für die verschiedenen Verkehrsteilnehmer voneinander ab. Als Knotenpunkt des öffentlichen Nahverkehrs ist die Sägerbrücke ein Ort des Verweilens. Neben den Sitzbänken an den Haltestellen ermöglichen partielle Holzabdeckungen über den Betonbrüstungen den Rückzug aus den befahrenen Bereichen.

Beton

Während der Unterbau vom Landesstraßenbauamt vorgegeben war, tüftelten die Planer beim Überbau an einer Rezeptur, die neben den statischen auch die gestalterischen Anforderungen erfüllt. Die Wahl fiel auf einen Beton der Druckfestigkeitsklasse C30/37 und der Expositionsklasse B7 (nach ÖNORM B 4710-1), der auch für Bauteile geeignet ist, die Taumitteln direkt ausgesetzt sind. Seine Rezeptur basiert auf einem Portlandhüttenzement mit Gesteinskörnungen aus feinem Sand und hellem Splitt, unter anderem einem grob gekörnten norwegischen Granit mit einem Größtkorn von 16 mm. Zur Aufhellung wurde dem Beton Titandioxid mit einem Anteil von 6% am Zementgewicht beigemischt. Der Wasserzementwert des Betons entspricht 0,5. Generell galten für die Oberflächenausbildung die Anforderungen der österreichischen Richtlinie „Sichtbeton – geschalte Oberflächen“ (Sichtbetonklasse SB3).

Im Bereich der Fahrbahnen für den Autoverkehr kam Waschbeton zum Einsatz, dort, wo die Busse halten, sind die Betonoberflächen gestockt. Die Wege für Fußgänger und Radfahrer, der Mittelstreifen sowie die horizontalen Brüstungsflächen hingegen sind sandgestrahlt, sodass die Körnung – wie bei einem Terrazzo – sichtbar wird. Um die Haltestellen bildet sandgestrahlter und leicht angeschliffener Beton eine Art Teppich für die Wartehäuschen, während die Dachunterseiten geschliffen und poliert wurden, um die künstliche Beleuchtung durch die Lichtbänder in den Sitzbänken optimal reflektieren zu können. Sämtliche Sichtbetonoberflächen wurden hydrophobiert. -chi

Quelle

Baunetz Wissen Beton

Bildnachweis: Günter König Fotografie, Dornbirn

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