Konstruktion aus Glasfaserbeton

Pavillon des AA Design Research Laboratory in London/GB

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BetondesignFaserbetonKonstruktion

Architekt

Alan Dempsey u. Alvin Huang (Design)

Bauherr

AA Design Research Laboratory, London/GB

Projektbeteiligte

Yusuke Obuchi, Patrik Schumacher, London/GB (Projektleitung); Ingenieurbüro Adams Kara Taylor (Hanif Kara), London/GB (Statik); Rieder Smart Elements GmbH, Maishofen/A (Glasfaserbeton)

Jahr

2008

Ort

London/GB, Bedford Square

Besonderheiten

Konstruktion aus 13 mm glasfaserverstärkten Betonplatten (fibreC)

Beschreibung

Als Teil der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum des AA Design Research Laboratory wurden alle Absolventen und Studenten zu einem Designwettbewerb für einen Pavillon eingeladen. Die Wettbewerbsausschreibung verlangte nach einer innovativen Struktur mit 13 mm dicken, glasfaserverstärkten Betonplatten, die normalerweise nur zur Verkleidung dienen, hier jedoch als tragende Elemente zur Konstruktion eines 10 m x 10 m x 5 m großen abbaubaren Pavillons eingesetzt werden sollten. Seit jeher steht die Konstruktion von Pavillons an der vordersten Front architektonischer Experimente. Da sie lediglich provisorischer Natur sind und keinem festen Zweck dienen, können Pavillons, so wie andere naturgroße Prototypkonstruktionen auch, als reine Demonstration dafür realisiert werden, wie Baumaterialien gefertigt, organisiert, gestaltet und zusammengefügt werden können. Sie gelten als wichtiges Mittel, um aktuelle Praktiken in Frage zu stellen und der Architektur den Weg in die Zukunft zu weisen. Da die Vorgaben des Projekts eine Verwendung der fibreC-Platten vorsahen, die über den gewöhnlichen Einsatzzweck hinausging, mussten zahlreiche Musterplatten an ein technisches Labor geschickt werden, um sie einer Reihe von Leistungstests zu unterziehen. Mithilfe dieser Tests konnten die statischen Eigenschaften des Materials in Zahlen festgehalten und dann in ein dreidimensionales statisches Simulationsmodell integriert werden, das von Hanif Kara und seinem Team des designorientierten Ingenieurbüros Adams Kara Taylor aus London realisiert wurde. Dieses dynamische Strukturmodell wurde dann als Basis zur Entwicklung des Designs herangezogen. Das Design stammte von Alan Dempsey (AADRL 2002) und Alvin Huang (AADRL 2004), den Gewinnern eines Wettbewerbs, der unter allen 354 Absolventen von AADRL sowie den derzeitigen Studenten ausgetragen wurde. Ihr ursprüngliches Design, als formfreier Entwurf mit dem Rhino-3D-Modellierwerkzeug erstellt, wurde in ein parametrisch gesteuertes numerisches 3D-Modell umgesetzt, das dessen Geometrie und statischen Eigenschaften integrierte und dabei die formale Qualität des ursprünglichen digitalen Entwurfs aufrechterhielt.

Beton

Der Pavillon besteht aus einer unterbrochenen Muschelstruktur mit einer Spannweite von 10 m, konstruiert aus glasfaserverstärkten Betonelementen, die als Tragwerk, Fassade, Boden, Wände und Einrichtung fungieren. Der Glasfaserbeton fibreC stößt durch das Design des Pavillons an neue technische Grenzen, so dass ein ausführliches Prototyping und Materialtests während des Designentwicklungsprozesses unabdingbar waren. Beim Zusammenfügen der einzelnen Betonprofile machte man sich die Zugfestigkeit von fibreC zunutze und entwickelte eine einfache, ineinander greifende Kerbverbindung, die mit einer passgenau hergestellten Gummidichtung zusammengehalten wird. Der Einsteckwinkel der einzelnen Verbindungen verändert sich über die ganze Struktur kontinuierlich. Der gesamte Entwicklungsprozess stützte sich auf digitale und physische 3D-Modelle. Zum Abschluss wurde durch rigorose Anwendung des Constraint Modelling und Skripting-Verfahrens eine Kontrolle aller 856 individuellen Profile und 2000 Verbindungen gewährleistet. Schließlich wurden die Elemente ausgehend von digitalen Modellen unmittelbar mit CNC-Wasserstrahlschneidanlagen aus 13 mm dicken, flachen Standardplatten aus fibreC-Beton und 15 mm dicken Weichstahlplatten gefertigt. Der gesamte Pavillon weist keinen einzigen rechten Winkel oder sich wiederholende Standardmodule auf. Dafür verfügt er über eine kohärente und komplexe Geometrie, die eindringliche visuelle Bewegungseffekte sowie verschachtelte transparente Muster erzeugt – dies alles durch einfache Steckverbindungen zwischen den einzelnen flachen fibreC-Platten.

Quelle

Bilder und Textmaterial mit freundlicher Genehmigung von opuc C | 3.2008

Bildnachweis: opus C / glaeslephoto cologne

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