Zweitgrößtes Parkgebäude in Deutschland

Parkhaus „P 20“ am Flughafen in München

Architekt

Koch und Partner, München

Bauherr

Flughafen München GmbH, Vertreten durch die Flughafen München Baugesellschaft (FMBau)

Projektbeteiligte

Ed. Züblin AG (Generalunternehmer); Ed. Züblin AG, Technische Büros der 'Zentralen Technik' (Tragwerksplanung); Flughafen München GmbH und Deutsche Lufthansa AG (Projektsteuerung)

Jahr

2003

Ort

München, Terminalstraße Mitte / Terminal 2

Konstruktionsmerkmale

Stahlbeton-Misch-Konstruktion und Stahlverbund-Konstruktionen, vorgespannte Elementdecken mit Aufbeton

Besonderheiten

Weiße Wanne mit Rückverankerung

Beschreibung

Mehr als 34 Millionen Fluggäste zählte der Flughafen München in 2007, über 40 Millionen sind für 2010 prognostiziert. Um dem riesigen Passagier- und Verkehrsaufkommen gerecht zu werden, setzten die Betreiber frühzeitig auf eine systematische Ausweitung des siebtgrößten Flughafens in Europa. Im Zuge des Neubaus des neuen „Terminals 2“ entstand das hochmoderne und architektonisch anspruchsvolle Parkhaus „P 20“. Mit einem Fassungsvermögen von rund 6.400 Plätzen auf 11 Ebenen ist das „P 20“ heute das zweitgrößte Parkgebäude in Deutschland.

Das quadratisch angelegte Parkhaus untergliedert sich im Grundriss in zwei Bereiche: den viergeschossigen „unterirdischen“ Bereich mit Erdüberschüttung, Feuerwehrzufahrt und parkähnlicher Landschaftsgestaltung und den viergeschossigen „unterirdischen“ Bereich mit sechsgeschossigen Hochbau und Dachgeschoss. An den vier Gebäudeecken befinden sich jeweils zwei in Betonbauweise erstellte Auf- und Abfahrtsspindeln, über die der gesamte PKW-Verkehr fließt. Je zwei großzügige Lichthöfe und zwei Lichtgräben sorgen dafür, dass viel Tageslicht in die unteren Parkhausebenen gelangt und sich das Parkhaus hell und freundlich präsentiert. Auch die Außenbereiche aller Fahrspindeln und die Fluchttreppenhäuser erfahren eine außergewöhnliche Akzentuierung – Glaslamellen erzeugen hier ein „futuristisches“ Flair und ergeben ein harmonisches Gesamtbild. All diese baulichen und gestalterischen Facetten ermöglichen, dass sich das P 20 nahtlos in das architektonische Gesamt-Konzept des neuen Abfertigungs-Terminals 2 - mit dem markanten (MAC) München Airport Center - einfügt.

Beton

Die bis zu 12 m tiefe Baugrube wurde als wasserdichte Baugrubenumschließung mit Wasserhaltung realisiert. Bei der Ausführung der Bodenplatte und der aufgehenden Umschließungswände entschieden sich die Projektplaner für das Konzept der Weißen Wanne. Ein gutes Indiz für die riesige Dimension des Bauprojekts sind die Maße der Beton-Bodenplatte: Der monolithisch hergestellte „Koloss“ ist 175 m x 170 m groß, knapp 90 cm bis 1 m stark und wurde in 16 Betonierabschnitten mit Größen von 920 m2 bis 2.470 m2 hergestellt.

Zu beachten war beim Bau auch Folgendes: Da der Lastabtrag aus den darüber liegenden Parkdecks über Stützen im Raster 4,80 m x 16,80 m erfolgt, waren unter den Stützenreihen breite Vouten bis zu einer Plattenstärke von 1,35 m gefordert. Auch unter den Ein- und Ausfahrtspindeln, die unter anderem die Windlast abzutragen haben, wurde die Plattenstärke der Betonelemente örtlich erhöht. Da die Weiße Wanne mit den aufgehenden Parkgeschossen durch zu geringe ständige Last in einigen Bereichen nicht auftriebssicher war, bot sich ein dauerhafte Rückverankerung durch GEWI-Pfähle an. Des Weiteren wurden die umschließenden Wände (ca. 540 m) wurden in die Bodenplatte eingespannt.

Auch im Bereich der Parkdecks setzten die Planer auf Beton als Haupt-Baustoff. Die Parkdecks bestehen in den unteren vier Geschossen aus einer Stahlbeton-Misch-Konstruktion mit viergeschossigen Fertigteilstützen, vorgespannten Fertigteilunterzügen und vorgespannten Elementdecken mit Aufbeton. Bei der Realisierung der darüber liegenden Geschosse des Hochbaus kamen Stahlverbund-Konstruktionen mit Stützen, Verbundträgern und ebenfalls vorgespannten Elementdecken mit Aufbeton zum Einsatz. Die vertikale Erschließung des Parkgebäudes schließlich erfolgte über vier gewendelte Rampen, die zusammen mit weiteren Wandscheiben die Aussteifung der Parkdecks sichern.
Das gesamte Rampenbauwerk besteht aus einem robusten inneren Betonzylinder,
der vorab in Gleitbauweise erstellt wurde und den gewendelten, geschalten Decken sowie Fertigteilstützen und -brüstungen im Außenbereich. Zur Entzerrung des Bauablaufs wurden ebenfalls alle Treppenhäuser des elfgeschossigen Hochbaus in Gleitbauweise erstellt.

Eine Besonderheit stellt auch die Aussteifung der „Tiefgarage“ dar. Diese erfolgt über Betonfachwerke, Elementwände und einem Schubanschluss der Decken an die Wand der Grundwasserwanne. Die Betonfachwerke aus Fertigteilen wurden – den Brandschutzbedingungen folgend – nach größtmöglicher Offenheit der Parkdecks für die Querbelüftung, konzipiert. Die Treppenhäuser der viergeschossigen „Tiefgarage“ wurden als „Hohlwände mit Ortbetonergänzung“, so genannten Elementwänden, errichtet.

Quelle

Nachveröffentlichung aus der im Kleffmann-Verlag erscheinenden Zeitschrift Euro Parking mit freundlicher Genehmigung der Redaktion

Bildnachweis: Ed. Züblin AG, Stuttgart

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