Schlafen im Betonufo

Museumotel L’Utopia in Raon L’Etape/F

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BetonskulpturenSchalungWärmedämmung

Architektur

<span class="ff1 cf1 fs20">Pascal </span>Häusermann (1936 - 2011), Zürich/CH

Bauherr

SARL Museumotel, Râon-L’Étape<b>
</b>

Jahr

1967, 2010

Ort

88110 Râon-L’Étape, Rue Jean-Baptiste Demange

Beschreibung

Geheimnisvoll, irritierend und auf jeden Fall einzigartig sind die bewohnbaren Betonkapseln des Museumotel L´Utopia in Raon L'Etape, einem kleinen Ort in den französischen Vogesen. Fast scheint es, als hätten Außerirdische sie auf der kleinen Insel im Flüsschen Plaine vergessen. Aber nicht von einem anderen Planeten, sondern aus der Schweiz stammt der Architekt Pascal Häusermann, der die neun Unterkünfte im Jahr 1967 für den Hotelier M. Thierry entworfen hat. Dahinter steckte die Idee, günstigen Wohnraum für alle zu schaffen, ohne baurechtliche Zwänge und jenseits von Massenabfertigung. Damals noch Motel L'Eau Vive genannt, dienten die Betonkapseln 20 Jahre als Hotel. Bis 1988 von verschiedenen Besitzern geführt, verfielen sie im Laufe der Zeit immer mehr und standen schließlich leer. Das änderte sich erst 2006, als Bruno Tourmen und vier weitere Häusermann-Verehrer sich zusammenfanden, die Anlage samt Insel kauften und liebevoll renovierten.

Nachdem die Eiche-rustikal-Einrichtung herausgerissen, und die blasenförmigen Betonzellen mit auf Flohmärkten aufgetriebenem Originalinterieur aus den 1960er-Jahren neu eingerichtet waren, öffnete das Hotel ein Jahr später als Museumotel L'Utopie. Es besteht aus sechs kleinen Baukörpern für zwei Personen (20 m²), drei großen für fünf Übernachtungsgäste (30 m²) und einem zweigeschossigen Hauptgebäude (135 m"), in dem sich die Rezeption und der Frühstücksraum befinden, außerdem einem Zierbassin und einem großen Garten. Keine der sogenannten Bubbles gleicht der anderen – sie heißen Pop Art, Love, Zen oder Chlorophylle, der Veranstaltungsraum Mojo. Obwohl unterschiedlich eingerichtet, zeugen alle vom Zeitgeist der Sechzigerjahre, von Freiheit, Liebe und Frieden. Die Zeitreise in diese Welt ist unbedingt empfehlenswert.

Bis zu seinem Tod im Jahr 2011 verfolgte Pascal Häusermann die Renaissance seiner futuristischen Ferienanlage mit großem Interesse. Es war das einzige Hotel von ihm. Daneben plante der experimentierfreudige Verfechter der Zellen- und Schalenhäuser zahlreiche Einfamilienhäuser aus Holz, Beton und Plastik, schuf eine Freizeitanlage, ein zerlegbares Theater und entwickelte außerdem die sogenannten „Domobiles“, linsenförmige Wohnzellen aus vorfabrizierten Plastikelementen.

Beton

Schnell, günstig und aus Beton – das war das Konzept, nach dem die Wohnkapseln entstanden sind. Das Schalentragwerk besteht aus einem doppelten Metallgitter aus 6 bis 8 mm starkem Bewehrungsstahl, das auf einer Bodenplatte aus Beton fixiert wurde. Der Hohlraum zwischen den Gittern wurde mit expandiertem Polysterol gefüllt und mit einem Metallgewebe umhüllt. Anschließend wurde der Beton erst auf der Außenseite, danach von innen auf die Hülle gespritzt. Auf der Innenseite folgt eine Abdichtung aus Kunstharz, dann die Wärmedämmung aus Polyurethan, abschließend ein Rauputz. Die Ausführung erfolgte durch ein lokales Bauunternehmen.

Im Zuge der Sanierung wurde der Beton gereinigt und schadhafte Stellen ausgebessert. Die alten Fenster sind entfernt und durch neue mit Zweifach-Isolierverglasung ersetzt worden. Außerdem sind die Badezimmer inzwischen komplett erneuert, ebenso wie die gesamte Gebäudetechnik. Anstelle der alten Ölheizungen wird die Wärme nun mit Kaminöfen erzeugt.

Quelle

Baunetz Wissen Beton

Bildnachweis: SARL Museumotel - SCI Modules

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