Hochleistungsbeton mit hohem Säurewiderstandsvermögen

Mischwasserkanal Alexanderplatz in Berlin

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BetonrohreHochleistungsbetonWasserbau

Bauherr

Berliner Wasserbetriebe

Projektbeteiligte

Berding Beton GmbH; Beton- und Rohrbau C. F. Thymian GmbH & Co. KG; STRABAG AG Berlin-Brandenburg; Gildemeister GmbH & Co. KG, Hans Lemme GmbH & Co. KG

Jahr

2006

Ort

Berlin, Alexanderstraße

Besonderheiten

säureresistenter Hochleistungsbeton

Beschreibung

Im Zuge der Bauarbeiten des ALEXA Shopping- und Freizeitcenters am Berliner Alexanderplatz ist auch der Untergrund völlig neu gestaltet worden. Unter anderem wurden Wasser-, Abwasser-, Strom-, Fernwärme-, Gas- und Telekommunikationsleitungen vom Baufeld in die angrenzende Alexanderstraße verlagert. Kernstück ist ein rund 450 m langer Mischwasserkanal aus Stahlbetonrechteckprofilen mit Trockenwetterrinne im XXL-Format.

Beton

Neben den enormen Außenabmessungen von 4,20 m x 3,30 m und einer Baulänge von 2,65 m verfügen die 38 Tonnen Schwergewichte über eine weitere produktionstechnische Besonderheit. Die bei der BERDING BETON GmbH, einem Mitgliedsunternehmen der Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre e.V. (FBS) gefertigten Stahlbetonfertigteile bestehen aus einem neuartigen säureresistenten Hochleistungsbeton mit hohem Säurewiderstandsvermögen, dessen Einsatz eine aufwändige und teuere Korrosionsschutzauskleidung überflüssig machte. Ebenso bemerkenswert: Die aufgrund der gekrümmtem Kanaltrasse notwendige hohe Anzahl an Bögen und Krümmerbauwerken konnte mit einem Sondervorschlag des Rohrherstellers deutlich reduziert werden.

Die Fertigteile für den Mischwasserkanal wurden in offener Bauweise in einer durch Berliner Verbau und Spundwände gesicherten Baugrube auf einer rund 1,50 m starken Sohle aus Unterwasserbeton verlegt. Im Anschluss entstand ein 25 m langes und 8 m breites Regenüberlaufbecken aus Ortbeton, von dem aus das Abwasser in ein Pumpwerk gelangt und ein Regenüberlaufkanal, der aus 31 Normteilen und 6 Bogenstücken besteht. Auch diese Bauteile verfügen mit ihren Außenmaßen von 5,10 m x 3,10 m und einer Baulänge von 2,13 m über enorme Abmessungen.
Stahlbetonprofile aus Hochleistungsbeton in diesen gewaltigen Dimensionen setzten die Berliner Wasserbetriebe bei diesem Bauvorhaben erstmalig ein. Bei dem Baustoff handelt es sich um einen speziell für den Einsatz in aggressiven Kanalatmosphären entwickeltes Produkt, das eine aufwändige und kostenintensive Korrosionsschutzauskleidung überflüssig macht.

Für die Produktion der Rechteckquerschnitte wurde das BERDING Werk in Schermbeck zusätzlich mit neuen Schalungssätzen, Untermuffen und einer Verdichtungseinheit mit einzeln und in Gruppen frequenzgeregelt ansteuerbaren Flaschenrüttlern ausgestattet. Gefertigt wurde im Zweischichtbetrieb. Auf diese Weise konnten pro Tag bis zu vier Fertigteile hergestellt werden.
Der reine Betoniervorgang eines Bauteiles mit einem Betonvolumen von 15 qm dauerte ca. eine Stunde. Nach acht Stunden wurden die Fertigteile ausgeschalt und nach weiteren 16 Stunden von der Untermuffe abgehoben. Für das Handling im Werk und auf der Baustelle waren die Teile mit jeweils sechs Kugelkopfankern ausgestattet. Bei der Produktion der für die gebogene Trassenführung notwendigen Krümmer konnte der Rohrhersteller mit einem Sondervorschlag weiter punkten. 14 der ursprünglich geplanten 22 Segmente mit einer Achsabwinklung = 3° wurden in eine Anzahl von Schrägspiegelteilen aufgelöst. Hierbei wurden die Untermuffen um 0,5° entsprechend der erforderlichen Richtung der Abwinkelung schräg gestellt. Mit der Aneinanderreihung von bis zu sechs monolithisch gegossenen Schrägspiegelteilen konnten alle Krümmer von 0,5° bis 3,0° realisiert werden.

Lediglich 50 Arbeitstage standen für die Verlegung der 204 Stahlbetonfertigteile in der Berliner Alexanderstraße zur Verfügung. Aufgrund des straffen Terminplans mussten täglich bis zu sechs Kanalsegmente auf die Baustelle geliefert werden. Auch die Rahmenbedingungen vor Ort stellten höchste Ansprüche an das logistische Konzept. Das zeitliche Limit für das Eintreffen der Schwertransporter an der Einbaustelle lag bei 20 Uhr. Auch eine Zwischenlagerung auf der Baustelle war aufgrund der eingeschränkten Platzverhältnisse nicht möglich. Deshalb wurden die Fertigteile entsprechend der Vorgaben des Verlegeplans praktisch vom Transporter in die Baugrube gehoben und montiert.

Bildnachweis: BERDING BETON GmbH

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