Speisen im Grünen

Mensa des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums Leverkusen

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Betonkernaktivierung Nachhaltigkeit

Architekt

Kastner Pichler Architekten, Köln

Bauherr

Gebäudewirtschaft der Stadt Leverkusen

Projektbeteiligte

Statik / Bauphysik: Spiessbach-Gerhards-Berg GmbH, Köln
Haustechnik/Elektrotechnik: Ingenieurbüro Brieden, Bergisch Gladbach / IBS Ingenieurbüro, Brühl

Jahr

2011

Ort

Leverkusen, Morsbroicher Str. 77

Konstruktionsmerkmale

Stahlbetonmassivbau mit Pfosten-Riegel-Fassaden aus Aluminium

Besonderheiten

Aufwertung des Bestands, vorbildlicher Schulbau

Preise

Auszeichnung Schulbaupreis Nordrhein-Westfalen 2013
Auszeichnung guter Bauten BDA Bergisch-Land 2014
Heinze Architekten Award, Faszination Nichtwohnbau, Shortlist 2015

Beschreibung

Aus der Vogelperspektive betrachtet sieht das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium im Leverkusener Stadtteil Schlebusch wie ein locker zusammengefügtes Steckspiel aus rechtwinklig gezackten Baukörpern aus. In dem denkmalgeschützten Ensemble aus den 1960er Jahren werden derzeit gut 1.200 Schüler und Schülerinnen unterrichtet. In den 1980er Jahren kam eine Dreifachsporthalle hinzu, ein karger Zweckbau, der wenig Charme versprühte und zum Schulhof hin mit einer geschlossenen Wand eher abweisend auftrat.

Diese unglückliche Situation wussten Kastner Pichler Architekten ins Positive umzukehren, als sie 2011 neben der Sanierung des Bestands die Schule um eine Mensa erweiterten. Vorausgegangen war ein Direktauftrag auf der Basis eines Vorentwurfs der Stadt Leverkusen, den die Architekten allerdings vollkommen umkrempelten: Statt wie vorgesehen einen Solitärs auf dem Schulhof zu bauen, stellten sie ihr neues Gebäude quasi Rücken an Rücken direkt an die fensterlose Fassade der Sporthalle. Zum Hof öffnet sich der Ergänzungsbau mit einer raumhohen Glasfront – die unnahbare Halle geht nun in einladendes Gebäude über.

Das Gesamtmuster des Schulensembles stört der Anbau nicht, sondern schreibt es im Gegenteil fort. Der Haupteingang zur Mensa liegt dem zum Schulbau gegenüber, er ist überdacht und bildet so einen geschützten Treffpunkt. Mittig liegt der „Sommereingang“, der eine direkte Verbindung zwischen dem Essbereich drinnen und dem Schulhof darstellt. Die Anlieferung erfolgt hingegen zur Straße hin: Schüler und Lieferanten kommen sich also nicht ins Gehege. Bestand und Neubau liegen rechtwinklig zueinander und fassen zusammen mit einer Baumreihe am Westrand des Grundstücks eine begrünte, großzügige Freifläche ein, wo je nach Wetter ebenfalls Tische und Stühle aufgebaut werden: „Speisen im Grünen“, nennen das die Architekten. Das Motiv setzen sie im Inneren der STEINCafé genannten Mensa mit leuchtend grünen Wänden fort, das Mobiliar ist schlicht weiß. Der Charakter des Areals hat durch den Ergänzungsbau deutlich gewonnen – es ist ein neues Zentrum für das gesamte Ensemble entstanden.

Beton

Das freundschaftliche Verhältnis zwischen der spröden Dreifachsporthalle und dem frischen Anbau haben die Architekten dadurch gestärkt, dass sie eben nicht einen Körper dazugestellt haben, der alles anders machen will. Der schmale Riegel trumpft nicht auf; er ist sogar etwas niedriger als die Sporthalle. Man nimmt die beiden Gebäudeteile beinahe als Einheit wahr, denn die Planer nahmen die schlichte Form des Bestands auf und wählten auch das gleiche Material, nämlich eine Stahlbetonkonstruktion.

Entlang der raumhohen Verglasung stehen die Betonstützen im gleichen Rhythmus wie die außen sichtbaren der Sporthalle. Auch die Decke besteht aus Sichtbeton. Erst ein wenig zurückgesetzt im Raum steht wie ein großes Möbel die grüne Betonbox des eigentlichen Essbereichs, sodass sich der Übergangsstreifen unmittelbar hinter der Glashaut deutlich absetzt.

Die Jury, die der neuen Mensa eine Auszeichnung des Schulbaupreises 2013 aussprach, begründete ihre Entscheidung unter anderem mit dem Energiekonzept. Das umfasst eine ausgetüftelte Haustechnik mit Wärmerückgewinnung, hochdämmenden Fensterprofilen aus Aluminium sowie den Hauptbaustoff: Beton trifft auf Beton, Speichermasse auf Speichermasse, was sowohl im Sommer wie im Winter positive Auswirkungen auf das Raumklima hat.

Quelle

Christina Gräwe für EINSATEAM

Bildnachweis: Carl Brunn, Aachen / Konstantin Pichler, Köln

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