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sich inspirieren.

Modellierte Betonfassade

Kunstgalerie in Uetikon am See/CH

Architektur

Baier Bischofberger Architekten, Zürich/CH

Bauherr

Galerie Bischofberger, Uetikon am See/CH

Projektbeteiligte

NOE-Schaltechnik Georg Meyer-Keller GmbH + Co. KG, Süssen (Schalung); Element AG, Veltheim (Fertigteile); Mettler & Partner AG, Zürich (Lichtplanung)

Jahr

2007

Ort

Uetikon am See/CH

Besonderheiten

Beton-Noppen hergestellt aus PU-Strukturmatrizen, Verwendung von SV-Beton, Beton-Fertigteile

Beschreibung

Man mag es Kunsthalle oder Galerie nennen, ins Auge sticht als erstes die ungewöhnliche Fassade. Riesige Noppen prägen das Erscheinungsbild respektive die Hülle des Gebäudes, in dem eine weltweit tätige Galerie in Uetikon unweit des Zürichsees ihre wertvollen Kunstschätze zur Schau stellt.

Mit einem Durchmesser von 16 cm und einer Tiefe von rund 8 cm stehen die Noppen wie riesige Saugnäpfe aus dem Betongrund, der sich um den Baukörper schmiegt. Als privates Kunstmuseum erfüllt diese ehemalige Fabrikhalle nun ihren Zweck und mit ihrem Shed-Dach, dessen gewaltige Oberlichter die Ausstellungsräume mit Tageslicht fluten, blinzelt dieses Relikt aus vergangener Zeit in die Gegend. Und aufgrund einer originären Lichttechnik scheint in der Dunkelheit der Beton mit seiner genoppten Fassade gar zu kochen oder zu brodeln.

Eine genoppte Betonfassade als Gebäudehülle spiegelt im Zusammenspiel von Ästhetik und Funktionalität moderne Baukultur wider, wobei zum einen mit den Betonnoppen der raue Industriecharakter nach außen sichtbar, zum anderen aber auch der Schutzcharakter dieser Gebäudehülle bildhaft gemacht werden soll. Schließlich sollen Bauwerke im Verständnis der Architekten nicht nur die regionaltypische Baukunst abbilden, sondern auch ihrer Nutzung sowie ihrem Ursprung optisch gerecht werden.

Beton

Die Fertigteile fügen sich zu dieser genoppten Fassade, die sowohl beim Rastermaß als auch beim Ausschalen eine besondere Herausforderung darstellte. Von der Temperatur abhängige geringfügige Längenänderungen im Polyurethan mussten durch Streckung oder Stauchung der Matrizen aufgefangen werden. Schließlich dulden die Noppenreihen weder einen Versatz noch eine Unterbrechung. Und mit der gleichen Exaktheit waren auch die Fertigteile zu versetzen, um Fugen- und Noppenraster Millimeter genau in Einklang und die Stoßfugen auf ein einheitliches Maß zu bringen. Schließlich durften die Noppen durch die Fuge nicht durchtrennt, sie mussten jeweils um die Noppen geführt werden.

Auf 40 Meter Fassadenlänge und einer Höhe von rund acht Metern gingen die Strukturmatrizen als Sonderanfertigung mit 4 x 4 Metern für die Fertigteile der Fassade in die Fertigteilproduktion. Vor allem die Riesen-Noppen mit ihrem Durchmesser von 16 cm und einer Tiefe von 8 cm führten zu einem verstärkten Saugverhalten der Strukturmatrizen beim Ausschalen. Zusätzlich entwickelt der selbstverdichtende Beton während des Abbindens eine sehr hohe Temperatur von bis zu 60 Grad.

Bildnachweis: NOEplast, Süssen

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