Gelungene Premiere

Haus 36 in Stuttgart

Architekt

MBA/S Matthias Bauer Associates, Stuttgart

Bauherr

privat

Projektbeteiligte

Matthias Bauer Dipl.-Ing. Freier Architekt BDA (Projektleiter); Matthias Bauer, Björn Sippel, Sabine Schneider, Sven Hummerich, Martin Blank, Wulf Kramer, Walker Stone, Aidas Barzda, Chistian Mayer, Thomas Krause (Mitarbeiter); RFR Group, Stuttgart (Tragwerksplaner); Glück Landschaftsarchitektur (Landschaftsarchitektur); Schöllhammer Energie-Systeme (TGA); VS-A (Fassadenberatung und Bauphysik); Transsolar (Energieberatung); Technopor (Betonlieferant); TBR Stuttgart (Betonwerk)

Jahr

2014

Ort

Stuttgart

Konstruktionsmerkmale

Massivbau

Besonderheiten

Dämmbeton mit Zuschlagstoff Glasschaumschotter

Beschreibung

Stuttgart ist weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt für seine Kessellage. Diese topografische Spezialität bringt Vorteile und Nachteile mit sich. Zwei davon bemerken auch Architekten bei ihrer Arbeit. Oftmals stehen tolle Ausblicke schwer zu bebauenden, weil steil abfallenden Grundstücken gegenüber. So erging es auch dem Team des Architekturbüros MBA/S, das auf einem Nordhang ein Wohnhaus für eine Familie bauen durfte. Die neugierigen Einblicke von Passanten und Nachbarn sollten außen vor bleiben, den Ausblick auf die Stadt und das eigene Grundstück Richtung Westen galt es dagegen zu nutzen. So entwarfen die Planer ein Haus, dessen Außenwände nach Norden, Osten und Süden hin nur von gezielt platzierten Öffnungen durchbrochen werden. Die Westseite ist dagegen großzügig verglast. Damit die Wünsche der Bauherren und der Nachbarn gleichermaßen berücksichtigt wurden, passt sich das Haus hinsichtlich ihrer Dimensionen und ihrer Kubatur sehr gut in die bebauten Umgebung ein. Gleichzeitig bemerken Besucher und Passanten sofort, dass es sich bei diesem Wohnhaus um etwas Besonderes handelt.

Beton

Das liegt an der komplett sichtbaren, monolithischen Hülle aus konstruktivem Dämmbeton. Damit feierten alle beteiligten Planer und die Bauherren bei diesem Haus eine Premiere. Denn es ist das erste in Deutschland, bei dem nicht nur die Wände, sondern auch das Dach monolithisch aus Dämmbeton gegossen wurde. Selbst das Material wurde speziell für dieses Gebäude von den Architekten, den Tragwerksplanern von RFR, dem Lieferanten des Werkstoffs, Technopor, und dem Betonwerk TBR gemeinsam entwickelt. Als Zuschlagstoff kam Glasschaumschotter statt Kies in den Mischer, die Zementmatrix enthält einen Luftporenanteil von 25 Prozent. Eine Beimischung von Weißzement verleiht dem fertigen Beton ein helles, leicht silbriges Aussehen. Und obwohl die freitragende, gefaltete Schale auf nur zwei Wandscheiben aufliegt, genügte ein Stahlbeton der Festigkeitsklasse LC 8/9 mit normaler zweilagiger Mattenbewehrung. Dazu tragen auch die 45 Zentimeter dicken Außenwände bei, dank derer ferner auf eine zusätzliche Dämmung verzichtet werden konnte. Sehr schön wahrzunehmen sind all diese Besonderheiten an den runden Öffnungen, die in der Außenhülle an verschiedenen Stellen zu finden sind. Sie wirken wie messerscharf eingeschnitten und faszinieren durch ihre Tiefe. Die runden Querschnitte des Glasschaumschotters bilden außerdem einen schönen Kontrast zur linienförmigen Struktur, die die sägerauhe Bretterschalung innen und außen auf den Wänden hinterlassen hat.

Quelle

Beton Marketing Süd GmbH, Text: Simone Hübener

Bildnachweis: Fotos: Roland Halbe, Stuttgart; Pläne: Architekten

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