Makellose Fertigteilfassade aus Ultra-Hochleistungsbeton

Galerie Foksal in Warschau

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FertigteileFaserbetonHochleistungsbetonSichtbeton

Architekt

Diener & Diener Architekten, Basel / Berlin

Bauherr

Stiftung Galerie Foksal, Warschau

Projektbeteiligte

DJiO, Piotr Jurkiewicz, Warschau (Bauleitung und Projektmanagement); KiP, Piotr Kapela, Warschau (Tragwerksplanung); Mermaid construction, Warschau (Generalunternehmer); Emmer Pfenninger, Münchenstein (beratende Fassadenplanung); Ductal, Saint-Cloud (Ultra-Hochleistungsbeton)

Jahr

2015

Ort

Warschau, Górskiego 1A

Beschreibung

Ein Umbau, der nicht nur in Warschau Furore macht, ist das Gebäude der Stiftung Galerie Foksal, dem Diener und Diener Architekten ein völlig neues Erscheinungsbild verpasste. Der 1963 von dem polnischen Architekten Leszek Klajnert geplante Bau befindet sich eigentlich in einem Hinterhof – der allerdings liegt an der Sichtachse zum Kulturpalast, einem pompösen Bauwerk, das zehn Jahre zuvor im Stil des Sozialistischen Klassizismus errichtet worden war. Mit der Abkehr von dieser Bauweise in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre hatte man sich in Polen der Architektur der Moderne zugewandt. Und so schuf Klajnert ein Gebäude, das mit seiner filigranen Fassade aus Stahl und Glas keinen größeren Kontrast zu dem stadtbeherrschenden Kulturpalast hätte bilden können.

Das sieht nach dem Umbau schon etwas anders aus, denn Diener und Diener ersetzten die leichte Stahl-, Glaskonstruktion der oberen drei Geschosse durch mächtige Fertigteile aus Beton. Eine Anspielung auf den standardisierten Plattenbau, wie er in vielen sozialistischen Ländern praktiziert worden ist? Und das bei einem Gebäude, das im Geist der Moderne errichtet worden war? Kein Wunder, dass der Umbau landesweite Proteste von Architekten und Kunsthistorikern auslöste. Auch deshalb, weil die meisten modernen Gebäude, die in der Zeit um 1960 entstanden sind, längst abgerissen und durch Neubauten ersetzt worden sind.

Die Galerie Foksal jedenfalls erhielt durch den Umbau mehr Wandflächen für ihre Ausstellungen. Sie befindet sich in den oberen drei Etagen des Hauses, wo jeweils ein großer, schlicht gestalteter Ausstellungsraum eine vielseitige Nutzung erlaubt. Das Erdgeschoss, das einen Friseurladen beherbergt, blieb innen wie außen unangetastet. Die Besucher gelangen durch eine Glastür ebenerdig in das Treppenhaus und von hier über eine Kunststeintreppe an den Galerieräumen vorbei bis auf die Dachterrasse, die hinter einer Attika ebenfalls als Ausstellungsort dient.

An der neuen Fassade wechseln sich großformatige, mit extraklarem Weißglas gefüllte Fenster mit geschosshohen Betonelementen ab, deren Abmessungen der Tragstruktur des Gebäudes entsprechen. Insgesamt neun Fertigteile sind es an der nördlichen Längsseite, drei an der westlichen Schmalseite. Ihre Gestaltung basiert auf der Idee eines Rahmens: In sieben der zwölf Sichtbetonelemente sind Fenster eingelassen, die übrigen sind geschlossen ausgebildet, wobei die gerahmten Flächen mal vor-, mal zurückspringen. Im Gebäudeinneren entstehen durch diesen Wechsel unterschiedlich belichtete Räume mit unterschiedlichen Ausblicken.

Beton

Die vorgefertigten Fassadenelemente sind aus ultra-hochfestem Beton (UHPC) hergestellt. Dessen hohe Festigkeit ermöglichte eine extrem schlanke Ausführung – gerade einmal vier Zentimeter sind die Platten dick. An der Gebäudekante sind sie jeweils versetzt zueinander angeordnet, sodass ihre Bauteildicke in der Ansicht deutlich erkennbar ist. Aufgrund des geringen Betonvolumens und dem daraus resultierenden, vergleichsweise leichten Gewicht konnten die Fassadenplatten an dem bestehenden Tragwerk befestigt werden und dieses nicht von Grund auf erneuert werden musste.

Entgegen dem ersten Anschein entspricht keines der Fassadenelemente dem anderen: Für jedes aus einem Stück in Beton gegossene Bauteil wurde eine eigene Schalung gefertigt. Als Bewehrung verwendete man Fasern aus Polyvinylalkohol (PVA-Fasern) anstelle von Stahl. Sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn bei einem Bau nicht nur die technische Leistungsfähigkeit gefragt ist, sondern auch ein makelloses Erscheinungsbild gewünscht ist. Die dünnen Fassadenplatten der Galerie Foksal sollen auch in Zukunft nicht durch Risse oder Rostspuren verunstaltet werden. Eine abschließende Beschichtung schützt die Betonoberfläche vor Verschmutzungen. -chi

Quelle

Baunetz Wissen Beton

Bildnachweis: Diener & Diener Architekten; Fotos: Juliusz Sokolowski, Warschau mit freundlicher Genehmigung von Foksal Gallery Foundation

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