Ökologisch, wirtschaftlich und funktional

Feuerwache in Heidelberg

Architekt

Peter Kulka, Köln

Bauherr

Gesellschaft für Hausbesitzer mbH, GGH Heidelberg

Projektbeteiligte

Harms & Partner, Hannover (Projektsteuerung); Bilfinger Berger, Mannheim (Baufirma); Pleiderer Europoles, Neumarkt (Schleuderbeton)

Jahr

2007

Ort

Heidelberg, Baumschulenweg

Konstruktionsmerkmale

Tragstruktur aus Stahlbeton

Besonderheiten

Im Schleuderbetonverfahren hergestellte V-Stützen aus hochfestem Beton

Beschreibung

Das Gebäude der Berufsfeuerwehr liegt am Stadrand von Heidelberg zwischen Bahndamm, Verkehrsschneisen und Kaserne. Im Zuge einer Revitalisierung des gesamten Quartiers sollte die neue Feuerwache als prägendes Stadtzeichen gestaltet werden. Neben der schwierigen städtebaulichen Situation sollte das Gebäude auch ökologischen, wirtschaftlichen und funktionalen Anforderungen gerecht werden.

Architekt Peter Kulka entwickelt die Gebäudekubatur aus den einzelnen Funktionsbereichen heraus. Sie sind an den unterschiedlichen Farben ablesbar - orange für den Einsatzbereich, grün für Ruhebereiche. Im Erdgeschoss befindet sich die Fahrzeughalle mit Stellplätzen für die Einsatzfahrzeuge und entsprechenden Nebenräumen. Ein Teil der Halle ist eingeschossig, darüber liegen Sport- und Ruheräume. Ein aufgeständerter langer Riegel, der von V-Stützen getragen wird, nimmt im dritten Obergeschoss Schulungs- und Büroräume auf. Von hier bietet sich ein weiter Ausblick auf die Stadt und die umgebende Landschaft. Darunter befinden sich geschützte, überdachte Bereiche, die als Sportflächen dienen. Auf der westlichen Längsseite verbindet der 34 m hohe Schlauch- und Übungsturm alle Geschosse und setzt einen vertikalen Höhen-Akzent.

Energiekonzept
Ökologische und energetische Aspekte nahmen bei der Planung der Feuerwache einen hohen Stellenwert ein. So sind auf der Südseite des Schlauchturms 135 Photovoltaikmodule in die Fassade integriert und auf dem Dach noch einmal 148 Module montiert. Beide Photovoltaikanlagen können einen Jahresertrag von fast 50.000 Kilowattstunden erzeugen. Die Obergeschosse sind im Passivhausstandard erstellt. Um dies zu erreichen, wurde das Gebäude mit dreifach verglasten Fenstern, einem Wärmedämm-Verbundsystem für die Fassade und das Flachdach sowie einer thermisch entkoppelten Tragwerkskonstruktion versehen. Zusätzlich sorgt eine Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und Vorkonditionierung der Zuluft für eine Reduzierung des Energiebedarfes. Ergänzt wird das ökologische Konzept durch eine extensive Begrünung der Dachflächen sowie die Einleitung des Niederschlagswassers in eine Rigole.

Beton

Die Tragstruktur der Feuerwache besteht aus Stahlbeton. Als äußere Gebäudehaut wählten die Architekten eine gedämmte Fassade aus gekanteten Alublechpaneelen. Die Paneele im Farbton DB 703 anthrazit sind nicht sichtbar verschraubt. Der scheinbar schwebende Büroriegel, der quer über den beiden unteren Geschossen angeordnet ist, wird von V-Stützen und im vorderen Bereich durch einen Treppenturm getragen. Die V-Stützen sind im Schleuderbetonverfahren unter Verwendung von hochfestem Beton hergestellt. Mit diesem Verfahren wird eine hohe Druckfestigkeit bei sehr geringen Querschnitten erreicht. Gleichzeitig entsteht eine porenfreie Oberfläche. Passend zur Fassade sind die Stützen im Farbton 7024 gestrichen.

In der Fahrzeughalle sind aufgrund der großen Spannweite Betonstützen angeordnet. Ihre Oberfläche ist ohne Anstrich oder Lasur ausgeführt. Im Innenbereich des Erdgeschosses ist der Beton sichtbar belassen, in den oberen Geschossen sind die Oberflächen gestrichen.

Quelle

Baunetz Wissen Beton

Bildnachweis: GGH, Heidelberg (1,2); HeidelbergCement, S.Fuchs (3-6)

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