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sich inspirieren.

Ginkgoblätter in Leichtbeton

Erweiterung des Goethe Gymnasiums in Regensburg

Architektur

Thomas Eckert, Dömges Architekten, Regensburg

Bauherr

Stadt Regensburg

Projektbeteiligte

Karl-Christian Thienel von der Universität der Bundeswehr, München (Betonversuche); Liapor, Hallerndorf-Pautzfeld (Betonhersteller); Jäger Bau, Rettenbach (Schalungs- und Betonierarbeiten); Meier Betonwerke und Baustoffhandel, Alteglofsheim (Betonwerk)

Jahr

2009

Ort

Regensburg, Goethestraße 1

Beschreibung

Mit rund 1.200 Schülern ist das Regensburger Goethe Gymnasium eine der größten Schulen der Stadt. 1914 errichtet, besteht es aus zwei benachbarten Gebäuden, einem Jugendstilbau und einem Erweiterungsbau im Kloster St. Fidelis. Aufgrund mittlerweile entstandener baulicher Mängel und den nicht den heutigen Anforderungen entsprechenden Räumlichkeiten entschied sich die Stadt für eine Generalsanierung des Jugendstilgebäudes sowie den Bau eines bis dahin fehlenden Aula- und Sporthallenkomplexes. In einem letzten Bauabschnitt soll auch das Kloster saniert werden. Die Fertigstellung aller Baumaßnahmen ist für Ende 2013 geplant.

Den Auftrag für das Gesamtprojekt erhielt das Regensburger Architekturbüro Dömges. Diese überzeugten vor allem mit ihrem Konzept eines monolithischen Bauwerkes aus Sichtbeton, das sich auf ganz eigene Weise in das städtebauliche Umfeld einfügt. In der Höhe ordnet sich der Neubau dem vorhandenen Schulgebäude unter. Auf der Südseite der Erweiterung liegt der Pausenhof, die Nordseite orientiert sich nach Norden zur Schule hin. Dort lässt ein Rücksprung in der Straßenfront einen geschützten Vorplatz für die ankommenden Schüler entstehen. An die Pausenhalle schließt westlich die neue 3-fach Turnhalle an. Dazwischen liegt eine begehbare Mauer, in der Umkleiden, Nebenräume, Fahrradständer und Sportgeräte untergebracht sind.

Bei ihrem Entwurf ließen sich die Architekten von den Klostermauern und dem Sockel des alten Schulgebäudes inspirieren, beides aus rauem Sichtbeton. Von diesem Material gehe eine beständige, schützende Wirkung aus, so die Architekten. Gleichzeitig wollten sie eine ganz spezielle Oberflächengestaltung umzusetzen: Die Wände sollten nicht nur eine relativ grobe Holzstruktur aufweisen, sondern auch Schmuckelemente in Form von Ginkgoblättern – als Hommage an Goethe und sein Gedicht über den Ginkgobaum.

Beton

Für die Wände des Neubaus kam rund 3.500 m³ Leichtbeton der Festigkeitsklasse LC16/18 in Sichtbetonqualität zum Einsatz. Dessen Ausgangsmaterial ist eine Gesteinskörnung (450 kg/m³) mit Korngrößen zwischen 2 – 10 mm und ein schwerer Sand mit Korngrößen von 0 – 2 mm. Als Bindemittel diente Zement der Güte CEM II 42,5 A-LL R. Aufgrund dieser Zusammensetzung beträgt die Betontrockenrohdichte ≤ 1,40 kg/dm³. Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) der 70 cm dicken Mauern liegt bei 0,79 W/(m²K) und entspricht damit den wärmedämmtechnischen Anforderungen der Energie-Einsparverordnung (EnEV). Gleichzeitig ist der Beton tragfähig, druckfest und vor allem leicht. Gund dafür sind die enthaltenen Blähtonkugeln.

Zur Ermittlung der besten Betonrezeptur wurden im Vorfeld zahlreiche Versuche hinsichtlich Druckfestigkeit, Betonrohdichte und Oberfläche durchgeführt und an Musterplatten verschiedene Schalungsvarianten getestet. Verwendet wurde schließlich eine Schalung aus grobspanigen OSB-Platten, in die Silikonformen unterschiedlicher Größe eingebracht wurden. Die Betonoberflächen wurden nach ihrer Erstellung hydrophobiert. Das Ergebnis ist eine raue und gleichzeitig glatte Oberfläche, die mit ihren integrierten Schmuckelementen eine gewisse Lebendigkeit  ausstrahlt.

Quelle

Baunetz Wissen Beton

Bildnachweis: Liapor, Hallerndorf-Pautzfeld

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