„Wir lieben Sichtbeton!“

Ergänzungsbau Wotrubakirche, Wien

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FugenSichtbeton

Architekt

formann ² puschmann I architekten zt-gmbh (f2p-architekten)

Bauherr

Erzdiözese Wien

Projektbeteiligte

Tragwerksplanung: Karner Consulting, Wien
Haustechnik: myWarm GmbH, Wien
Elektro: f2p architekten / myWarm GmbH, Wien
Bauphysik: bph Bauphysik, Stockerau
Landschaftsarchitektur: f2p architekten / 3:0 Landschaftsarchitektur

Jahr

2019

Ort

Wien, Österreich, 23. Bezirk

Konstruktionsmerkmale

Sichtbetonoberflächen mit exaktem Fugenbild

Besonderheiten

Respekt vor einer „Brutalismusikone“ und eigenständiger Auftritt

Beschreibung

Der steile Anstieg an einem glutheißen Tag Ende Juni 2019 wird doppelt belohnt: Auf der Spitze des Georgenbergs im 23. Wiener Bezirk türmt sich die berühmte Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit auf, besser bekannt unter dem Namen Wotrubakirche. Sie ist nach dem Bildhauer Fritz Wotruba benannt, dessen Entwurf der Architekt Fritz Gerhard Mayr zwischen 1972 und 76 umsetzte. Ein ungewöhnliches Gotteshaus, denn es besteht aus 152 aufeinander gestellten und ineinandergesteckten Betonkuben und weist zunächst keines der üblichen Kirchenmerkmale auf. Für Architekturbegeisterte, vor allem des Brutalismus, ist es ein Muss, für die äußerst lebendige Kirchengemeinde ein lieb gewonnener Ort.

Die zweite Belohnung besteht in der Überraschung, dass am Fuß der Kirche eine mit rot-weißem Flatterband abgesperrte Glasfront auftaucht, hinter der sich ein Ergänzungsbau in den Berg schiebt. Erst vor wenigen Wochen wurde er eingeweiht. Heute sind die verantwortlichen Planer von f2p architekten zum Fotografieren da, eine zufällige und aufschlussreiche Begegnung. Denn Stefan Puschmann ist selbst Mitglied der Gemeinde und hat daher einen engen Bezug zu diesem Ort. Zwei dringende Wünsche trug die Gemeinde an sein zusammen mit Christian Formann geführtes Büro heran: einen barrierefreien Zugang zur Oberkirche zu schaffen – Gehbehinderte konnten den geschlängelten Treppenaufgang über die steil ansteigende Wiese kaum noch bewältigen, und auch Kinderwägen lassen sich nur sehr unbequem nach oben schaffen. Außerdem sollten ergänzende Tageslichträume entstehen, denn der rege frequentierte Veranstaltungsraum unterhalb des Hauptbaus ist fensterlos. Puschmann ist ein großer Fan der skulpturalen Wotrubakirche; der gemeinsam mit Formann entwickelte Entwurf nimmt größtmögliche Rücksicht. Der Weg bis zur Umsetzung war mühsam, denn obwohl die Gemeinde, die Wotruba-Stiftung und auch zunächst das Bundesdenkmalamt mit den Plänen einverstanden war, gab es auch Stimmen, die den Gesamteindruck des Kunstwerks durch die nun gläserne Basis gestört sahen. Das zog lange Verhandlungen nach sich. Nun aber lassen sich in den neuen Räumen die Reminiszenzen an und der Respekt vor dem Wotruba-Bau ablesen: Die Architekten haben sich für die gleichen Materialien entschieden, allen voran Sichtbeton. Und der dringend benötigte Lift ist als dezenter Glaskörper beinahe unsichtbar, stört das Gesamtbild nicht, und auch die gläserne Absturzsicherung fällt kaum auf. Der Neubau vermeidet aber durch eine ganz eigene Formensprache, eine anbiedernde Kopie des Originals zu sein.

Beton

Die Konstruktion hinter dem willkommen heißenden Fenster besteht wie die Treppen aus Stahlbeton mit Sichtbetonoberflächen. Das Fundament – eine Weiße Wanne – und die Außenwände sind aus WU-Beton. Die Architekten achteten auf ein präzises Fugenbild, das von den Wänden in die Decken übergeht und sich sogar bis in die Stöße der Dreikantleisten des Vordachs zieht, was eine besondere Herausforderung war. Sie schätzen außerdem die hohe Speicherfähigkeit des Materials und damit die ressourcenschonende Kühlung; die habe sich in diesem heißen Sommer bereits sehr bewährt. Eine weitere Entscheidungshilfe für den Hauptbaustoff des Neubaus bringt Stefan Puschmann auf den Punkt: „Wir lieben Sichtbeton!“

Quelle

Christina Gräwe für EINSATEAM

Bildnachweis: Dorian Janauer / f2p architekten, Wien

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