Vorbild in regionaler Nachhaltigkeit

Bürogebäude Atmos in München

Architekt

KSP Jürgen Engel Architekten GmbH

Bauherr

Union Investment Real Estate AG

Projektbeteiligte

ARGE Ed. Züblin AG / S. Pöttinger GmbH (Generalunternehmer); Vivico Real Estate GmbH (Projektentwicklung); BLG Transportbeton GmbH & Co. KG München, eine Beteiligung der Heidelberger Beton GmbH (Betonlieferant)

Jahr

2009

Ort

München

Konstruktionsmerkmale

Stahlbeton-Skelettbau

Besonderheiten

thermoaktive Betondecken

Beschreibung

Das Bürogebäude befindet sich im neuen Stadtquartier Arnulfpark, auf einem ehemaligen Bahngelände nahe dem Münchner Hauptbahnhof.  Aufgteilt in vier Quartiere, benannt in Anlehnung an die antike Symbolik der Elemente Wasser, Feuer, Erde und Luft ist der Arnulfpark ein erstklassiger Standort für innerstädtisches Wohnen, Freizeitaktivitäten und Unternehmensstandorte. Moderne Architektur, ökologische Bauweise und kommunikationsfreundliche Infrastrukturen sind Programm.

Das Bürogebäude Atmos bildet das Entree in das neue Stadtviertel und ist zugleich Identifikationspunkt des neuen Quartiers. Wie bereits von außen deutlich wird, haben sich die Planer in Anlehnung an das Quartiersthema „Luft“ bei der Konzeption des Bürogebäudes von den Aspekten Licht, Transparenz und Offenheit leiten lassen. Ein Einschnitt in der Fassade leitet den Besucher in die Eingangshalle. Öffentliche Durchgänge lassen eine Durchwegung der zwei begrünten und ruhigen Innenhöfe zu. Eine großzügige Architektur, deren Eindruck von Raum und Leichtigkeit sich bis in das Gebäudeinnere fortsetzt. Ein fünf Stockwerke hohes, transparentes Atrium öffnet den Weg zu den lichten Innenhöfen. Die Innenhöfe mit Baumgruppen, immergrünen Pflanzen und Wasserflächen schaffen für die Nutzer und die Öffentlichkeit mitten in der Stadt eine grüne Oase. Großzügige Kommunikationszonen sowie eine Kantine mit Außenbereich fördern den Austausch unter den Mitarbeitern.

Viele Qualitäten des Bürogebäudes Atmos lassen sich von Außen kaum erahnen. Denn die Innovationen stecken im Detail wie z.B. in der nachhaltigen Planung. So wird der Energiebedarf des Gebäudes zu etwa 50 Prozent durch die Nutzung regenerativer Energiequellen, wie den Einsatz einer Geothermie-Anlage gedeckt.

Beton

Das dabei zur Kühlung und Erwärmung des Gebäudes notwendige Wasser wird dem Grundwasser entzogen und durch einen Wärmetauscher in die thermoaktiven Betondecken gepumpt und verteilt. Die Verwendung von Beton höherer Druckfestigkeitsklassen ermöglicht eine besonders schlanke und effiziente Bauweise. Wände und Stützen können kleiner dimensioniert werden, so dass eine größere nutzbare Fläche geschaffen werden kann. Hinzu kommt, dass solche Betone ein schnelleres Ausschalen ermöglichen, wodurch die ausführende Bauunternehmung einen zügigeren Baufortschritt des Rohbaus realisieren kann.
Ein weiterer Aspekt ist die Verwendung regionaler Baustoffe, denn kurze Transportwege halten die CO2 Emissionen niedrig. So stammen die Baustoffe aus Deutschland und der Beton aus Bayern. Der für den Bau des Atmos gelieferte Transportbeton kam aus München und auch die für die Herstellung verwendeten Inhaltsstoffe können im Sinne der Nachhaltigkeitsanforderungen (Großraum München bzw. Oberbayern/Oberpfalz) als regionale Ausgangsstoffe identifiziert werden. 

Aufgrund des äußerst straffen Bauzeitenplans für die Baustelle bestand die Notwendigkeit, Wände und Stützen des Skelettbaus bereits nach einem Tag auszuschalen – auch im Winter bei niedrigen Außentemperaturen. Dies stellte betontechnologisch eine große Herausforderung dar. Um bei allen Witterungsbedingungen eine tägliche Betonage gewährleisten zu können, wurden zahlreiche Vorversuche durchgeführt, geeignete Ausgangsstoffe (Zement, Fließmittel) ausgewählt und entsprechende Betonrezepturen für die Praxis entwickelt. Die zum Einsatz kommende Betonrezeptur wurde in Abstimmung mit dem Projektleiter in Abhängigkeit von den jeweils herrschenden Wetter- und Temperaturbedingungen festgelegt. Dadurch konnte der vorgegebene enge Betoniertakt auch bei frostigen Temperaturen realisiert und der enge Zeitplan für die Rohbauerstellung eingehalten werden.

Bildnachweis: HeidelbergCement/Fuchs

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