Die Schlichtheit eines klösterlichen Refektoriums

Betriebs-Restaurant im Verwaltungsgebäude der HUGO BOSS AG in Metzingen

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SichtbetonWändeZementestrich

Architekt

RaiserLopesDesigners, Stuttgart / Domino Planungsgesellschaft, Reutlingen

Bauherr

HUGO BOSS AG, Metzingen

Projektbeteiligte

Domino Planungsgesellschaft Architekten und Ingenieure mbH, Reutlingen (Gesamtausführung Verwaltungsgebäude); Deutsche Doka Schalungstechnik GmbH, Maisach (Schalung); G. Brodbeck GmbH & Co. KG, Metzingen (Bauunternehmung)

Jahr

2006

Ort

Metzingen, Dieselstr. 19

Konstruktionsmerkmale

Stahlbeton-Skelettbau

Besonderheiten

Sichtbetonwände und geschliffener Zementestrich

Beschreibung

Das neue Verwaltungsgebäude der HUGO BOSS AG in Metzingen wird durch seinen schlichten Charakter bestimmt. Materialien wie Sichtbeton und geschliffener Zementestrich betonen die kühle Optik der Räumlichkeiten. Das Restaurant reagiert darauf mit einer archaischen Ausformulierung unterschiedlicher Zonen auf zwei verschiedenen Ebenen. Wiederkehrende Materialien verknüpfen sich von Bereich zu Bereich; eine einheitliche, bis ins Kleinste gestaltete Formensprache zieht sich konsequent durch die einzelnen Zonen und Ebenen.

Die funktionale Zonierung des Raumes und die Ehrlichkeit der Materialien gleichen der Schlichtheit eines klösterlichen Refektoriums, das zum gemeinsamen Essen einlädt.

Langgestreckte, schlichte Tische und Bänke bilden den zentralen Essbereich des Restaurants, der sich als homogener Block Richtung Atrium aufspannt. Eine in sich verspringende Anordnung der Tische und Bänke ermöglicht Raum für Kommunikation innerhalb dieser Zone, die sich zu den Hauptwegen jedoch deutlich abgrenzt. Die klare Anordnung sich abwechselnder kleiner und großer Tische ergibt so eine verschachtelte Wegeführung: Es entsteht Raum zur Entschleunigung, für Kommunikation und Interaktion.

Die Gleichheit der Nutzer steht im Vordergrund - eine gemeinsame Ebene mit gleichem Ziel.

Der zweite, dem Windfang zugeordnete Bereich reagiert auf die räumlichen Begebenheiten mit gleicher Antwort. Hier sind jedoch für ein schnelles Essen oder eine kurze Pause Stehtische als dominante, statische Möbel platziert. In einer klaren Struktur erfolgt hier ein Wechselspiel großer und kleiner Tische, so dass im Dazwischen eine kommunikative Wegeführung entsteht.
Auf der Seite des Einganges wird dieser Stehbereich durch ein schwarzes Internetboard als Rückgrat zur weltweiten Kommunikation begrenzt. Zur anderen Seite prägen drei schwarze, raumbildende Elemente das Gelenk zwischen Kommunikationsinsel und Hauptbereich: Die monolithische Garderobenbox, welche die Kleidungsstücke der Besucher unsichtbar in sich einschließt. Des Weiteren eine Cafébox mit ebenfalls massivem Charakter und ein raumhoher, diffuser Kettenvorhang.

Die entstandene Anordnung der einzelnen Bereiche zueinander ermöglicht eine großzügige Wegeführung durch breite Hauptgänge mit Laufstegcharakter. Die gerichtete Haupttreppe zur Galerie unterstützt das ‚Sehen und Gesehen Werden’ des Einzelnen, welches im Kontrast zur Schlichtheit der eingesetzten Möbel ebenfalls zum Firmenprofil gehört.

Durch die offene Zweigeschossigkeit des Restaurants werden optische Bezüge über beide Ebenen ermöglicht; ein Beobachten und Verweilen, Schauen und Reflektieren im Raum wird dadurch provoziert.

Direkt am Treppenaustritt erstreckt sich ein 9m langer weißer Stehtresen als kommunikativer Mittler und Treffpunkt. Links vom ‚Bartresen’ befindet sich ein weiterer, großzügiger Sitzbereich, der sich in seiner Art an die Hauptzone im Erdgeschoss anlehnt, und durch die gleichen Möbel direkte Bezüge herstellt. Durch die Rückgezogenheit in seiner Positionierung können sich hier kleine Gruppen zusammenschließen und privatere Gespräche führen.
Den Ausklang bildet ein rückwärtiger Loungebereich mit Club-Charakter für den Espresso danach.

Beton

Das Verwaltungsgebäude D19 ist ein puristischer Stahlbeton-Skelettbau in dem wenige und authentische Materialien dominieren: Sichtbetonwände, Ganzglastrennwände und geschliffener Zementestrich.
Sowohl die aufgehenden Wände als auch die Außenwände der Treppenhauskerne wurden in Sichtbeton der Klasse S3 (Sichtbeton mit besonderen Anforderungen) ausgeführt. Die 8,30 m hohe zum Lichthof weisende Sichtbeton-Wand des Restaurantbereichs wurde in der Höhe jeweils in einem Stück betoniert.
Von Außen betrachtet besticht das Gebäude durch eine einfache kubische Form, im Inneren zeichnet es sich durch Differenzierung und Flexibilität aus. Entmaterialisierung war das Leitmotiv der architektonischen Gestaltung.

Bildnachweis: RaiserLopesDesigners, Stuttgart/Frank Kleinbach, Stuttgart

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