Betonfindling in der Grassteppe

View House in Rosario/RA

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DauerhaftigkeitEin- und ZweifamilienhäuserSchalung

Architekt

Diego Arraigada, Santa Fe/RA und Johnston MarkLee, Los Angeles/USA

Bauherr

Lucas Ma, Rosario

Projektbeteiligte

Goncalo Garibay, Santa Fe/RA (Statik), MECSA, Gustavo Micheletti, Buenos Aires/RA (Bauunternehmen); Aberturas Zavalla, Santa Fe/RA (Fenster); Maers Climatization, Santa Fe/RA (Heizung/Lüftung/Klima)

Jahr

2009

Ort

Kentucky Country Club, Rosario, Argentinien

Beschreibung

Gleich einem Findling liegt das Einfamilienhaus des Immobilienentwicklers Lucas Ma inmitten der grasbewachsenen Ebene der argentinischen Pampa, etwa 20 Autominuten von der Stadt Rosario entfernt. Geplant wurde es von den in Los Angeles ansässigen Architekten Johnston Marklee zusammen mit dem einheimischen Architekten Diego Arraigada.

Die Ausformung des View House genannten Gebäudes basiert auf der Substraktion eines zweigeschossigen Betonquaders, aus dem an vier Stellen kreisrunde Flächen segmentweise herausgeschnitten wurden. Die Rückseite des Baukörpers ist gerade, die Vorderseite zu einer Rundung ausgebildet, die Terrasse im Obergeschoss ergibt sich aus einem Einschnitt im Dach. Zusammen mit den großen Fensteröffnungen nehmen die Einschnitte dem Haus etwas von seiner monolithischen Raumwirkung.

Innen gliedert eine mittig liegende Treppe die offene Raumfolge mit der einseitigen Rundung. Hier befinden sich Wohnraum und Galerie sowie der Zugang zur Terrasse. An der geraden Seite sind die ebenfalls offene Küche und die Nebenräume angeordnet, darüber liegen die Schlafzimmer mit den Bädern. Die Wohnfläche umfasst insgesamt rund 300 m². Vorherrschende Materialien sind weiß gespachtelte Wände und Decken sowie dunkles Holz.

Besonderen Wert legten die Architekten auf die Platzierung der Fenster, die wie Bilderrahmen die Aussicht auf die umliegende Natur einfassen. Ihre Abmessungen sind in Höhe und Breite unterschiedlich und auch ihre Anordnung in der Fassade ist nicht gleichmäßig. Einige stehen außerdem nicht in der Flucht zu den Wänden, sondern nehmen eine drehende Positionen ein. So erlauben sie immer wieder neue Ausblicke: das Fenster im Wohnbereich gibt den Blick zum Himmel frei, während vom Schlafzimmer aus der Blick in die weite Grassteppe schweifen kann. Die dunklen Aluminiumrahmen sind ohne teilende Profile in die scharfkantigen Öffnungen gesetzt

Beton

Schon während der Entwurfsphase waren sich die Architekten darüber einig, dass nur Beton alle Elemente des Hauses zu einer homogenen Einheit verschmelzen lassen würden. Während die Wände im Innenraum glatt gespachtelt und weiß gestrichen sind, erscheinen die massiven Außenwände in Sichtbeton. Die inneren Trennwände bestehen aus Keramik-Ziegel-Mauerwerk.

Die Außenwanddicken betragen zwischen 25 und 50 cm. Aufgrund der warmen Witterungsverhältnisse sind sie einschalig aufgebaut. Die Verschalung wurde vor Ort erstellt, was eine präzise Ausführung verlangte. Keine einfache Aufgabe in Argentinien, wo Sichtbeton selten verwendet wird und es deshalb nur wenig Erfahrungen im Umgang mit diesem Werkstoff gibt. Die Architekten legten jedoch großen Wert auf eine hohe Qualität und eine rundum gleichmäßige Oberfläche. Denn nur durch die sorgfältige Herstellung konnte auf Fensterbänke und Blechabdeckungen auf den abgeschrägten Flächen verzichtet und die scharfkantigen Gebäudeecken erzielt werden.

Die aus einer saugenden Brettschalung bestehende Rundschalung wurde segmentweise angefertigt und geschosshoch errichtet. Die Arbeitsfugen der notwendigen Betonierabschnitte liegen zwischen Erd- und Obergeschoss. Das Ergebnis ist eine bis ins Detail ausgearbeitete Gebäudehülle.

Quelle

Baunetz Wissen Beton

Bildnachweis: Gustavo Frittegotto

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