Wohnen im Sichtbetonturm

Mehrfamilienhaus in Zürich/CH

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Architekt

Andreas Fuhrimann Gabrielle Hächler Architekten, Zürich/CH

Bauherr

Stockwerkeigentümer der Liegenschaft, Röntgenstraße 10, Zürich

Projektbeteiligte

dali Engineering, Zürich (Tragwerksplanung), Emwe Bauprojekte, Zürich (Bauleitung), Agentur Arber, Zollikon/Zürich (Lichtplanung) Andreas Fuhrimann Gabrielle Hächler Architekten, Zürich (Innenarchitektur)

Jahr

2010

Ort

Zürich, Röntgenstraße 10

Beschreibung

Farblich und in seiner Form eher zurückhaltend, zeigt das Mehrfamilienhaus an der Röntgenstraße nahe des Züricher Hauptbahnhofes erst beim genaueren Hinsehen seine Qualitäten. Der Entwurf stammt von den Architekten Fuhrimann Hächler, die in dieses Projekt viel Engagement gesteckt haben und trotz der baurechtlich schwierigen Ausgangslage ihre Entwurfsgedanken verwirklichen konnten.

Auf einem Eckgrundstück gelegen, setzt das fünfgeschossige Wohnhaus zu einer Seite die benachbarte Blockrandbebauung fort, während es auf der anderen eine Lücke zum angrenzenden Gebäude lässt und damit seine Position als Kopfbau markiert. Verschiedene Fenstertypen, ein erkerartiger Vorbau, der ab dem 3. Obergeschoss beginnt sowie ein Betonkamin zur Röntgenstraße hin, verleihen dem Baukörper Dynamik. Hinter seiner klar gegliederten Sichtbetonfassade verbergen sich sieben individuell auf die Bewohner zugeschnittene Wohnungen. Die Grundfläche des Hauses beträgt 302 m².

Das Erdgeschoss zeigt sich zur Luisenstraße mit einer geschosshohen Verglasung, hinter der sich ein 112 m² großer Raum befindet, der temporär als Galerie genutzt wird. Der etwas zurückversetzte Zugang erfolgt von der Röntgenstraße aus. Vom großzügigen Eingangsbereich aus können die Bewohner den Lift oder ein offenes Treppenhaus an der Hofseite nutzen. Die ersten beiden Geschosse teilen sich jeweils zwei Parteien, ab der dritten Ebene befindet sich eine Wohnung pro Geschoss. Sie ist mit einem offenen Wohn- und Essbereich zur Röntgenstraße ausgestattet. Große Fenster öffnen den Blick auf die Gleisanlagen der Bahn. Die oberste Wohnung besitzt nicht nur drei Balkone, sondern auch einen Zugang zur privaten Dachterrasse. Sämtliche Wohnungen sind mit dunklem Eichenriemenparkett und hochwertigen Einbaumöbeln ausgestattet.

In die Fassadenflächen aus unbehandeltem Sichtbeton sind Fenster in gleichmäßigem Raster, aber unterschiedlicher Art und Größe eingeschnitten. Darunter ist eine fassadenbündige Übereckverglasung, die sich komplett öffnen lässt und damit den dahinterliegenden Raum in ein „Balkonzimmer“ verwandelt. Die schmalen Ansichtsbreiten der Fensterrahmen aus bronzefarben eloxierten Holz-Alu-Profilen stehen zusammen mit den hölzernen Geländern zur Absturzsicherheit in einem farblich angenehmen Kontrast zum Sichtbeton der Fassade

Beton

Die zahlreichen Betonbauten in der Schweiz zeugen davon, dass der Werkstoff dort eine große Akzeptanz genießt und – anders als oftmals noch hierzulande – auch mit Hochwertigkeit in Verbindung gebracht wird. Das liegt vor allem in der handwerklichen Qualität begründet, aber auch in der langen Tradition der Anwendung von Beton und seiner Ausgangsstoffe. Die Züricher Architekten entschieden sich bei dem 5,1 Millionen teuren Wohnhaus ganz bewusst für einen ganz gewöhnlichen Sichtbeton – ohne Angaben zur Rezeptur oder zum Erscheinungsbild der Oberflächen.

Das Gebäude ist komplett unterkellert. Die Dicke der zweischaligen Wände mit einer Kerndämmung aus Schaumglas und der Geschossdecken beträgt jeweils 40 cm, ebenso die Bodenplatte und die Kelleraußenwände. Alle Betonflächen blieben unbehandelt und unverkleidet. Dabei nahm man Verfärbungen, Arbeitsfugen oder Wölbungen der Schalung in Kauf, bautechnische Fehler wie Kiesnester oder Abplatzungen jedoch nicht.

Als Schalung wurde Typ 1 festgelegt, also eine glatte Standardschalung für normale Betonflächen ohne besondere Anforderungen. Nach dem Ausschalen wurden Grate und Überzähne nicht entfernt. So lassen sich die Betonierabschnitte und Arbeitsfugen an der Fassade genau ablesen. Trotzdem sind homogene Oberflächen entstanden, was auf die sorgfältige Arbeit der Betonbauer zurückzuführen ist.

Quelle

Baunetz Wissen Beton

Bildnachweis: Valentin Jeck, Uerikon/CH

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