Moderner Campus in Beton

Instituts- und Bibliotheksgebäude in Schwenningen

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Energieeffizienz Farbe Kultur und Bildungsstätten Sichtbeton

Architekt

Architekten-Arge Schädler & Zwerger Architekten GmbH und Glück & Partner GmbH Freie Architekten BDA, Leinfelden-Echterdingen

Bauherr

Land Baden-Württemberg, vertreten durch Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Konstanz

Projektbeteiligte

Martin Bruno Schmid, Stuttgart (Kunst am Bau); Christian Stotz Bauunternehmung GmbH & Co. KG, Balingen (Rohbau)

Jahr

2011

Ort

Schwenningen

Konstruktionsmerkmale

Massivbau in Stahlbeton

Besonderheiten

Wandscheiben aus Sichtbeton

Beschreibung

Die Anforderungen an Studenten sind groß. Gut, wenn im Hochschulbau mit architektonisch und technisch durchdachten Konzepten optimale Bedingungen geschaffen werden. Auf dem Campus Schwenningen der Universität Furtwangen sorgt ein neuer Stahlbetonbau für kreativen Weitblick und perfekte Belichtung der großzügigen Bibliotheksräume.
In Zeiten des Internets bleibt gut sortierte Fachliteratur und ihre Rezeption die Grundlage akademischer Arbeit. Heute können Studenten ihr Wissen jedoch aus einer Vielzahl von Quellen schöpfen. In Katalogen, Datenbanken und wissenschaftlichen Verzeichnissen lässt sich am besten online recherchieren. Rechtzeitig zum Wintersemester 2011/2012 realisierten die Architekten Schädler & Zwerger und Glück & Partner daher für die Hochschule Furtwangen University (HFU) am Standort Campus Schwenningen ein neues Instituts- und Bibliotheksgebäude mit einem hohen architektonischen und technischen Standard. Der Universitätsbau bietet Studenten und Lehrkörper der Fakultät Maschinenbau und Verfahrenstechnik sowie der Fakultät Wirtschaft (Business School) hervorragende Arbeitsbedingungen und entspricht so räumlichen Anforderungen an eine zeitgemäße Forschung und Lehre.
Städtebaulich bildet der weiße Hochschulbau mit seinen verglasten Rücksprüngen und Gebäudefugen zusammen mit der städtischen Galerie den südlichen Zugang zum Campus. Zugleich stellt das dreigeschossige Gebäude eine Verbindung zum Bahnhof und zu den Stellplätzen auf dem Bahnareal her.
Die klare Architektur mit ihren überwiegend linear angeordneten Fassadeneinschnitten und den hell kontrastierenden Wandflächen setzt sich auch im Innern fort. 34 Meter lange Fensterbänder und große Gebäudeöffnungen gliedern die weiße Fassade des neuen Hochschulbaus. „Für diese Art der Wandperforation ist Stahlbeton ideal“, erläutert Architekt Michael Zwerger das Konzept. Das Architekturbüro Schädler und Zwerger hat in Zusammenarbeit mit den Freien Architekten Glück & Partner in Schwenningen die Vorzüge der Betonbauweise für große Spannweiten und schlanke Stützen und schmale Bauteile optimal genutzt Die langen Fensterbänder im Hauptgeschoss charakterisieren den Neubau und bieten gleichzeitig funktionale Vorteile. Einer der Lichtschlitze liegt direkt auf Höhe des ebenso langen Arbeitstisches der Bibliothek und bietet beim Nachdenken die nötige Fernsicht. Das zweite Fensterband verläuft direkt unter der Decke. So sorgen die beiden für die perfekte Belichtung des über zwei Ebenen verlaufenden Bibliothekstrakts und dienen im Brandfall auch der nötigen Entrauchung.

Beton

Der Haupteingang des neuen Bibliotheksgebäudes wird durch eine schräg gestellte Wandscheibe aus Sichtbeton flankiert und führt durch das zweigeschossige Foyer zur zentralen Treppenhalle. Diese großzügige Eingangshalle ist ebenfalls durch einfallendes Tageslicht durchflutet und wird nicht nur als Verkehrsfläche, sondern auch als großzügige Veranstaltungs- und Kommunikationszone genutzt. Hier unterstützt die Sichtbetonbauweise die hohen Brandschutzanforderungen an öffentliche Gebäude.
Vom Foyer aus erstreckt sich der Luftraum seitlich bis in die Bibliothek hinein. Schlanke Betonsäulen tragen die offenen Ebenen und schaffen einen weitläufigen Raumeindruck. Schwarz-, Weiß-, Braun- und Grautöne sind die überwiegenden Farben dieser präzisen Architektur. Sie werden lediglich ergänzt durch die vielschichtige Farbigkeit der aneinander gereihten Buchrücken in den Regalen. Dem Luftraum gegenüber haben die Architekten durch die Wahl des Farbtons Anthrazit aus der Farbpalette von Le Corbusier die hohe zweigeschossige Wand dezent in den Hintergrund geschoben. Dadurch wirkt die Doppelung der Fensterbänder mit dem Ausblick und dem Lichteinfall noch kräftiger.
So großzügig die räumliche Aufteilung, so durchdacht auch das umfassende Raumprogramm. Mit ihren 26.000 Bänden ist die Bibliothek als Freihandbibliothek konzipiert und mit Flächen für Zeitschriften, Lese- und Rechercheplätzen sowie Arbeitsplätzen für Bibliothekare ausgestattet. Der allen Studenten zugängliche Büchersaal, die Ausleihe, Leselounge und Arbeitsplätze sind im Erdgeschoss verteilt, weitere universitäre Arbeitsbereiche ordneten die Architekten auch im ersten Geschoss an. Im flachen, zurückgesetzten Dachgeschoss befinden sich die Büroflächen der Fakultät Wirtschaft und ein Besprechungsraum mit großzügiger Aussicht. Im zweiten der schräg über Eck miteinander verbundenen Gebäuderiegel werden pro Geschoss jeweils zwei Unterrichtssäle angeboten. Ihre Größe kann durch eine mobile Trennwand je nach Bedarf variiert werden. Der Stahlbetonbau wird durch eine Gasbrennwert-Wärmeerzeugungsanlage beheizt, deren Effizienz durch ein kleines Blockheizkraftwerk noch gesteigert wird. So kann ein Teil des Strombedarfs für Beleuchtung und elektrische Einrichtungen des Gebäudes selbst produziert werden. Für die Wärmeverteilung wurden energieeffiziente Heizkreispumpen vorgesehen. Zum sparsamen Umgang des öffentlichen Baus mit Energie tragen auch die Beleuchtungskörper bei, die zum großen Teil über Präsenz-Melder gesteuert werden.
Die Betonbauweise des neuen Institutsgebäudes hat den Künstler Martin Bruno Schmid zu einer besonderen Art der Kunst am Bau inspiriert. Die hohe Sichtbetonwand im Foyer reizte ihn zu einer Betonsägearbeit mit einem Durchmesser von zweieinhalb Metern und der Drehung der runden Betonscheibe im Uhrzeigersinn. So wirkt das Wandbild mit Titel „Tondo“ wie aus der Architektur selbst heraus entwickelt und ist eng mit ihr verbunden. Das Werk lässt sich als Hommage an die Zeiten der Schwarzwälder Uhrenindustrie lesen, namentlich der Uhrenfabrik Kienzle, auf deren ehemaligem Areal der Neubau entstanden ist. Gleichwohl trägt die vorgerückte Zäsur in der zeitlos schönen Wandfläche ein konspiratives Element der Kunst in sich.

Bildnachweis: Wolfram Janzer / Raphael Janzer, Stuttgart/BetonBild

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