Schutzmantel aus Beton

„Hafven“, Coworking und Makerspace, Hannover

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Fassade Sichtbeton

Architekt

Mensing Timofticiuc Architekten, Berlin

Bauherr

Plimo Gmbh & CO. KG, Hannover

Projektbeteiligte

Tragwerksplanung: Pichler Ingenieure, Berlin
Haustechnik: HDH Ingenieure, Berlin
Bauphysik: Ingenieurbüro Axel C. Rahn, Berlin
Brandschutz: Peter Stanek, Berlin
Projektsteuerung: Ute + Ludger Bühren, Dipl.-Ing. Architekten, Berlin

Jahr

2016

Ort

Hannover

Konstruktionsmerkmale

strenger Wechsel von großen Wandflächen und hohen Fensterschlitzen (außen)

Besonderheiten

Doppelgesichtigkeit: außen geschlossen – innen offen

Beschreibung

Eins ist dieses Gebäude sicherlich nicht: banal. Aber es ist auch nicht einfach zu knacken und sorgt für Irritation, wie es da seit 2016 groß, dunkel und verschlossen in Hannover inmitten heterogener Universitäts- und Wohnbebauung, Läden und Kneipen hervorragt und zusammen mit einem Rundbunker eine Art Tor zur Nordstadt bildet. Zwei Jahre später dann hat es nicht nur die Nutzer überzeugt: Mensing Timofticiuc Architekten erhielten den Niedersächsischen Staatspreis 2018. „Autistisch“ nennen Marius Mensing und Anca Timofticiuc ihr Gebäude selbst, was aber nur auf den ersten Blick zutrifft. Seine Verschlossenheit und auch Wuchtigkeit wird durch gebäudehohe Fensterschlitze, gute Proportionen und die nach Südwesten abfallende Fassade abgebremst. Im Inneren des keilförmigen Baus tut sich eine Gegenwelt auf: Drei Geschosse mit Raumhöhen mit bis zu sieben Metern legen sich um den offenen, vieleckigen Innenhof. Galerien und große Fenster machen die Büros, Werkstätten und die Seminarräume durchlässig. Die Raumkompositionen und Sichtachsen sind auf Kommunikation und Begegnung ausgelegt. Im Vergleich wirkt die Hülle nun wie ein Schutzmantel für die vielfältigen Tätigkeiten von rund 1.000 Nutzern, die im weiteren Sinne aus der Kreativbranche stammen. Für die 50 Büroarbeitsplätze haben die Betreiber das Motto „Tisch, Stuhl, Internet“ ausgegeben; feste Plätze gibt es nicht, wer sich hier einmietet, kann das gesamte Angebot auf den gut 2.000 Quadratmetern stundenweise nutzen. Dazu gehören auch das öffentlich zugängliche Café („Cafve“) und Veranstaltungsflächen.

Beton

Was das Gebäude neben dem sehr erfolgreichen Konzept auszeichnet, ist der unaufgeregte und pure Umgang der Architekten mit den Materialien und den Details. Die dunkel gefärbte Sichtbetonfassade schimmert je nach Tageszeit und Wetter mal Lichtgrau mal anthrazitfarben, ihre lebendige Wirkung verliert sie dabei nie. Auch im Inneren kommt viel Sichtbeton zum Einsatz; ein schreibender Besucher bescheinigte ihm gar eine „hübsch-heimelige“ Ausstrahlung. Die Materialwahl passt zum Credo der Architekten: „Nachhaltigkeit in technischer Hinsicht ist eine Sowieso-Leistung in unserer Zeit und gehört zu unserem Handwerk.“ Konkreter: „Zur Reduzierung der Kosten und Bauzeit haben wir eine Strategie entwickelt und beim Bau des Hafvens getestet. Statt Qualitäten auf viele unterschiedliche Schichten und Materialien zu verteilen, verdichtet sich die Konstruktion auf ein Material, das alles leisten kann: Boden, Decke, Tragstruktur und Außenwand aus Beton sind monolithisch miteinander vergossen und bilden eine Ganzheit.“ Der Vorsitzende Michael Schumacher fasste die Begründung der Jury zum Niedersächsischen Staatspreis so zusammen: Die Architekten zeigten „Mut zu sowohl inhaltlich als auch formal neuer und eigenwilliger Architektur.“

Quelle

Christina Gräwe für EINSATEAM

Bildnachweis: Hélène Binet, London (3-5); Frank Schinski/ © WILKHAHN, Hannover / Bad Münder (1,2,6-8)

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