Tanzender Beton

Wohnsolitär Gret-Palucca-Straße Dresden

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Wohnungsbau Beton & Bautechnik

Architekt

Leinert Lorenz Architekten, Dresden

Bauherr

FIRA Firmengruppe Dresden, www.fira.de

Jahr

2017

Ort

Gret-Palucca-Straße 7, 01069 Dresden

Besonderheiten

Konfektionierte Betonfertigteile

Preise

Anerkennung Architekturpreis Beton 2017

Beschreibung

Der 2017 fertiggestellte Wohnsolitär von Leinert Lorenz Architekten spricht eine klare Materialsprache aus Beton und Stahl. Was mit seiner schwarzen Fassade aus Vor- und Rücksprüngen als Hommage an die Tänzerin, Tanzpädagogin und Choreografin Gret Palucca verweist ist zugleich ein klug durchdachter Wohnbau an einer stark befahrenen Straße am Rand der Dresdener Altstadt.

Im Jahr 1925 gründete Gret Palucca ihre Tanzschule und blieb Dresden lebenslang verbunden. Ihre Schule genießt auch heute internationales Renommee. Nur dreißig Laufminuten davon entfernt entstand in gut anderthalb Jahren Bauzeit auf dem Grundstück einer kriegszerstörten Stadtvilla der Neubau des Dresdner Architekturbüros Leinert Lorenz. „Ich will nicht hübsch und lieblich tanzen“, hatte Palucca über ihren Stil gesagt. Kraftvoll, energetisch, herb, dabei aber zugleich auch schwerelos wirbelte sie über den Tanzboden – ebenso lässt sich das neue Wohnhaus charakterisieren.

Der Solitär erhebt sich markant in eine Höhe von 27 Metern und ist somit eine Seltenheit in der neuen Dresdner Stadtgeschichte, in der im Interesse der Bewahrung der historischen Silhouette bei jedem Höhenmeter miteinander gerungen wird. Die Nachbarschaft bildet eine heterogene Mischung aus Kita, Schule und zwei 17etagigen Hochhäusern, die ab 1969 entstanden und momentan saniert werden. In der von Grün durchzogenen Gegend setzt sich der Neubau klar ab und ergänzt die Szenerie um einen zusätzlichen, individuellen Stadtbaustein, der vielleicht erst auf den zweiten Blick seinen ganzen Charme entfaltet.

Beton

Am Anfang der Planungen stand der Wunsch nach einer grazilen und gleichzeitig ehrlichen Architektur, die ohne Dämmung und Verkleidung auskommt. So fiel die Entscheidung auf Beton.

Mit seiner quadratischen Fläche gründet das Gebäude auf einem doppelten Untergeschoss, das die Stellflächen beherbergt. Man gelangt hierhin über außenliegende Betonrampen. Mit mehr als einem Meter Überstand ist dies die Basis für das Hochparterre, wo sich ein großzügiger Eingangsbereich befindet, aus dem die 9 Geschosse emporwachsen. Diese Verjüngung verhilft dem Bau zu schwebender Leichtigkeit. Ein Funktionsschacht bildet die Mittelachse, um ihn legen sich etagenweise die 28 Wohnungen wie um einen Kern. Klar gegliederte Grundrisse der Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen kommen verschiedenen Wohnbedürfnissen entgegen. Alle Wohnungen sind über Eck angelegt, so dass jede Licht von zwei Seiten erhält und zu zwei Seiten Ausblicksituationen bietet.

Ebenso großzügig wie den Charakter des Gebäudes prägend, sind die überkragenden Balkone - auf der adressbildenden Seite und ihrem Gegenüber mit schützenden Betonbrüstungen, auf den verbleibenden zwei Seiten mit Stahlgeländer. Sie entfalten in ihrer vertikalen Ausbreitung eine starke grafische Wirkung und scheinen vor dem Gebäudekorpus zu schweben. Mithilfe von 1:1 Modellen der umlaufenden Balkonbänder und intensiver Auseinandersetzung zur Farbgebung entstanden Form und schwarze Pigmentierung der Betonfertigteile. Elegant ziehen sich die Balkone – ihre Oberfläche ist innen glatt geschalt, nach außen gesäuert, daher rau – in die Länge, lediglich unterteilt mit Hilfe von doppelreihig gestelltem, immergrünem Kirschlorbeer. Durch die etagenweise vorgenommene Verschiebung der Knicke und Falze entfalten die Balkonbänder ein fließendes perspektivisches Spiel und die Konstruktion erhält eine dem Beton sonst nur schwer zu entlockende, fast tänzerische Dynamik.

Quelle

EINSATEAM

Bildnachweis: Jan Gutzeit, Dresden / Leinert Lorenz Architekten, Dresden

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