Mehrfamilienhaus in Uster, Schweiz

Wechselspiel in Beton

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Beton im Wohnungsbau Wände aus Beton

Architekt

wild bär heule architekten, Zürich, Schweiz

Bauherr

Baukonsortium Schönegg, Zürich, Schweiz

Projektbeteiligte

Architektur: wild bär heule architekten, Zürich, Schweiz
Mitarbeit: Thomas Hauser, Christa Lippuner
Bauleitung: Fild + Partner GmbH, Forch, Schweiz
Bauingenieur: Schärli + Oettli AG, Zürich, Schweiz
Bauphysiker: Steigmeier Akustik + Bauphysik GmbH, Baden, Schweiz

Jahr

2014

Ort

8610 Uster, Schweiz, Schöneggstraße 1

Konstruktionsmerkmale

zweischalige Gebäudehülle, außen Sichtbeton, innen Backstein und Sichtbetondecken

Besonderheiten

charaktervolles Wechselspiel glatter und strukturierter Sichtbetonoberflächen

Beschreibung

Nicht nur in Großstädten spielt das Thema Nachverdichtung eine Rolle. Auch beim Bau eines Dreifamilienhauses in Uster, einer wachsenden Gemeinde südöstlich von Zürich mit knapp 34.000 Einwohnern, führte dieser Gedanke dazu, ein Einfamilienhaus aus den 30er Jahren abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Dabei vernachlässigten die Architekten des Zürcher Büros wild bär heule aber keineswegs den Respekt vor der Nachbarschaft.

Ihr Sichtbetonkubus fällt optisch aus dem Rahmen der kleinteiligen Siedlungsbebauung mit Satteldächern, trumpft aber nicht auf. Hier steht kein grober Betonklotz, sondern - ganz im Gegenteil - ein zurückhaltend-elegantes helles und auch lebendiges Haus. Diese Wirkung verdankt es zuallererst seiner Fassade. Glatte und strukturierte Flächen wechseln sich nicht nur geschossweise ab, sondern sind auch übereck versetzt angeordnet. Die Rillenstruktur ist durch Styropormatrizen entstanden, die glatten Oberflächen zeigen die vertrauten Schalungsmuster. Mit den großflächigen und vollverglasten Fenstern trieben die Planer das gleiche Spiel: Sie sitzen in jedem der vier Geschosse an anderen Stellen und vermeiden so den Eindruck aufeinander gestapelter serieller Etagen. Was sich ebenfalls von außen gut ablesen lässt, sind die unterschiedlichen Außenräume, die den Wohnungen zugeordnet sind. Die Wohnung im Erdgeschoss hat über eine Loggia Zugang zum (von allen Bewohnern nutzbaren) Garten. Im zweiten Geschoss gibt es eine Loggia mit doppelter Geschosshöhe, und die Maisonettewohnung, die sich über den dritten und vierten Stock erstreckt, verfügt ebenfalls über einen gedeckten Außenbereich sowie zwei Dachterrassen. Die Sichtbarkeit des Materials setzt sich im Inneren fort. Das Parkett ist sägerau belassen, das unverputzte Industriemauerwerk strukturiert auf originelle Weise die Wandflächen. Es ist wie die Sichtbetondecken lediglich weiß gestrichen. Etwas Poesie haben sich die Architekten aber doch gegönnt: Der textile Sonnenschutz besteht aus besticktem Insektenstoff, der zarte Schattenmuster in die Räume wirft.

Nun sollte man meinen, sich in Eigentumswohnungen der gehobenen Kategorie zu befinden. Tatsächlich kennen sich die Architekten bestens mit Bauaufgaben dieses Spektrums aus. Hier aber wollten sie zeigen, dass es auch simpler und kostensparender geht, ohne an Qualität einzubüßen. Die drei Mitwohnungen sind selbstfinanziert und ihr doppelter Boden als Alterssitz.

Beton

Das Haus ist ein Massivbau mit Stahlbetondecken und einer zweischaligen Gebäudehülle. Zwischen der charaktergebenden äußeren Schale, die aus Ortbeton besteht, und der inneren tragenden Backsteinschicht liegt eine 20 Zentimeter starke Kerndämmung. Viele Argumente sprachen für die Verwendung von Beton, erläutern die Architekten: Er ist pflegeleicht im Unterhalt und durch seine Langlebigkeit ein nachhaltiger Baustoff. Zu Letzterem trägt auch bei, dass die Dichte des Materials zur Dämmung des Hauses beiträgt und damit im Winter die warmen und im Sommer die kühlen Temperaturen im Inneren lange hält. Die Planer schätzen auch seine plastischen Qualitäten und die Tatsache, dass sich Beton ohne aufwändige Details verarbeiten lässt. Vor allem aber nutzen sie die „Ehrlichkeit“ des Materials: Dadurch, dass sie den Beton überall dort, wo er vorkommt, sichtbar gelassen haben, erzählt er durch die Spuren des Gießprozesses von der Entstehung des Hauses. Die derzeitigen Mieter fühlen sich sehr wohl in dieser durchdachten und handwerklich präzise ausgeführten Architektur.

Quelle

Christina Gräwe für EINSATEAM

Bildnachweis: Roger Frei, Zürich, Schweiz / wild bär heule architekten, Zürich, Schweiz

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