Skulpturenpaar in Infraleichtbeton

Villa und Gästehaus in Planegg

Architekt

Unterlandstättner Architekten, München

Bauherr

privat

Projektbeteiligte

Tragwerksplanung: IB-Federlein Ingenieurgesellschaft mbH
Saaleblick 2 | 97616 Salz b. Bad Neustadt a. d. Saale
Haustechnik: ingenieurbüro hausladen gmbh, Kirchheim
Bauphysik: ingenieurbüro hausladen gmbh, Kirchheim
Landschaftsarchitektur: Wendler Landschaftsarchitekten, München

Jahr

2018

Ort

Planegg bei München

Konstruktionsmerkmale

Außen- und Innenwände aus einem Guss

Besonderheiten

Infraleichtbeton ohne zusätzliche Wärmedämmung

Beschreibung

Planegg ist eine Gemeinde südwestlich von München und auf halbem Weg nach Starnberg – eine wachsende Gemeinde, was daran liegen mag, dass sie Teil des Speckgürtels ist und hier zahlreiche Computer- und Biotechnologieunternehmen angesiedelt sind. Auch landschaftlich ist die Gegend sehr reizvoll, zudem mit der S-Bahn gut erreichbar. Und sollte man dann noch die Bauherren des ungewöhnlichen Villenensembles kennen, das hier seit 2018 auf einem baumreichen Grundstück steht, ist man als Besucher fein raus: Außer ihrem eigenen Wohnhaus haben die Bewohner nämlich ein zusätzliches Gästehaus in Auftrag gegeben.

Dafür wurde eigens ein kleiner Wettbewerb vorgeschaltet, den Unterlandstättner Architekten für sich entscheiden konnten. Die erfahrenen Wohnhausbauer für gehobene Ansprüche überzeugten mit zwei Häusern, einem größeren mit 400 Quadratmetern für die Dauerbewohner, einem kleineren, leicht diagonal versetzten für die Besucher. Die Familienähnlichkeit der beiden beinahe bildhauerisch anmutenden Baukörper ist trotz der unterschiedlichen Höhen unverkennbar. Einschnitte verstärken die skulpturale Erscheinung und schaffen hauptsächlich nach Süden Terrassen und andere Freiräume. Die Eingänge liegen im Norden. Diese Seite schützt – ohne hermetisch zu wirken – die Privatheit; auf einen blickdichten Zaun oder hohe Hecken wurde verzichtet. Zum Garten hin öffnen sich die Häuser deutlich stärker, die Terrassen sind aber so angeordnet, dass auch untereinander noch ein Rückzug möglich ist. Eine wichtige Rolle bei der Planung der Raumabfolgen spielte das Tageslicht, das über einen Lichthof selbst in den Wellness- und Spielbereich für die Kinder im Untergeschoss ungehindert einfällt. Die Architekten bezogen außerdem von Beginn an exakt eingepasste Einbaumöbel, teils mit integrierten Durchgängen, und weitere Einrichtungsgegenstände mit in die Planungen ein – der erste Eindruck von Homogenität und Schlüssigkeit der kleinen Gebäudegruppe setzt sich so im Inneren fort.

Beton

Die Bauherren waren experimentierfreudig genug, sich auf den Vorschlag der Planer einzulassen, das Ensemble in Infraleichtbeton herzustellen. Das Material wurde bei Heidelberger Beton hergestellt und ist noch keine Alltäglichkeit; eine Sondergenehmigung war notwendig. Die Vorteile aber, durch langjährige Forschungen an der TU Berlin durch Mike Schlaich erkundet und erprobt, sind bestechend. Aufgrund der Beimengung von Blähtongranulat sind die Wände hochdämmend, sodass einschalig und ohne ein so gerne verordnetes, aber unter Planern und Bauästheten ungeliebtes Wärmedämmverbundsystem gebaut werden konnte. Die 45 Zentimeter starken Bauteile sind zugleich Außen- wie auch Innenwand, was die Häuser „wie aus einem Guss“ erscheinen lässt. Ein weiterer Pluspunkt für das im Vergleich recht aufwendig zu verarbeitende Material: Es ist vollständig recyclebar.

Christina Gräwe für EINSATEAM
 

Quelle

Bildnachweis: Michael Heinrich, Florian Holzherr / Pläne: Unterlandstättner Architekten

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