Betonfünfeck

Immeuble Verdeaux à Renens (acht Wohnungen und ein Laden)

Architekt

Dreier Frenzel Architecture + Communication, Lausanne

Bauherr

privat

Projektbeteiligte

Fachplaner:
Bauingenieure: Structurame, Genf
Kunst-und-Bau: Simon Deppierraz, Lausanne
Beton: Bugnon Construction, Epagny

Jahr

2018

Ort

Renens, Schweiz

Konstruktionsmerkmale

Einschalige, daher günstige Konstruktion

Besonderheiten

Hohe (Ausführungs-)Qualität trotz kleinem Budget

Preise

Preis Best Architects 2019
Auszeichnung Hochparterre „Die Besten 2018“

Beschreibung

Am Ende freuten sich die lachenden Dritten: Nachdem die Gemeinde Renens bereits zwei Entwürfe abgelehnt hatte, empfahl sie den Bauherrinnen das Büro Dreier Frenzel aus Lausanne. Die Aufgabe lautete, anstelle eines kleinen Hauses im Familienbesitz ein Wohnhaus für mehrere Parteien zu bauen und mit einem für die Schweiz engen Gesamtbudget von 2,6 Millionen Franken so viel vermietbare Fläche wie möglich zu schaffen. Kein abwegiger Gedanke an dem Ort nahe Lausanne, der durch eine geänderte Bauordnung nun mehr Dichte zulässt und sich zur beliebten Wohngegend gemausert hat.

Für das dreieckige Hanggrundstück entwickelten Yves Dreier und Eik Frenzel einen fünfeckigen Grundriss. Was kompliziert klingt, erwies sich als kluge Idee, denn so konnten sie die hohen Anforderungen an die Abstandsflächen erfüllen. Und auch für die Anordnung der Räume in den acht Zweieinhalb- bis Fünfeinhalbzimmerwohnungen fanden sie eine geschickte Lösung, indem sie mit leichten Trennwänden orthogonale kleine Räume planten und fließende Wohn-Essbereiche mit offenen Küchen klammerartig drumherum legten. Auf Flure verzichteten sie. Die Treppen hingegen zelebrierten die Planer: Sie wickeln sich um das Haus herum, verschaffen durch die Verlegung nach außen jeder Etage 15 Quadratmeter Nutzfläche im Inneren mehr und dienen zudem durch Aufweitungen zusätzlich zur Erschließung als halbprivate Balkone und Begegnungszone. Dieser Gedanke war den Architekten wichtig und wird von den Bewohnern auch gut angenommen. In der Nachbarschaft war das Haus anfangs umstritten; der nüchterne Betonauftritt hebt sich von den überwiegend gediegenen Wohnhäusern vom Ende des 19. Jahrhunderts tatsächlich deutlich ab. Die Architekten nahmen aber durchaus Bezüge auf, sei es mit der steilen Mansarde, den sandgestrahlten Fensterlaibungen oder den dunkelroten Markisen.

Beton

Ein ganz wesentlicher Grund, sich für einen Betonbau zu entscheiden, war das limitierte Budget. Die tragenden Außenwände sind 20 Zentimeter dick; auf eine zweischalige Lösung mit Außendämmung wurde verzichtet und die Dämmung nach innen hinter Gipsverschalungen verlegt. Der Aufzugskern steift das Gebäude aus. Die Sichtbetonoberflächen innen wie außen konnten zwar aus Kostengründen nicht in der besten Kategorie geschalt werden, aber: „Wir hatten gute Handwerker, die die Fassade trotz Schalung Typ 2, also einer einfachen Schalung, sehr hochwertig hinbekommen haben,“ sagen Dreier Frenzel im Interview. Die Spuren der Schalung und Abstandshalter sind ein Teil des Hauses und geben ihm einen individuellen Charakter.

Quelle

Christina Gräwe für EINSATEAM

Bildnachweis: Matthieu Gafsou / Dreier Frenzel

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