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Betonschubladen

Im Thelottviertel in Augsburg

Architektur

jasarevic architekten, Mering

Bauherr

Arno Buchegger Stiftung, Augsburg

Projektbeteiligte

Beteiligtes Architekturbüro
BERZ.Architekten, Augsburg

Fachplaner
Tragwerksplanung: IB Fazlic, Ingolstadt
Haustechnik: IB Mengü, Hamm
Bauphysik: IB Müller BBM, München

Jahr

2020

Ort

Augsburg

Konstruktionsmerkmale

Monolithisch-skulpturale Verwendung des Materials

Besonderheiten

Beton als Neuinterpretation von historisch Gewachsenem

Preise

Shortlist Thomas-Wechs-Preis 2021
Nominierung DAM Preis 2022

Beschreibung

Das Thelottviertel gehört zu Augsburgs beliebtesten Wohngegenden: Hier geht kaum noch etwas. Das war nicht immer so. Das ehemalige Sumpfgebiet war im Gegenteil so wenig begehrt, dass der Architekt Sebastian Buchegger dort günstig Land erwerben konnte zwischen 1905 und 1929 sukzessive Deutschlands erste Gartenstadt nach dem Vorbild Ebenezer Howards entwickelte. Das ehemalige Buchegger´sche Wohnhaus beherbergt heute das Architekturmuseum Schwaben.

In diese gewachsene Kolonie aus überwiegend Reihen- und Mehrfamilienhäusern setzten jasarevic architekten 2020 einen neuen Baustein. Der Auftrag kam direkt von der Arno-Buchegger-Stiftung. Stadtplanung, Denkmalamt und Architekten stimmten nach langen, anfangs kontroversen Gesprächen überein, hier einen neuartigen Auftritt zu wagen. Jedenfalls auf den ersten Blick, denn die vier, optisch zu einem Gebäude zusammengefassten Reihenhäuser strahlen in hellem Sichtbeton zwischen üppigem Grün hervor. Auf den zweiten Blick aber offenbart sich, dass sie sehr viel mit ihrer Nachbarschaft zu tun haben. Sie folgen wie viele Häuser hier der Straße, was zusammenhängende Grünräume erhält. Die Gartenflächen bleiben fließend; die Bewohner fühlen sich auch ohne trennende Zäune wohl. Die typischen Erker, Vorsprünge und die Kleinteiligkeit der historischen Gebäude in der Nachbarschaft nimmt die neue kleine Zeile auf, abstrahiert sie aber. Als hätten sie aus einem großen Quader Schubladen unterschiedlich weit aufgezogen, haben die Architekten die Häuser zur Straße und zum Garten mit Vor- und Rücksprüngen versehen. Zum Teil sind das tiefe Loggien mit geschützten Freiräumen, zum Teil vorwitzig rausgestreckte Kuben, in denen sich in den oberen Geschossen zum Garten hin beinahe voll verglaste Wohnräume befinden. Denn noch einer weiteren Tradition sind die Planer gefolgt: Charakteristisch für die Gegend sind Gartenzimmer im Erdgeschoss, weshalb die klassischen Wohnzimmer nach oben verlegt wurden. Der Sprung im Gelände beträgt zwischen Straße und Garten einen Meter, was zu einer Splitlevel-Lösung im Inneren führte. Wichtig war sowohl der Stiftung als auch den Architekten, dass mit einer flexiblen Raumaufteilung ganz unterschiedliche Bedürfnisse der Bewohner erfüllt werden – tatsächlich sind auch verschieden große Familien eingezogen.

Beton

Beton zu verwenden, stand schon früh in der Planung fest. Bei aller Anlehnung an die Baugeschichte des Orts sollte auch ein eigenständiges, der Entstehungszeit entsprechendes Gebäude entstehen. Eine Art „Skulptur, wie aus einem Stein gehauen“, sagt Alen Jasarevic, wofür sich Beton nunmal anbiete. Mit Beton sei es am besten gelungen, „die Verbindung aus zeitgenössischem Bauen und abstrahierten Zitaten auf den Punkt zu bringen.“ Jasarevic ist überzeugt, dass hochwertig gearbeitete Häuser, die sowohl robust als auch flexibel sind, auf mehr Akzeptanz stoßen, also besser gepflegt werden und eine längere Lebenszeit haben – all das ist mit Beton möglich. Der Baustoff verträgt auch das Altern: „Aus einer neuen wird eine getragene Lederjacke.“

Quelle

Christina Gräwe für EINSATEAM

Bildnachweis: Brigida González, Stuttgart / Pläne: jasarevic architekten

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