21.01.2015

Kirchenpavillon Bonn

Zeitlose Offenheit

Der neue Kirchenpavillon bildet mit Vorplatz und Kirchengebäude ein stimmiges Gesamtensemble. Foto: Kastner Pichler Architekten.

In seiner Gestaltung zeitlos, aber offen für Zukünf-tiges – so präsentiert sich der neue Kirchenpavillon am Bonner Kaiserplatz. Der monolithische Bau mit seinen Außenwänden aus Liapor-Leichtbeton strahlt dabei Einfachheit und Ehrlichkeit aus, während die Sichtbetonoptik das Gebäude mit Kirche und Vorplatz gleichsam verschmelzen lässt.

Am ersten Advent im Dezember 2014 wurde am Bonner Kaiserplatz der neue Kirchenpavillon des Evangelischen Kirchenkreises Bonn in einem feierlichen Festakt eingeweiht. Das neue Gebäude umfasst das Stadtkirchencafé sowie eine Informations- und Beratungsstelle und befindet sich an der Längsseite des Kaiserplatzes vor der Bonner Kreuzkirche. "Die Dimension des Kirchenpavillons ist so beschaffen, dass er dient und keines der Kirchenportale den Blicken vom Kaiserplatz her entzieht", erklärt Architekt Jochem Kastner von Kastner Pichler Architekten, die das rund 1,3 Millionen teure Projekt planten und umsetzten. "In seiner Modernität zeigt er sich offen für Zukünftiges, bleibt aber in seiner Gestaltung zeitlos." Der quaderförmige, monolithische Baukörper begrenzt mit seiner Längsseite den Kaiserplatz, öffnet sich aber auch über die zahlreichen raumhohen Fenster dorthin. Die Fenster vermitteln im Wechselspiel mit den massiven, 60 Zentimeter mächtigen Außenwänden Rückzugsmöglichkeiten, Ruhe und Offenheit.

Die Sichtbetonoptik sowie die großformatigen Fenster geben dem Kirchenpavillon sein ­unverwechselbares Gesicht. Foto: Kastner Pichler Architekten.

Individuelle Massivität

Errichtet wurde der Kirchenpavillon als eingeschossiger Flachdachbau aus Liapor-Leichtbeton in Sichtbetonoptik. In seiner Materialhaftigkeit verschmilzt das neue Gebäude mit der Ausprägung des Vorplatzes und tritt gegenüber der Kirche in Form und Material nicht in Konkurrenz. Daneben sprachen noch weitere Gründe für die Verwendung des Leichtbetons: "Der Baustoff ermöglichte es, dem Pavillon seine individuelle Massivität und Schwere zu verleihen, die zur Dauerhaftigkeit des Kirchengebäudes passt. Gleichzeitig ließ sich durch die monolithische Bauweise auch die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit der Kons­truktion bewusst darstellen", so Jochem Kastner. Auch die gewünschte helle Farbigkeit, die damit perfekt der Optik des Betonpflasterbelags des Kaiserplatzes entspricht, konnte so sichergestellt werden.

Überdurchschnittliche Energieeffizienz

Ein weiteres Kriterium war die hohe Energieeffizienz. "Die einschalige Gebäudehülle kommt ohne zusätzliches Wärmedämmverbundsystem aus. Trotzdem weist der Pavillon eine um dreißig Prozent höhere Energieeffizienz als ortsüblich vorgeschrieben auf", erklärt Jochem Kastner. Und die hervorragende Wärmedämmung und das hohe Wärmespeicherungs­vermögen des Leichtbetons in Kombination mit seiner feuchteregulierenden Wirkung waren weitere überzeugende Punkte für den Baustoff. "Die thermischen Eigenschaften des Liapor-Leichtbetons harmonieren wunderbar mit der installierten Fußbodenheizung und ergeben ein sehr angenehmes, behagliches Raumklima", so Jochem Kastner.

Im Inneren herrscht durch die Kombination von Fußboden-
heizung und Liapor-Leichtbeton ein besonders ausgeglichenes, angenehmes Raumklima. Foto: Kastner Pichler Architekten.

Fugenlose Gebäudehülle

Insgesamt kamen rund 124,5 Kubikmeter Liapor-Leichtbeton LC12/13 D1.2 beim Kirchenpavillon zum Einsatz. Er wurde hergestellt und geliefert von der Herkules Transportbeton Rheinland GmbH & Co. KG in Niederkassel, wo in enger Zusammenarbeit mit Liapor auch die Rezeptur entwickelt sowie zahlreiche Probewände erstellt wurden. Die Verarbeitung übernahm die Lanzerath Holding GmbH in Grafschaft-Gelsdorf. Um in der geforderten Sichtbetonklasse SB 3 und Schalhautklasse SHK 2 ein besonders glattes, einheitliches Gesamtbild mit definierten Schalhautstößen zu ­generieren, wurden bewusst sehr großformartige Schaltafeln mit 2,50 Metern Breite und sechs Metern Höhe verwendet. Das Ergebnis ist eine fugenlose Gebäude­hülle, bei der sich die einzigen Schalhautstöße lediglich rechts und links über den Stürzen der jeweiligen Fenster zeigen. Auf Dehnungsfugen konnte komplett verzichtet werden. Die Sichtbetonoberfläche wurde anschließend hydrophobiert und mit einem wächsernen Graffitischutz versehen.

Richtungsgebende Sinnhaftigkeit

Dank perfekter Kommunikation und Zusammenarbeit mit allen Beteiligten konnten sämtliche Arbeiten am Neubau planmäßig Ende November 2014 abgeschlossen werden. Gleichzeitig erfolgte auch die Neugestaltung der Außenanlagen und des Vorplatzes. "Platzgestalt und Baukörper geben dem Vorplatz Richtung und Sinnhaftigkeit, ohne aber den Bereich am Fuße der Kirche in seiner Nutzbarkeit einzuschränken", so das Fazit von Jochem Kastner. "Sie bilden zusammen mit dem Kirchengebäude selbst ein ganzheitliches Ensemble, das hilft, Schwellen zu überwinden und gleichzeitig die Öffnung der Kirchengemeinde zur Stadt hin stärker zu kommunizieren."

Quelle: Liapor GmbH & Co. KG

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