23.03.2022

Bunte Betonentchen

Auf Reisen in alle Welt

In seinem Profil-Text bei Instagram bringt es der Künstler auf den einfachen Punkt: "Ich mache kleine Entchen aus buntem Beton und setze sie aus."

Aber warum? "Begonnen hat es im Herbst 2019 damit, dass ich eine Form für solche Entchen bei einem Online-Händler gesehen habe und damit etwas für eine Freundin basteln wollte", sagt Rainer, der Betonentchen-Macher aus dem oberösterreichischen Laakirchen. "Das Ganze war ein vollkommen zielloses Rumspielen, aber die Entchen haben mir gefallen. Und irgendwann bin ich auf die Farbe und Bastelbeton gekommen und habe die ersten Betonentchen schlüpfen lassen. Und dann immer weitere. Als ich nicht mehr wusste, wohin damit, habe ich das erste einfach ausgesetzt. Tags darauf war es schon verschwunden. Das ist dann eigentlich schon die ganze Geschichte. Scheinbar hatte irgendjemand Freude daran. Und das wiederum hat mir Freude gemacht."

Über 1.000 Entchen aus Beton

Bisher hat Rainer, so schätzt er, schon über 1.000 Entchen ausgesetzt oder per Post an Freunde in die ganze Welt verschickt. Was die in seinem Heimatort ausgesetzten Entchen so treiben, behält Rainer im Blick. "Manchmal stehen sie total offensichtlich wochenlang rum, manchmal verschwinden sie im Handumdrehen. In einem Bahnhof in der Nähe habe ich mal eines ausgesetzt, gehe ein paar Schritte, drehe mich um, um ein Foto zu machen, da war das Entchen schon weg." (Und auch die Nachbarschaft hatte anfangs mit kritischem Blick die Entchen taxiert. Im „Dorffunk“ wurde sogar spekuliert, ob es sich bei den in der Nähe von Häusern postierten Entchen um einen Code von Einbrechern, so genannte „Ganovenzinken“, handeln könnte.)

Rainer verfolgt mit seinen Enten keinerlei kommerziellen Zweck. Es macht ihm einfach Spaß. Und seine Geschöpfe gehen auch in der Social-Media-Welt auf Reisen, anfangs bei Twitter, inzwischen bei Instagram. Hier haben sich sogar schon "Adoptiv-Eltern" eines seiner Entchen gemeldet.

Im "richtigen Leben" ist Rainer gelernter Schlosser, der mit Beton eigentlich nichts zu tun hatte. "Ich war anfangs zum Beispiel wirklich erstaunt, dass man Beton färben kann, und habe im Laufe der Zeit von Tinte bis Tätowierfarbe alles Mögliche ausprobiert."

Eine neue Gattung der Betonentchen ist seit Beginn des Ukraine-Krieges hinzugekommen – die "Ukraine-Ente". Um seine Solidarität mit dem angegriffenen Land zu bekunden, hat Rainer sein Instagram-Profilbild zu einer blau-gelben Ente geändert. "Eine Userin hat mich daraufhin gefragt, ob sie das Exemplar aus dem Profilbild haben kann. Das war aber ein altes Bild von einem Entchen, das ich schon lange ausgesetzt hatte. Daraufhin habe ich begonnen, blau-gelbe Entchen zu machen. Ich möchte damit ein kleines Zeichen setzen. Zumindest das möchte ich machen."

Zum Schluss wollen wir Rainers Betonentchen alles Gute auf ihren Reisen wünschen. Wer das weiterverfolgen will, kann sich bei @betonentchen auf dem Laufenden halten.

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