03.09.2019

Neues Modulsystem in Baustein-Optik

Bento Beton-Stadtmöbel

Erkrath, September 2019 Massive Absperrungen, zum Beispiel bei Weihnachtsmärkten und anderen öffentlichen Veranstaltungen, sind ein alltäglicher, aber manchmal wenig einladender Anblick. Die Hamburger Produktdesigner von Pitsch & Schau entwickelten eine bestechend einfache Idee, die Barrieren zu farbenfrohen und unkonventionellen Sitzmöbeln umzufunktionieren, die darüber hinaus auch allgemein zur Stadtmöblierung, bei Events oder im Garten- und Landschaftsbau eingesetzt werden können.

Das Team vom Designstudio Pitsch & Schau widmet sich der Gestaltung des öffentlichen Raums unter anderem mit einer konkreten Spezialisierung auf Sitzgelegenheiten in urbanen Quartieren. "Das Angebot an Sitzmöglichkeiten in unseren Städten besteht überwiegend aus Bänken. Neue Experimente wie zum Beispiel die sogenannten Parklets in der Berliner Bergmannstraße stellen eher die Ausnahme dar", erklärt Oliver Schau. "Mit unserem Fokus auf urbane Sitzmöbel sind wir über die nackten Betonquader gestolpert. Das brachte uns auf die Idee, die Bausteine umzugestalten; zu Sitzmöbeln, die frische Farben und neue Formen in die Stadt bringen und auch in anderen Zusammenhängen genutzt werden können."

Mit diesem Konzept wandten sich Oliver Schau und Mario Pitsch an die Manzke Gruppe. "Im Sommer 2018 bekamen wir einen Flyer zugeschickt, der die bis dahin noch gar nicht existierenden Bento-Module präsentierte. Das war wirklich etwas ganz Neues", erklärt Jürgen Nowoczin, im Vertrieb bei Manzke tätig. "Wir waren anfangs etwas perplex, dass unser Unternehmen als Produzent dieser überdimensionalen Beton-Bausteine genannt wurde, die es noch gar nicht gab. Aber die Idee hat uns so begeistert, dass wir mit den beiden Designern ins Gespräch kamen und dann tatsächlich anfingen, uns mit der Umsetzung zu beschäftigen."

Im Gegensatz zu herkömmlichen Betonblöcken liegen die Ansprüche an Witterungsbeständigkeit, insbesondere der Farben und der Sichtbetonanmutung, natürlich höher. "Bei normalen Blöcken kann hier und da mal eine Kante abgebrochen oder eine Nässestelle zu sehen sein. Da spielt die Optik keine große Rolle. Bei "Bento" dagegen haben wir schon eine Weile experimentieren müssen, bis wir die Module so optimiert hatten, dass sie unseren Qualitätsansprüchen gerecht werden", so Felix-Benjamin Manzke, Geschäftsführer der Manzke Beton GmbH.

Inzwischen ist das Modulsystem serienreif und verzeichnet seine ersten Einsätze: zum Beispiel im Mai dieses Jahres beim Hamburger Hafengeburtstag, im Juni beim internationalen Reitturnier im niedersächsischen Luhmühlen und ebenda noch einmal Ende August zu den Reit-Europameisterschaften. Und sogar einen ersten Firmenkunden können Manzke und Pitsch & Schau bereits verbuchen. Ein Lüneburger Unternehmen will Bento-Module mit eigenem Logo und Farben als Eyecatcher auf dem Firmengelände installieren. Bento ist also nicht nur auf den Einsatz im öffentlichen, urbanen Raum beschränkt. Die Sitzmodule lassen sich auch für eigene Events anmieten. Das Modulsystem eignet sich für vielfältige Konstellation und kann unterschiedlichsten Gegebenheiten angepasst und flexibel neu kombiniert werden. So lassen sich damit Trennelemente, Sitzgruppen, Bauminseln und vieles mehr anlegen.

Für ihre Idee der Bento-Betonmöbel haben die beiden Hamburger Produktdesigner beim German Design Award 2019 eine "Special Mention für Exzellent Product Design" erhalten. Begründung der Jury: "Die inzwischen an vielen Orten platzierten Betonbausteine als öffentliche Sitzbänke in farbenfrohem Design zu gestalten, ist so einfach wie genial. Eine tolle Idee, die aus der Not eine Tugend macht." Ein schöner Erfolg für das junge, erst 2017 gegründete Hamburger Studio, das sich dem Ausstellungs-, Interieur-, Produkt- und Möbeldesign widmet.

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