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Stadion Vogesen in Basel

Statisch und sportlich aktiviert

Architektur

MET Architects, Basel, Roula Moharram und Thomas Thalhofer

Bauherr

Hochbauamt Kanton Basel Stadt

Projektbeteiligte

Baumanagement: Caretta + Weidmann, Basel
Bauingenieure: WMM Ingenieure, Basel
Elektroplanung: Eplan, Reinach
Bauphysik: Gruner, Basel
Spielfeldbelag: Conica, Schaffhausen

Jahr

2019

Ort

Basel, Spitalstrasse

Beschreibung

Eine Arena, umgeben von Fenstern – das ist der Hof der Schulen Vogesen, Pestalozzi und St. Johann heute. Wo sich nun der rote Sportbelag auf Boden und Dachflächen ausbreitet und zu einer Partie Basketball einlädt, war einst eine graue Betonlandschaft zu sehen, durch die es in die darunterliegende Sporthalle tropfte. Den zwischen 2017 und 2019 vollzogenen Wandel zum Stadion Vogesen gestalteten MET Architects.

Die drei Schulgebäude (1888, 1894 und 1996 errichtet) bilden zusammen einen offenen Blockrand im Norden von Basel. Unter dem gemeinsamen Pausenhof in ihrer Mitte befindet sich seit 1980 eine Turn- und Schwimmhalle. In die Platzfläche sind zwei längliche, üppig begrünte Gräben eingeschnitten. Hier zeigt sich die unterirdische Halle jeweils mit einer von außenliegenden, nichttragenden Betonstützen strukturierten Glasfassade. Das Untergeschoss ist dreigeteilt: Östlich liegt die Schwimm-, westlich die Turnhalle. Dazwischen befindet sich ein Garderobentrakt mit Anschluss an die Schulhäuser Vogesen und St. Johann.

Das auf sechs Betonträgern lagernde Hallendach war vor dem Umbau mit Oberlichtern, Sitzstufen und Pflanztrögen aus Beton möbliert und auch mit einer Brunnenplastik des Künstlers Franz Pösinger. Dieses Betonwasserwerk fand bei den jüngeren Schulkindern kaum mehr Beachtung, nachdem der südlich angrenzende Pausenplatz für das St.-Johann-Primarschulhaus hergerichtet worden war. Stattdessen verbrachten nun überwiegend die Sekundarschüler*innen aus dem neuen Vogesen-Schulhaus hier ihre Pausen. Diese hatten natürlich andere Ansprüche.

Vom Brunnen sowie durch Undichtigkeiten in der 40 Jahre alten Überdeckung verursacht, drang immer wieder Wasser in die Halle ein, sodass das Dach saniert werden sollte. Bald stand aber auch die Platzgestaltung zur Debatte: Auf Initiative der Schule brachten sich die Schüler*innen ein und wünschten sich zum Beispiel gedeckte Sitzplätze und eine befestigte Fläche zum Sporttreiben. Diese Wünsche berücksichtigten MET Architects. Das Team hatte bereits die drei umliegenden Schulhäuser etappenweise renoviert und war daher mit dem Ort gut vertraut.

Beton


Zunächst wurde die Bestandsdeckenplatte von ihren Aufbauten sowie von alten Dämm- und Belagsschichten befreit. Die Anforderungen an Bauteil- und Dämmstärken hatten sich seit 1980 stark verändert, zugleich musste der neue Dachaufbau mit den umliegenden, höhenmäßig unveränderten Bestandsgebäuden in Einklang gebracht werden. Auf die neue Dämmung und Abdichtung folgte eine 12 Zentimeter dicke Betonverteilplatte, die die Fläche befahrbar macht. Die Setzungen an den Gebäudekanten nehmen Schleppplatten aus Beton auf, die an den Randzonen liegen. Ein roter Polyurethanbelag wurde ausgebreitet, auf dem weiße Linien zwei Basketballfelder markieren. Entlang der Schulgebäude bildet hingegen dunkelgrauer Walzasphalt den Bodenbelag.

Die Spielfelder werden von zwei neuen, überdachten Tribünen flankiert. Sie befinden sich anstelle der alten Sitzstufen und sind mit der Rückseite bis an die Lichthöfe der darunterliegenden Halle herangerückt. Die jeweils rund sechs Meter auskragenden Dächer sind von den Klassenräumen aus gut einsehbar. Aufgrund dieser Sichtbarkeit und zum Schutz vor eindringender Feuchtigkeit erhielten die Dächer ebenfalls den roten Spielfeldbelag – sogar samt weißer Markierungen. Sandgestrahlte Bänder betonen die Stufenkanten und bilden einen Kontrast zu den übrigen, rohen Betonflächen. Der neu entstandene, stadionartige Raum steht heute nicht nur den Schulen, sondern dem ganzen Quartier zur Pausen-, Sport- und Freizeitnutzung zur Verfügung.

Im Zuge des Umbaus wurden die außenliegenden Betonstützen – einst nutzloser Teil des Bestands – statisch aktiviert. Um die roten Metallprofile der Hallenfassade zu erhalten, durften die der Dämmebene vorgesetzten Betonstützen bautechnisch nur in geringem Umfang angetastet werden. Sie wurden zunächst gestuft angeschnitten und in die Schnittfläche Armierungseisen eingebohrt – vor allem auf der Zugseite. Dann pfropfte man die neuen Betonpfeiler auf. Über sie werden die Vertikallasten der 6 Meter weit auskragenden Stützenköpfe und 15 Zentimeter starken Sichtbetondächer in den Bestand geleitet.

Die Betonrahmen sind außerdem über 140 Zentimeter lange Schrauben im innenliegenden Tragwerk verankert. Als Zugstangen wirkend leiten sie gemeinsam mit Edelstahldrucknocken die horizontalen Druck- und Zugkräfte punktuell von den nun lasttragenden Blendstützen über die Dämmebene in die Innenstützen. Damit diese Ergänzung möglichst wenig auffällt, wurde dieselbe Korngröße wie bei den Bestandsstützen verwendet.

Quelle

baunetz Baunetz Wissen Beton

Bildnachweis: Ruedi Walti, Basel (Fotos); MET Architects, Basel (Pläne)

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