05.05.2020

Futurium bietet Blick in die Zukunft

Schwarzer Sichtbeton als Hintergrund für Ausstellungsobjekte

Wie werden wir in Zukunft leben? Um diese vielschichtige Frage drehen sich die Ausstellungen im Futurium, das zwischen Reichstag und Hauptbahnhof am Berliner Spreeufer liegt. Die Architektur des Berliner Büros Richter Musikowski ergänzt das städtebauliche Umfeld des Berliner Regierungsviertels in idealer Weise.

Von außen ist das Futurium ein imposanter, dunkler Baukörper, der durch die facettenreiche Glasfassade und eine geschickt gewählte Geometrie dennoch einladend wirkt. Von innen öffnen sich dem Besucher auf drei Etagen rund 3.200 m2 Ausstellungsfläche. Um die Inszenierung der Ausstellung in den Mittelpunkt zu stellen, lassen 3.500 m² anthrazit-schwarze Sichtbetonflächen die Architektur bewusst in den Hintergrund treten.

Den Auftrag für die Lieferung des in Sichtbetonklasse SB3 ausgeführten Betons konnte sich die Lichtner-Dyckerhoff Beton aus Berlin sichern. In umfangreichen Vorversuchen wurde eine Rezeptur der Festigkeitsklasse C30/37 mit 12 % Eisenoxid schwarz festgelegt. Grundlage für die Betonherstellung war ein Hochofenzement CEM III/A 42,5 N-LH (na) aus dem Dyckerhoff Werk Deuna in Thüringen.

Aber der Sichtbeton machte nur rund ein Zehntel der ganz überwiegend von Lichtner-Dyckerhoff gelieferten Gesamtbetonmenge von rund 8.700 m³ aus. Mit der Betonage der Bodenplatte war zu Beginn der Bauarbeiten eine Großaufgabe zu bewältigen: Die dafür benötigen 2.500 m³ Beton der Konsistenzklasse F4 mussten in schneller Folge zur Baustelle gefahren werden – gefordert war die Anlieferung von 200 m³ pro Stunde. Dafür bildete Lichtner-Dyckerhoff eine Liefergemeinschaft. Auch hier kam der gesamte CEM III/A 42,5 N-H (na) von Dyckerhoff in Deuna.

In den Ausstellungen des Futuriums sollen ganz unterschiedliche Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie wir in Zukunft ein nachhaltigeres Leben führen können. So geht es im Denkraum Technik um Möglichkeiten, mit Technik unsere Zukunft zu beeinflussen, aber auch um Risiken, die mit der Technik verbunden sind. Der Denkraum Zeit beschäftigt sich mit unserer Wahrnehmung sowie unserem Umgang mit Zeit. Wollen wir immer nur gehetzt sein oder können wir auch mal entschleunigen? Im dritten Denkraum Natur schließlich werden Möglichkeiten für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur dargestellt. Was können wir von der Natur für ein nachhaltigeres Leben lernen?

Die Ausstellungs- und Veranstaltungsräume des Futuriums sind vollständig barrierefrei. Das Gebäude entspricht dem Standard eines Niedrigst-Energiehauses und setzt ganz auf das Potential regenerativer Energien. Der für Besucher zugängliche „Skywalk“ auf dem Dach hat deshalb nicht nur eine atemberaubende Aussicht auf den Spreebogen und das Kanzleramt, sondern auch auf Kollektorfelder für Photovoltaik und Solarthermie. Das Futurium steht auf einer Grundfläche von 4.000 m², die gesamte Nutzfläche beträgt 8.000 m².

Baubeginn war im Jahr 2015, am 5. September 2019 wurde das Futurium in Anwesenheit zahlreicher Regierungsvertreter feierlich eröffnet. Der Eintritt ist für alle frei, bereits im ersten Monat kamen 100.000 Besucher. Bauherrin des Gebäudes ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

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