FRAG DIE BETON KI

Was möchten

Sie wissen?

Achtung! Die allgemein anerkannten Regeln der Technik unterliegen regelmäßigen Änderungen und Weiterentwicklungen (z. B. Normenreihe Beton DIN 1045:2023). Bitte prüfen Sie die Antworten des Chatbots. Die eingeführten technischen Baubestimmungen finden Sie in den Verwaltungsvorschriften „Technische Baubestimmungen" der einzelnen Bundesländer.
Moderne weiße Betonfassade mit unregelmäßig angeordneten dunklen Fenstern vor einem hellen Himmel

03.11.2026

Architekturpreis Beton 2026 entschieden

Ob Platte, Brücke oder Schale: Auszeichnung für Betonbauwerke in jedweder Form

Düsseldorf, November 2026. Der Architekturpreis Beton prämiert Bauwerke, die durch ihre architektonische Qualität, ihren innovativen Umgang mit dem Werkstoff Beton sowie durch ihre gestalterische, technische und nachhaltige Exzellenz überzeugen. In diesem Jahr beweisen die eingereichten und prämierten Projekte insbesondere das Facettenreichtum von Beton: Unter anderem charakterisieren monolithischer Stampfbeton, Carbonbeton, Urban Mining und serielle Bauweisen als Weiterentwicklung des Plattenbaukonzepts die ausgezeichneten Projekte.

Ausgezeichnete Architektur in Beton

Aus rund 240 Einreichungen für den Architekturpreis Beton 2026 wählte die interdisziplinäre Jury sechs gleichrangige Preisträger aus, darunter der Gewinner des erstmals vergebenen Sonderpreises Wohnungsbau. Zusätzlich sprach die Jury sieben Anerkennungen aus.

Areal am Kronenrain – MONO Architekten, Berlin

Rot eingefärbter Stampfbeton prägt das Ensemble aus Bertholdturm, Parkhaus am Rheintor, Zähringerbrücke und Münsterplatz. Das Material stellt dabei einen Bezug zur Geschichte des Ortes her und entwickelt zugleich eine zeitgemäße architektonische Sprache. Die Jury sieht eine kraftvolle, monolithische Architektur, die dem Stampfbeton neue Dimensionen eröffnet. Das Projekt lotet die konstruktiven und gestalterischen Möglichkeiten des Materials aus: Es ist verbindendes Element von Bauwerk, Landschaft und Geschichte.

Erweiterung Kita Bewegungsreich – Therese Strohe Michael Ullrich Architekten mit DS-Architekten (Berlin)

Der Erweiterungsbau greift die Materialität und Proportionen des bestehenden Plattenbaus auf und interpretiert sie neu. Beton übernimmt dabei konstruktive, gestalterische und funktionale Aufgaben. Die Jury würdigt den souveränen Umgang mit dem Bestand und die konsequente Übersetzung seiner räumlichen und materiellen Qualitäten in eine zeitgemäße Architektur. Entstanden ist ein Low-Tech-Gebäude, das vorhandene Strukturen nutzt und mit einer eigenständigen architektonischen Sprache verbindet.

Neue Ortsmitte "MittenIm", Niederwerrn – Schlicht Lamprecht Kern Architekten (Schweinfurt)

Im neuen Bürgerzentrum "MittenIm" in Niederwerrn lebt ein Stück regionaler Baugeschichte weiter: Abbruchmaterial einer rückgebauten Autobahnbrücke findet hier eine neue Verwendung. Das Projekt setzt konsequent auf die Wiederverwendung des Abbruchmaterials - vom Recyclingbeton in sichtbaren Bauteilen bis zur Aufwertung dieser Oberflächen durch traditionelle Handwerkstechniken. Die Jury lobt, wie durch kluge Planung und gezielt eingesetzten Recyclingbeton Kreislaufwirtschaft zu belebender Architektur geworden ist.

Hyparschale Magdeburg – gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner (Berlin)

Die Sanierung der Hyparschale Magdeburg macht Ulrich Müthers seit 1997 ungenutzten Schalenbau wieder als Veranstaltungs- und Ausstellungsort zugänglich. Die Tragfähigkeit des charakteristischen, stützenfreien Daches wurde mithilfe von Carbonbeton wiederhergestellt und erhöht. Aus Sicht der Jury eine kongeniale Wiederbelebung des denkmalgeschützten Bauwerks, die Müthers konstruktive Idee aufgreift und zeitgemäß interpretiert. Das Projekt zeigt, wie sich anspruchsvolle Tragwerksplanung und Denkmalpflege mit minimalem Materialeinsatz verbinden lassen.

Technikgebäude Schleuse Schwabenheim – Ecker Architekten (Heidelberg)

Das Technikgebäude der Schleuse Schwabenheim setzt mit seinem Sichtbeton ein prägnantes architektonisches Zeichen am Wasser. Dach und Sockel bilden einen gestalterischen Rahmen für das vorgesetzte Mauerwerk. Ein umlaufend auskragender Dachrand aus zykloidförmigen Betonfertigteilen fasst die Baukörper und verleiht ihnen eine markante Kontur. Die komplexe, doppelt gekrümmte Geometrie erforderte hohe Präzision in Planung und Ausführung. Überzeugt hat die Jury die hohe ästhetische Qualität des Entwurfs, der zeigt, wie anspruchsvoll sich auch Infrastrukturprojekte mit Beton gestalten lassen.

Herausragender Wohnungsbau

Erstmals gehört ein Sonderpreis Wohnungsbau zum Wettbewerb. "Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist eine der zentralen Aufgaben unserer Zeit. Mit dem Sonderpreis wollten wir unter anderem sichtbar machen, wie zukunftsfähiger und architektonisch anspruchsvoller Wohnungsbau mit Beton gelingt", sagt Ulrich Nolting, Geschäftsführer des InformationsZentrum Beton (IZB) und Mitglied der Jury. "Die große Resonanz auf den Sonderpreis und die Vielfalt der eingereichten Projekte – von Neubauten, Sanierungen und Umnutzungen – zeigt, wie viel in diesem Bereich möglich ist."

Das Projekt Lion-Feuchtwanger-Straße von FAR frohn&rojas (Berlin) überzeugte die Jury und hat den Sonderpreis erhalten. Der Einsatz serieller Betonfertigteile im Skelettbau verbindet wirtschaftliches Bauen mit flexiblen Grundrissen und langfristiger Anpassungsfähigkeit. Rund 1.700 vorgefertigte Betonelemente wurden auf einem Raster von 1,25 Metern zu einer klar strukturierten Tragkonstruktion zusammengefügt. Sie ermöglicht vielfältige Wohnungsgrundrisse und eröffnet Perspektiven für die spätere Wiederverwendung der Bauteile. Die Jury würdigt den stringent entwickelten Wohnbau, dessen robustes Betontragwerk auf veränderte Wohnbedürfnisse reagieren kann und dem Wohnen einen hohen Stellenwert einräumt.

Anerkennungen für sieben Projekte

Neben den Preisträgern sprach die Jury sieben gleichrangige Anerkennungen aus, davon drei in der Kategorie Wohnungsbau. So würdigte die Jury folgende Projekte:

• Tambour Protestantische Kirche Limburgerhof – IDEENREICH Architektur BDA (Steinweiler)
• Kellogg's Bremen – DMAA Delugan Meissl Associated Architects (Wien)
• Erlebnismuseum Perlmutter Adorf/ Vogtland – Schulz und Schulz (Leipzig)
• Stadtteilzentrum Stöcken – formation_a (Berlin)
• Brunnenstraße 34 – B KRAUS Z (Berlin)
• Alterswohnen am Ufertal Neunburg vorm Wald – BeL Sozietät für Architektur Bernhardt und Leeser Architekten BDA (Köln)
• ELEMENT – STUDIO LOES Architekten BDA (Berlin)

Über die Vergabe des mit insgesamt 25.000 Euro dotierten Preises entschied eine interdisziplinär besetzte Jury. Ihr gehörten an: Julia Dahlhaus (Präsidium BDA), Andrea Gebhard (Präsidentin der Bundesarchitektenkammer), Dr. Oliver Herwig (Journalist und Autor), Ulrich Nolting (Geschäftsführer IZB), Sven Plieninger (schlaich bergermann partner), Prof. Amandus Samsøe Sattler (ensømble studio architektur, Präsident der DGNB) und Michael Scharpf (Holcim Deutschland).

Zum 23. Mal prämiert der Architekturpreis seit 1974 herausragende Betonbauten in Deutschland. Ausgelobt durch das InformationsZentrum Beton in Kooperation mit dem Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA und der Bundesarchitektenkammer sowie dem Callwey Verlag, würdigt der Preis herausragende Leistungen der Architektur und Ingenieurbaukunst, deren Qualität von den gestalterischen, konstruktiven und technologischen Möglichkeiten des Baustoffs Beton geprägt ist.

Die Preisverleihung findet am 11. November in Düsseldorf statt. Eine ausführliche Dokumentation der Gewinnerprojekte erscheint anschließend als Sonderausgabe der IZB- Architekturzeitschrift „betonprisma“. Diese steht auf der IZB-Website (www.beton.org) und im Betonshop (www.betonshop.de) als Download zur Verfügung. Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es unter www.architekturpreis-beton.de.

Pressearbeit

Ansprechpartnerin

Lena Weigelt
Telefon: 0211 28048-306
lena.weigelt@beton.org