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26.03.2026

CO₂ raus aus der Luft

Und rein in den Beton

Staatssekretär Sören Bartol besucht erste Produktionsanlage für klimawirksames Betonadditiv in Bernau

Wie kann die Bauwirtschaft nicht nur weniger CO₂ ausstoßen, sondern aktiv dazu beitragen, Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu entfernen? In Bernau bei Berlin läuft seit Kurzem eine Anlage, die etwas tut, was bislang als Zukunftsvision galt: Sie produziert ein hochwertiges Betonadditiv, das CO₂ dauerhaft im Baustoff bindet – und damit jedes Bauwerk mit Beton potenziell zur Kohlenstoffsenke macht. Sören Bartol, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, hat sich bei einem Spotlight des Innovationsnetzwerks solid UNIT vor Ort angesehen, wie das Climate‑Tech‑Startup ecoLocked diese Idee in industrielle und skalierbare Realität übersetzt.

Die Produktionslinie ist die erste ihrer Art im deutschsprachigen Raum. Ihr Produkt: ein Biochar‑basierter Zuschlagstoff, der sich nach Prozessierung und Herstellung direkt in Beton integrieren lässt. Für die Branche bedeutet das: Klimaschutz nicht nur durch Vermeidung und Reduzierung, sondern durch aktive CO₂-Entnahme.

„Wir haben in Deutschland ambitionierte Klimaziele. Der Bauwirtschaft kommt dabei eine wichtige Rolle zu und wir brauchen Lösungen, wie klimafreundliches Bauen in der Praxis funktioniert. Der Hub in Bernau zeigt hierfür einen technologischen Ansatz: Durch den Zuschlagstoff aus Pflanzenkohle werden mineralische Baustoffe zu Kohlenstoffspeichern. Das war bisher vor allem biobasierten Materialien wie etwa Holz vorbehalten. Gemeinsam mit nachwachsenden Rohstoffen kann dieses Verfahren den Wandel des Gebäudebereichs von einer Emissionsquelle zu einer Kohlenstoffsenke unterstützen“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Sören Bartol.

Vom Reststoff zum Klimabaustoff

Die ecoLocked-Technologie folgt einem einfachen, aber wirkungsvollen Prinzip: Aus Biomasse‑Reststoffen entsteht durch Pyroloyse über Jahrhunderte speicherbarer stabiler Kohlenstoff. ecoLocked verarbeitet diesen Kohlenstoff zu einem industriell einsetzbaren Betonadditiv. Straßen, Gebäude und Infrastruktur werden so zu langfristigen Kohlenstoffsenken.

Biochar Carbon Removal (BCR) zählt bereits heute zu den weltweit wichtigsten zertifizierten Methoden der CO₂-Entnahme. ecoLocked bringt diese Technologie erstmals direkt in die Baupraxis und schafft damit einen Hebel für klimawirksame Skalierung.

Bernau als Startpunkt einer internationalen Vision

Mit dem neuen Hub startet ecoLocked nicht nur die Serienproduktion. Das Unternehmen plant ein globales Netzwerk von Standorten, das den Bausektor Schritt für Schritt in eine weltweite Kohlenstoffsenke verwandeln soll.

„Mit dem ecoLocked Hub haben wir eine technologische Plattform geschaffen, die den Einsatz von Biochar und die Einbringung von stabilem Kohlenstoff im globalen Industriemaßstab realisierbar macht. Unser Ziel ist es, Partner weltweit zu befähigen, selbst aktiv zu werden. Wir sehen hier ein enormes Potenzial, signifikante Mengen CO₂ dauerhaft aus der Atmosphäre zu entfernen und direkt in der gebauten Umwelt zu binden“, erklärt Micheil Gordon, CTO und Co-Founder von ecoLocked.

Gegründet wurde ecoLocked 2021 von Mario Schmitt, Micheil Gordon und Stefanie Gerhart. Heute entwickelt ein 18‑köpfiges Team aus 13 Nationen CO₂‑negative Baustoffe weiter. Der Unternehmenssitz ist in Berlin, Labor und Produktion befinden sich in Bernau.

solid UNIT als Brücke in die Praxis

Das Innovationsnetzwerk solid UNIT begleitet ecoLocked seit den frühen Entwicklungsphasen und zeigt mit dem Spotlight erneut, wie klimafreundliche Baustoffinnovationen den Sprung aus dem Labor auf die Baustelle schaffen.

„Wir sehen hier nicht nur ein neues Produkt, sondern ein neues Rollenverständnis für das Bauen der Zukunft“, so Christian Bruch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von solid UNIT. „Mineralische massive Baustoffe schon während der Nutzungsphase als CO₂-Speicher zu aktivieren – das ist genau der Perspektivwechsel, den wir brauchen.“

Quelle und Foto: Solid UNIT Deutschland

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