Fundamente aus Beton

Auf dem Fundament lastet das ganze Gewicht des Bauwerks. Es hat die Aufgabe, alle Vertikal- und Horizontallasten sicher und ohne Setzungen in den Baugrund einzuleiten. Die Dimensionierung hängt von der Art der Belastung und der Tragfähigkeit des Bodens (zulässige Bodenpressung) ab.

Fundamente werden heute ausnahmslos aus Beton hergestellt. Es wird unterschieden nach:

  • Streifenfundamenten (z. B. unter tragenden Wänden)
  • Einzelfundamenten (z. B. unter Stützen)
  • Fundamentplatten

Einzelfundamente werden auch als Betonfertigteile angeboten.

Streifenfundamente

Für Streifenfundamente z. B. unter tragenden Wänden werden Fundamentstreifen ausgeschachtet und eine Schalung bis zur Unterkante Bodenplatte aufgestellt. Dafür stehen neben konventionellen Schalungen und Schalungssystemen auch spezielle Fundamentschalungen zu Verfügung. In die Schalung wird Ortbeton eingebaut. Werden die Fundamente bewehrt ausgeführt, wird vor dem Aufstellen der Schalung auf dem Baugrund eine Sauberkeitsschicht aus z. B. Beton C8/10 eingebaut, die als Auflage der Abstandhalter der Bewehrung dient. Bei Grenzbebauungen dürfen die Streifenfundamente nicht das fremde Grundstück in Anspruch nehmen. Es sind so genannte Winkelfundamente auszuführen, bei denen die auftretenden Biegemomente in die aufgehende Betonwand/Stütze eingeleitet werden.

Fundamentplatten

Bei Flächenfundamenten entfallen die für Streifenfundamente erforderlichen zusätzlichen Aushub- und Schalarbeiten. Dafür müssen die als Fundamentplatte dienenden Bodenplatten in der Regel dicker und bewehrt ausgeführt werden. Sie sind bei Abwägung aller Einflüsse bei kleineren in den Baugrund einzuleitenden Lasten oft wirtschaftlicher als Streifenfundamente. Bei problematischen Bodenverhältnissen, wie sie z. B. in Bergsenkungsgebieten anzutreffen sind, werden die Lasten außerdem besser verteilt.

Zunächst ist eine Sauberkeitsschicht aus ca. 5 cm Beton C8/10 einzubauen. Dann erfolgt das Setzen der Randschalung und der Einbau der Bewehrung. Anschließend kann der Beton für die Fundamentplatte eingebracht werden.

Einzelfundamente

Eine Besonderheit bei den Schalungen von Einzelfundamenten in Ortbetonbauweise ist, dass untere Ankerstäbe nicht eingebaut werden, da durch die Böschung der spätere Ausbau problematisch wäre. Bei sehr großen Fundamenten ist der Ausbau eines unteren Ankerstabs wegen der Verformung auch problematisch. Stattdessen werden häufig unten Bandeisenspanner einbetoniert. Die obere Abspannung erfolgt oberhalb der Fundamentschalung.

Im Regelfall übernehmen im Skelettbau in Einzelfundamente eingespannte Stützen die Aussteifung. Bei Stützen in Ortbetonbauweise kann durch eine entsprechend dimensionierte Anschlussbewehrung einfach und sicher eine Einspannung ins Fundament aus Ortbeton hergestellt werden.

Bei Stützen in Fertigteilbauweise wird die Einspannwirkung durch Einbinden der Stützen in Köcher- und Blockfundamente erreicht. Kleinere Köcherfundamente können auch als Fertigteile geliefert werden. Dem geringeren Betonverbrauch beim Köcherfundament steht der geringere Schalungsaufwand beim Blockfundament gegenüber. Bei kleineren Fundamenten bis 2 m Seitenlänge ist das Blockfundament häufig wirtschaftlicher. Bei standfesten Böden kann das Blockfundament auch ohne Seitenschalung gegen das Erdreich betoniert werden. Nach dem Einheben und Ausrichten der Betonfertigteilstütze wird der Köcher vergossen und die Stütze bindet kraftschlüssig in das Fundament ein.

Bei der Stütze als Betonfertigteil kommen häufig angeformte Fundamente zum Einsatz. Dabei wird das Fundament zusammen mit der biegesteif angeschlossenen Stütze im Fertigteilwerk hergestellt und zur Baustelle transportiert. Aus produktionstechnischen Gründen und wegen der maximal zulässigen Transportabmessungen ist die Fundamentgröße in der Regel auf 3,0 m x 3,5 m begrenzt. Die kürzere Bauzeit und der durch die geringere Gründungstiefe bedingte geringere Aushub machen das angeformte Fundament in vielen Fällen zur wirtschaftlichsten Lösung.

Eine weitere Möglichkeit des Anschlusse der Betonfertigteilstütze an das Fundament ist der Schraubanschluss, der neben dem Vorteil der Demontierbarkeit die Möglichkeit einer flachen Gründung auch bei hohen Lasten bietet.

Weiterführende Literatur

Fachvereinigung Deutscher Betonfertigteilbau e.V. (FDB):
Betonfertigteile für den Geschoss- und Hallenbau

Informationsstelle Beton-Bauteile (Hrsg.):
Beton-Bauteile für den Industrie- und Verwaltungsbau

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