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Auswahl des Betons
1. Zielgruppen
2. Klasseneinteilung des Betons nach DIN EN 206-1/DIN 1045-2
3. Festlegung des Betons
4. Lieferung von Frischbeton, Bestellung und Abruf
1. Zielgruppen
Das neue Normenwerk für Beton fasst die Anforderungen an Beton zusammen, die bislang in vielen Einzelnormen vorlagen. Die neue Normengeneration ist besonders auf die Anwender abgestimmt, deshalb ergeben sich Änderungen vor allem im Bereich der Schnittstellen zwischen Kunden und Lieferanten.
An den Planer und Konstrukteur richtet sich DIN 1045-1, Teil 1 „Bemessung und Konstruktion“. Hier ist alles geregelt, was für eine eindeutige Leistungsbeschreibung erforderlich ist und dem Transportbetonwerk mitgeteilt werden muss. Der Betontechnologe findet Informationen für die Betonfestlegung, die Betoneigenschaften, sowie Herstellung und Konformität des Betons in DIN EN 206-1 und DIN 1045-2. Teil 3 der Norm regelt, wie der Beton eingebaut verdichtet und nachbehandelt werden muss und was sonst bei der Bauausführung zu beachten ist – interessant insbesondere für den Bauunternehmer. Ergänzende Hinweise zum Thema Betonfertigteile finden sich in Teil 4 der DIN 1045.
Die wesentlichen Neuerungen, die sich aus dem neuen Normenwerk ergeben, sind die eindeutige Trennung von „Beton nach Eigenschaften“ und „Beton nach Zusammensetzung“ sowie die Einführung von Expositionsklassen. 
2. Klasseneinteilung des Betons nach DIN EN 206-1/DIN 1045-2
Neben der Definition von Festigkeitsklassen und Konsistenzklassen definiert DIN EN 206-1/DIN 1045-2 jetzt auch Expositionsklassen für Beton. Sie tragen den Umgebungsbedingungen Rechnung, denen ein Betonbauteil ausgesetzt ist.
Die bisherige Aufteilung in Innenbauteile, Außenbauteile oder wasserundurchlässigen Beton entfällt in der neuen Norm. Für die Festlegung einer Expositionsklasse ist einerseits alles relevant, was den Bewehrungsstahl im Beton angreift, die sog. Bewehrungskorrosion, andereseits alles, was den Beton an sich angreift, die Betonkorrosion.
Welche Klassen sich daraus ergeben, zeigt nachfolgende Abbildung:
Liegt kein Angriffsgrad vor, wird von der Basisklasse X0 ausgegangen. Die Klassen XS und XD gleichen sich sehr, deshalb werden die Anforderungen in Deutschland gleichgesetzt.
Jede Gruppe ist weiter eingeteilt in Stufen, die mit Nummern gekennzeichnet werden. Für die Carbonatisierung werden beispielsweise die Stufen 1-4 vorgesehen. Die Unterteilung der Klassen Meerwasser und Chloride erfolgt in Dreier-Stufen.
Auch die Klassen der Betonkorrosion sind entsprechend der Stärke des Angriffs unterteilt, so z.B. die Klasse „Frost mit und ohne Taumittel (XF)“:
XF 1: mäßiger Frost XF 3: starker Frost XF 2: mäßiger Angriff von Frost und Taumittel XF 4: starker Angriff von Frost und Taumittel
Die Klassen XA und XM sind jeweils in 3 Stufen unterteilt.
Diese Unterteilung erscheint im Vergleich zum alten Verfahren zunächst komplizierter, ist aber deutlich konsequenter. Die Expositionsklassen werden auch bei der Bemessung und Konstruktion in DIN 1045-1 in sehr starkem Maße berücksichtigt. 
3. Festlegung des Betons
Hinsichtlich der Verantwortlichkeiten und Aufgabenbereiche bei der Festlegung und Herstellung des Betons sind „Beton nach Eigenschaften“ und „Beton nach Zusammensetzung“ zu unterscheiden.
Beton nach Eigenschaften
Der Kunde oder der Planer ermittelt seinen Bedarf und bestellt Beton „nach Eigenschaften“ gemäß DIN. Der Besteller muss nur die erforderlichen Eigenschaften korrekt nennen, der Betonhersteller ist verantwortlich dafür, dass Beton mit den bestellten Eigenschaften geliefert wird.
Beton nach Zusammensetzung
Dem Hersteller werden Zusammensetzung und Ausgangsstoffe des Betons vom Auftraggeber vorgegeben. In diesem Fall ist der Hersteller nur für die Lieferung eines Betons in der gewünschten Zusammensetzung verantwortlich, dass ein derartiger Beton auch für den geplanten Einsatzzweck geeignet ist, verantwortet der Auftraggeber. Die Verantwortung für Erstprüfung und Einhaltung der Eigenschaften geht bei dieser Vorgehensweise vollständig auf den Ausschreibenden über.
In beiden Fällen ist es wichtig, dass alle am Bau Beteiligten die notwendigen Eigenschaften berücksichtigen. Bei Bedarf helfen Abstimmungen und klärende Gespräche, viele Schäden zu vermeiden. 
4. Lieferung von Frischbeton, Bestellung und Abruf
Aufgrund der Vorteile für den Verwender hat sich in der Baupraxis der „Beton nach Eigenschaften“ etabliert. „Beton nach Zusammensetzung“ wird nur in Einzelfällen auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden zum Einsatz kommen.
Bereits bei der Planung ist auf die Festlegung der richtigen Betoneigenschaften zu achten. Bisher war es in der Praxis üblich, zur Vereinfachung nur eine Festigkeitsklasse und einen Konsistenzbereich anzugeben Dies reicht aber im Hinblick auf DIN EN 206-1/ DIN 1045 nicht mehr aus. Anzugeben sind stattdessen Expositions- und Festigkeitsklasse und ggf. weitere relevante Eigenschaften.
Hilfreich bei der Bestellung ist das Faltblatt „Transportbeton nach DIN EN 206-1/DIN 1045-2 - Kurz und bündig". (pdf hier downloaden.)
Der Besteller muss sicherstellen, dass alle relevanten Anforderungen für die Betoneigenschaften an den Hersteller übergeben werden, z.B. - die Einwirkungen der Umgebung, denen das Bauwerk ausgesetzt wird
- die Anwendung des Frisch- und Festbetons
- die Nachbehandlungsbedingungen
- die Abmessungen des Bauwerks (Wärmeentwicklung)

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