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Geschichte des Betons
Die Kenntnisse und das Wissen um die frühgeschichtlichen Bindemittel, einer Mischung aus Kalk, Ziegelmehl oder Puzzolanerde, reicht sehr weit zurück. So benutzten Handwerker im Osten der heutigen Türkei schon vor 14.000 Jahren – in Europa herrschte noch die Eiszeit – Mörtel (lateinisch Mortarium) als Bindemittel, um Ziegelsteine zu mauern. Der Mörtel bestand aus gebranntem Kalk.
Die Phönizier vermischten den Mörtel vor 3.000 Jahren mit vulkanischem Gestein. Sie schufen damit ein Material, das sogar unter Wasser aushärtete.
Über die Griechen gelangten diese Erkenntnisse und Techniken ungefähr im 3. Jahrhundert v. Chr. nach Italien, dem damaligen Römischen Reich. Das Herstellen druckfester Bauteile aus wasserbeständigem Mörtel und Steinbrocken, zusammen in einer Schalung erhärtet, erlebte dann im 1. Jahrhundert n.Chr. seinen Durchbruch und wurde zum Maßstab der späten römisch-kaiserlichen Architektur. Der Römische Beton, heute auch als»Opus Caementitium« bezeichnet, war geboren. In ganz Europa entstanden in dieser Zeit phantastische und monumentale Bauwerke, die auch nach fast 2.000 Jahren immer noch zu bestaunen sind: Tempel, Theater, Zisternen, Aquädukte, Abwasseranlagen, Thermen, Straßen, Hafenanlagen, Brücken, Tunnel und Wohnhäuser.
 Pantheon (2.Jhrdt n. Chr.) Kuppel aus römischem Leichtbeton
Die Rekord-Spannweite von 43m wurde erst im Jahr 1913 übertroffen (Jahrhunderthalle in Breslau)
Über das Mittelalter hinaus in Vergessenheit geraten und erst um 1700 wiederentdeckt, wurde der Beton durch ständige Weiterentwicklung Verbesserungen zu dem Baustoff unserer Zeit:
1804 Erste Betonrohre werden in Frankreich als Fertigteile hergestellt
1824 Der englische Maurer Joseph Aspdin brannte auf der südenglischen Halbinsel Portland eine Mischung aus Ton und Kalk zu Zement
1844 Der Engländer Isaac Charles Johnson brachte die Mischung aus Ton und Kalk zum Schmelzen, sie sinterte: Der heute gebräuchliche Portland-Zement war erfunden
1845 In Deutschland werden Betonwerksteintreppen hergestellt: die ersten Fertigteile aus Beton
1849 Der französische Gärtner Joseph Monier stabilisierte Blumenkübel, indem er Beton mit einem Stahlgeflecht (»Moniereisen«) verband
1850 In Buxtehude wurde der erste deutsche Portlandzement hergestellt
Zwischen 1850 und 1870 wird in Deutschland die Produktion von Betonrohren aufgenommen
1868 W. Michaelis legte in seinem Buch »Die hydraulischen Mörtel« die günstigste Zusammensetzung des Rohstoffgemisches fest
1870 Schmuckteile für Fassaden, Ornamente, Säulen, Baluster und Statuen aus Betonwerkstein finden breite Anwendung, Dachsteine aus Beton werden in größerem Umfang hergestellt
1878 Einführung der Norm für Portlandzement durch das Land Preußen mit Ministerialerlass
1882 G. Prüssing setzte dem Portlandzement granulierte Hochofenschlacke zu
1890 Der deutsche Ingenier C.F.W. Döhring ließ sich die Erfindung des Spannbetons patentieren. Die der Armierung dienenden Stahlseile werden im Stahlbeton künstlich dabei gespannt
1901 Die Mischung aus Zementklinker und 30% granulierter Hochofenschlacke wurde zu Hüttenzement vermahlen und erhielt die Bezeichnung »Eisenportlandzement«
1902 In den USA entsteht das erstes Eisenbeton-Hochhaus der Welt (16-stöckiges Ingalls Building, Cincinnati, Eisenbeton-Skelettbau)
1903 Bereits um die Jahrhundertwende beschäftigte sich der Bauunternehmer Jürgen Hinrich Magens intensiv mit Verfahren, fertig gemischten Beton über längere Zeit aufzubewahren. Dazu kühlte er den Beton sofort nach dem Mischen stark ab. Sein Verfahren ließ er sich 1903 patentieren und nannte sein Produkt "Transportbeton". Sein Patent war die Basis für das erste Transportbetonwerk der Welt, welches Magens 1903 in Hamburg gründete.
1907 Hüttenzement mit einem höheren Schlackengehalt wurde »Hochofenzement« genannt
Bau der Kuppel der Berliner Staatsbibliothek mit Fertigteilen
1909 Normung von Eisenportlandzement
1912 Im österreichischen Zementwerk Lorüns (Vorarlberg) wurde der erste Zement mit hoher Anfangsfestigkeit, zunächst hochfester Zement genannt, hergestellt
Vorgefertigte Mehrgeschossbauten bei denen alle Konstruktionsteile aus Eisenbeton vorgefertigt sind, werden von John E. Conzelmann zum Patent angemeldet
1926 Deniau entwickelt den Innenrüttler, der eine bessere Verdichtung und eine höhere Festigkeit des Betons ermöglichte
1929 Bau der ersten Stahlbetonstraße mit Bewehrung aus Betonstahlgewebe
1930 Entwicklung der ersten Tiefbauzemente, die unter höheren Temperaturen und Drücken erst nach längerer Zeit ansteifen und erstarren
1948 Erste moderne Spannbetonbrücke in Westdeutschland (Kanalhafenbrücke, Heilbronn)
1954 Der weltweite Siegeszug des Transportbetons begann erst nach dem zweiten Weltkrieg nach der Fortentwicklung der Transportfahrzeuge zum modernen Fahrmischer. Zunächst in den USA und ab 1954 in Europa entstanden tausende von Transportbetonwerken, die rund 50 % der gesamten Zementproduktion abnehmen
1968 In den USA wurde Schnellzement (»Regulated Set Cement«) zum Patent angemeldet
1970 In Japan wurde für den »Jet Cement« auf ähnlicher Basis ein Patent beantragt; in der Bundesrepublik Deutschland wurde Portlandzement und Hochofenzement mit der besonderen Eigenschaft »HS« (Hoher Sulfatwiderstand) erstmals genormt
1978/79 Stahlfaserbeton kommt in Deutschland als Neuheit zum Einsatz: als Stahlfaserpumpbeton bei der Herstellung eines Hauptsammlers in Hamburg und als Stahlfaserspritzbeton beim Bau einer Tiefgarage.
Heute ist Beton ein Hightech-Produkt, die Betontechnologie entwickelt sich stetig weiter. Selbstverdichtender Beton und Lichtdurchlässiger Beton sind die jüngsten und spektakulärsten Beispiel einer Entwicklung, deren Ende noch lange nicht absehbar ist. to be continued ... 
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