18.03.2016

Werftgelände wird Wohngebiet

Wohnungsbau am Bodensee

Hochwertige Ausstattung, offene Glasfronten zum See hin und elegante, mit fast schwarzen Faserzementtafeln bekleidete Fassaden zeichnen die Wohnbauten aus. Foto: HeidelbergCement AG / Steffen Fuchs

Sechs neue Wohnbauten sowie weitere Wohnungen in stillgelegten, denkmalgeschützten Hallen entstehen auf einem ehemaligen Werftgelände in Kressbronn am Bodensee. Beliefert wurde das anspruchsvolle Bauvorhaben mit Zement vom Lieferwerk Schelklingen der HeidelbergCement AG.

Emotional besetzt: Die Konversion ehemaliger innerstädtischer Industrieanlagen erfordert viel städtebauliches Gespür. Foto: HeidelbergCement AG / Steffen Fuchs

Die stillgelegte Bodan-Werft war eine alteingesessene Schiffbauanlage in Privatbesitz und als größter Schiffsbaubetrieb am Bodensee für Generationen von Kressbronner Bürgern seit dem frühen 20. Jahrhundert Arbeitgeber. Bis in die Gegenwart gehörte das mit industriellen Hallenbauten aus Stahl und Holz sowie etlichen Gewerbebauten und schlichten Arbeiterunterkünften bebaute Grundstück zum gewohnten Stadtbild. Heute ist das Ensemble ein Kulturdenkmal, in das die neue Wohnbebauung behutsam integriert werden kann. Die Gemeinde erhält durch die weitsichtige Baumaßnahme über eine Uferpromenade erstmals einen größeren direkten Zugang zum Wasser. Inzwischen sind direkt am Ufer drei Wohnbauten realisiert worden. Sie sind Teil eines Gesamtensembles mit insgesamt 115 Wohneinheiten, das bis 2017 ein völlig verändertes Stadtbild an dieser herrlichen Lage am schwäbischen Meer entstehen lässt. Einige der historischen Werkhallen werden so erhalten, dass die frühere identitätsstiftende Nutzung an diesem Ort ablesbar bleibt. In ihnen entstehen nach dem „Haus-im-Haus-Prinzip“ zwei der insgesamt acht Wohnbauten. So wird alt und neu an einem Ufer vereint, das endlich für alle zugänglich wird.

Vom Industriestandort zum Wohnviertel

Für Willi Schmeh, Geschäftsführer von DaS Immobilien in Kressbronn, hat sich der Charme des Geländes von Anfang an erschlossen. Der seit 25 Jahren als Bauträger im Immobiliengeschäft erfolgreiche Unternehmer hatte sich in der Branche bereits durch die Entwicklung diverser Konversionsprojekte einen Namen gemacht. In Kressbronn am Bodensee galt es, einen langen Planungsprozess zu durchlaufen, der die Belange der Gemeinde ebenso wie die wirtschaftlichen Interessen des Immobilienträgers zur Deckung bringen konnte. Inzwischen sind hier, direkt am Ufer, drei Wohnbauten realisiert worden. Schlüsselfertig ausgeführt werden die Bauten vom Unternehmen Wilhelm Geiger aus Oberstdorf, das zwischenzeitlich auch als Mitinvestor fungiert. HeidelbergCement liefert vom Zementwerk Schelklingen bis zum Frühjahr 2016 rund 7.000 Tonnen Zement für die Produktion des Betons in das nahe gelegene Betonwerk. Die Konzeption großzügiger Stahlbetonbauten mit Außenwänden aus Kalksandstein, die 115 Wohnungen von 50 bis weit über 200 Quadratmeter integrieren, zielte von vorneherein auf eine bodenständige Klientel, die ihre Zeit nicht nur ein paar Wochen im Jahr am Bodensee verbringen möchte.

Ausblick durch die offenen Glasfronten zum See hin. Foto: HeidelbergCement AG / Steffen Fuchs

Projekt mit langem Vorlauf

Das Projekt „Wohnen mit Bäumen“ im nahe gelegenen Überlingen „gelang so bravourös“, wie Schmeh sagt, dass er aufgrund der „Sogwirkung“ verschiedentlich angesprochen wurde, auch das Areal in Kressbronn am Bodensee zu entwickeln. „Der Kauf des Grundstücks war keine feindliche Übernahme des Hafens“, schmunzelt er. Vielmehr habe er den Werftbesitzern einen fairen Preis angeboten, indem er das Baurecht voraussetzte, das damals noch in den Sternen stand. Ein Risiko, das er als leidenschaftlicher Unternehmer mit seinem Gespür und der Vision für den Ort bereit war, einzugehen. Bis ihm allerdings der Gemeinderat grünes Licht gab, vergingen noch über drei Jahre. Bauamtsleiter Manfred Ammann erinnert sich an die emotional aufgeladenen Auseinandersetzungen, die in der Zeit zwischen Aufstellungsbeschluss und abgestimmtem Bebauungsplan die Gemeinde Kressbronn a. B. spalteten. Das von Kritikern angedachte Vorkaufsrecht wollte und konnte die Kommune nicht in Anspruch nehmen. Schließlich beschloss der Gemeinderat nach einem langen, transparenten und für alle Bürger einsichtigen Prozedere die Bebauung.

Die Bebauung war an die im Regionalplan festgesetzte, aus der Gemeinde oder zumindest aus dem regionalen Bereich heraus zulässige Eigenentwicklung gebunden. Dies ist größtenteils gelungen und lag auch stark im Interesse der Gemeinde und des Investors. „Ohne Werbung sind die Wohnungen an Interessenten aus einem Umkreis von maximal 50 Kilometern verkauft worden, nur ein Bruchteil stammt aus weiter entfernten Regionen wie Aalen oder Ulm“, so Schmeh. „Viele Bebauungsgegner haben außer Acht gelassen, dass es sich bei der Bodan-Werft nicht um Gemeindeland handelte, sondern um Privateigentum“, meint Bauamtsleiter Ammann. „Wir konnten im Rahmen des Bebauungsplans die Eigentumsrechte nicht einschränken.“ Keine Bebauung oder ein Spielplatz an prominenter Stelle, wie manche Gegner forderten, war finanziell nicht machbar und sicher auch für die weitere Ortsentwicklung nicht sinnvoll.
„Wir haben auf dem Grundstück allein 4,5 Millionen für Altlasten und zwei Millionen für Abriss investiert, das kann keine Gemeinde neben dem Grundstückspreis für einen Spielplatz schultern“, so Bauträger Schmeh. Er kam der Gemeinde entgegen und rückte von der ursprünglichen Planung, auf dem Gelände 200 Wohnungen zu bauen, ab. Nun werden knapp über die Hälfte realisiert. Außerdem hat Willi Schmeh der Gemeinde rund 8.500 Quadratmeter Fläche geschenkt, damit eine attraktive Uferpromenade, ein Pavillon in Gemeindehand und Sitzstufen zum Ufer hin entstehen können.
Im Laufe des Planungsprozesses trat auch noch die Denkmalbehörde auf den Plan. Darauf, dass die Hallen als Kulturdenkmäler eingestuft wurden, hat Bauträger Schmeh gemeinsam mit seinem Architekten Arabzadeh ebenfalls mit klugen Entwürfen reagiert. Einige der historischen Werkhallen werden so erhalten, dass die frühere identitätsstiftende Nutzung an diesem Ort ablesbar bleibt.

Quelle: HeidelbergCement in Deutschland

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