24.11.2016

Neubau Umweltbildungszentrum in Mainz

Ökologische Ästhetik

Das neue Umweltbildungszentrum in Mainz ist Vorbild dafür, wie ökologisch korrektes Bauen Hand in Hand mit einem zeitgemäßen Erscheinungsbild gehen kann. Hier kam R-Beton, ein Beton mit rezyklierter Gesteinskörnung von Heidelberger Beton zum Einsatz.

Wie ökologisch Architektur sein kann, zeigt das neue Umweltbildungszentrum (UBZ) in Mainz. „Von der Wiege bis zur Bahre – ein Gebäudeleben beginnt mit der Rohstoffgewinnung und endet beim Recycling oder auf der Deponie“, sagt Holger Ries vom planenden Architekturbüro Ries und Ries aus Budenheim. „Unser Ansatz war es, ein Gebäude zu erschaffen, das nachfolgenden Generationen nicht zur Belastung wird, indem wir Baustoffe und Materialien verwenden, die biologisch abbaubar oder, alternativ, unproblematisch zu entsorgen sind.“

Werkstoff der nächsten Generation ...
... R-Beton mit rezyklierter Gesteinskörnung
Das Innere des zweigeschossigen Baus ist in den repräsentativen Tageslichtbereichen in Sichtbeton der Klasse SB3 gestaltet.

Mit dem UBZ entsteht zurzeit ein modernes barrierefreies Schulungsgebäude für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer anregenden und informativen „Bio- und Restabfall- Erlebniswelt“ als Attraktion sowie viel Platz für Veranstaltungen und Vorträge zu den Themen Umwelt, Natur und nachhaltigem Bauen. „Das besondere an dem Gebäude ist, dass es selbst auch rezykliert ist“, erklärt Holger Ries. „Die Entsorgungsbetriebe der Stadt Mainz als Bauherr forderten einen Beton, der unter anteiliger Verwendung von rezyklierter Gesteinskörnung (RC-Körnung) hergestellt wird.“ Heidelberger Beton lieferte für den innovativen Neubau rund 650 Kubikmeter R-Beton der Güte C25/30, dessen Gesteinskörnungsfraktion mit Größtkorn 2/8 Millimeter aus einem fachgerecht aufbereiteten Altbeton besteht. Geliefert wurden die insgesamt 360 Tonnen des Recycling-Materials von der Firma Scherer und Kohl aus Ludwigshafen, einem der wenigen Unternehmen in Deutschland, die sich auf Recycling-Material spezialisiert haben.

Mit der Baufirma Gemünden konnte zudem ein Partner gefunden werden, der sich auf das ambitionierte Vorhaben, R-Beton zu verwenden, einließ und damit gute Erfahrungen machte. „Prinzipiell lässt sich der R-Beton genauso verarbeiten wie ein ‚gewöhnlicher‘ Beton“, erklärt Bodo Wollny, Betontechnologe von der Heidelberger Beton GmbH. „Der Wasseranspruch ist bei gebrochenem Betonsplitt etwas höher. Dies wird bei der Betonrezeptur berücksichtigt und baustellenoptimiert eingestellt.“

Besonders ist auch die Idee der Architektur des UBZ: Eine minimalistische Kubatur, die sich in die örtlichen Gegebenheiten am Hang einbindet, die ökologische Nutzung des Gebäudes unterstreicht und – fast bescheiden – sich der Funktion des Zentrums unterordnet. Das Innere des zweigeschossigen Baus ist dabei in den repräsentativen Tageslichtbereichen in Sichtbeton der Klasse SB3 gestaltet. „In Teilbereichen ein erhöhter Schalungsaufwand“, wie Martin Habes, verantwortlicher Architekt des UBZ von Ries und Ries Architekten, festhält. „Doch wir wollten den Beton sehen, ihn roh lassen, um das Gebäude auch relativ einfach wieder rückbauen zu können. Sämtliche Installationen wurden aus diesem Grund funktional und sauber mit Trassen ‚auf Putz‘, also sichtbar, an den Betonwänden und -decken aufgebracht.“

Das innovative und ökologische Konzept beim Neubau des UBZ zieht sich bei der Gestaltung und Auswahl der Materialien und Technik wie ein roter Faden durch das Gebäude. Davon zeugen etwa die Holzfenster oder das regenerative Energiekonzept mit Luft-Wasser-Wärmepumpe und Photovoltaikanlage. Mit einer 50-prozentigen Unterschreitung des EnEV-Anforderungswertes für Neubauten wird das Gebäude im Bereich der thermischen Hülle sowie der Haustechnik in Anlehnung an den Passivhausstandard ausgeführt. Dazu zählt die 30 Zentimeter starke Wärmedämmung aus Mineralwolle, die auf den 25 Zentimeter dicken Stahlbetonwänden liegt. Mit dem UBZ will die Stadt Mainz durch eine noch intensivere Kooperation mit Wissenschaft und Wirtschaft ein sichtbares Zeichen im Sinne ganzheitlicher und umfassend vernetzter Bildungsangebote setzen. Das geologische Umfeld mit Naturerlebnispfad, Fahrrad und Wanderwegen bietet ein besonderes Naturerlebnis, das das Zentrum weit über Mainz hinaus zu einem attraktiven Anziehungspunkt für Umweltinformation und -bildung machen wird.

OBJEKTSTECKBRIEF

Projekt: Neubau Umweltbildungszentrum Mainz
Bauherr: Entsorgungsbetriebe der Stadt Mainz
Architekten: Ries+Ries Architekten Ingenieure GmbH, Budenheim
Bauausführende Firma: Gemünden GmbH & Co. KG, Ingelheim
TragwerksplanBetonung: 600 m³ R-Beton von der Heidelberger Beton GmbH
Zement: Cem III/42,5 N aus dem Werk Weisenau der HeidelbergCement AG
Eröffnung: Mai 2017

Quelle: HeidelbergCement in Deutschland
Bilder: Steffen Fuchs

 

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